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München - Sechs Spiele, vier Siege, ein Unentschieden bei nur einer Niederlage, das macht 13 Punkte - Werder Bremen hat einen hervorragenden Saisonstart hingelegt und ist Bayern-Jäger Nummer eins. Auch wenn Trainer Thomas Schaaf das gar nicht gerne hört. "Wir können nie mit den Bayern mithalten, wir können uns nur zwischendurch sportlich mit ihnen streiten", stellte der Cheftrainer klar. Aber allein die Tatsache, dass sich Werder wieder mit den Bayern streiten kann, ist überraschend.

Am Sonntagabend gastiert im Weser-Stadion nun der starke Aufsteiger Hertha BSC, der zuletzt mit einem 2:1-Auswärtssieg beim deutschen Meister Borussia Dortmund aufhorchen ließ (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Mielitz ersetzt gesperrten Wiese

Doch die Hauptstädter sind der Lieblingsgegner schlechthin von Thomas Schaaf. Der 50-Jährige feierte bereits 14 Siege gegen die Berliner - gegen kein anderes gewann er häufiger. Besonders positiv ist in dieser Saison auch Werders Heimstärke. Die Serie von drei Heimsiegen aus drei Partien soll natürlich fortgeführt werden. "Die Erfolge haben uns gut getan und wir haben eine sehr gute Präsenz auf dem Platz gezeigt", erklärte Schaaf. Trotzdem fordert der Fußball-Lehrer von seiner Mannschaft, daran zu arbeiten, im Spiel konstanter und sicherer zu werden. Der Respekt vor dem Aufsteiger, der nur am ersten Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg eine Niederlage einstecken musste, ist groß. "Es kommt eine Mannschaft, die sich gerade auswärts sehr stark gezeigt hat. Es wird harte Arbeit", meinte Klaus Allofs über den kommenden Gegner. Trotzdem stellt Werders Sportdirektor klar, dass Werder vor eigenem Publikum dominant spielen wolle. Schaaf sieht als Stärken der Berliner die sichere Abwehr und die Konterstärke.

Gute Nachrichten gab es auch von den zuletzt angeschlagenen Claudio Pizarro, Marko Marin und Florian Trinks. Das Trio wird definitiv dabei sein. "Sie stehen uns wieder zur Verfügung", so der knappe Kommentar von Cheftrainer Thomas Schaaf nach Beendigung des Abschlusstrainings am Samstagnachmittag, an dem die drei Werder-Profis erneut beschwerdefrei mitwirken konnten und somit zum Aufgebot gegen die Herthaner gehören. Verzichten müssen die Norddeutschen dagegen auf Sokratis (Muskelfaserriss in den Adduktoren) und Torhüter Tim Wiese, der nach seinem Platzverweis gegen den 1. FC Nürnberg für drei Spiele gesperrt wurde. Für ihn wird Sebastian Mielitz zwischen den Pfosten stehen.

Niemeyer kehrt an alte Wirkungsstätte zurück

Seit fünf Bundesliga-Partien ist Hertha BSC nun schon ohne Niederlage. Noch imponierender klingt die Auswärtsbilanz. In diesem Kalenderjahr nahmen die Herthaner auf fremden Plätzen bisher immer etwas Zählbares mit. Zuletzt gab es zuhause beim 2:2-Remis gegen den Mit-Aufsteiger FC Augsburg jedoch einen kleinen Dämpfer für die Berliner. So sei im Training in dieser Woche wieder "Feuer, Zug und Konzentration" eingekehrt, stellte Trainer Markus Babbel zufrieden fest. Seine Elf müsse vor allem auf die beiden Bremer Angreifer Claudio Pizarro und Marko Arnautovic Acht geben. "Die beiden brauchen nicht viele Chancen, um ein Tor zu erzielen", warnt der 39-Jährige seine Mannen. Babbel schätzte den aktuellen Tabellen-Zweiten momentan sogar stärker als den deutschen Meister Dortmund, wo die Hertha vor zwei Wochen überraschend mit 2:1 siegte. "Sie spielen noch zielstrebiger. Daher müssen wir im Vergleich zum Dortmund-Spiel noch eine Schippe drauflegen", forderte Babbel. Bremen habe die Qualität, mit einer Mannschaft Katz und Maus zu spielen, führte er weiter aus.

Das weiß Peter Niemeyer nur allzu gut. Schließlich trug Herthas "Sechser" von 2006 bis 2010 das Bremer Trikot und freut sich nun riesig auf die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Personell kann Babbel dabei aus dem Vollen schöpfen. Auch die zuletzt angeschlagenen Christian Lell (Rückenblockade), Pierre-Michel Lasogga (Oberschenkelverhärtung) und Adrian Ramos (Entfernung einer Zyste am Gesäß) können die Reise an die Weser antreten.