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Frankfurt - Weltmeister Deutschland muss vor dem Doppelpack in der EM-Qualifikation gegen Polen und Irland einen Schock verdauen: Mit Mesut Özil fällt der nächste Star für den Rest des Jahres aus.

Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler vom FC Arsenal muss wegen einer Teilruptur des Außenbandes im linken Kniegelenk zwischen zehn und zwölf Wochen pausieren, wie der DFB am Mittwochnachmittag nach einer Kernspin-Untersuchung bei Özil durch Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München mitteilte.

Nach dem neuen Kapitän Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Benedikt Höwedes ist Özil der vierte prominente Ausfall, der Löw in seinen Planungen einen dicken Strich durch die Rechnung macht. Zwei Tage vor der Abreise nach Polen gab es aber auch eine gute Nachricht. Denn Julian Draxler, der wegen eines grippalen Infektes am Vortag nicht zum Treffpunkt in Frankfurt anreisen konnte, stieß am Mittwoch zum DFB-Tross.

"Robert kann man nicht alleine verteidigen"

Manuel Neuer, der wieder als Ersatzkapitän fungieren wird, richtete derweil den Fokus auf das Sportliche. "Das sind Schlüsselspiele. Es ist jetzt wichtig, nach dem Sieg gegen Schottland so weiterzumachen", sagte der Torhüter. Polen und auch Irland seien aber Gegner, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen könne, betonte der Keeper.

Neuer warnte besonders vor Robert Lewandowski, seinen Teamkollegen beim FC Bayern: "Robert ist einer der weltbesten Stürmer. Man kann ihn nicht alleine verteidigen. Er kann sehr gut den Ball halten und ist abgezockt vor dem Tor. Man weiß nie, was er macht. Wir müssen mit allem rechnen."

Immerhin ließ Neuer wissen, dass es an der Säbener Straße auch schon Trainingseinheiten ohne ein Tor von Lewandowski gegen ihn gegeben hätte.

Lewandowski hat "keine Angst"

Auch der Bundestrainer lobte Lewandowski in den höchsten Tönen. "Er ist ein Ausnahmefußballer, das hat er am Samstag gegen Hannover einmal mehr unter Beweis gestellt. Wenige verstehen es wie er, den Ball auch unter Druck zu behaupten. Er ist eiskalt vor dem Tor und fußballerisch unglaublich gut, er ist wirklich komplett", so Löw.

Der Hochgelobte gibt sich kämpferisch. "Es wird sicher kein einfaches Spiel, aber wir brauchen keine Angst vor ihnen zu haben. Wenn wir unser Topniveau erreichen, können wir gewinnen." Er habe mit Neuer und den drei anderen Bayern im deutschen Kader - den Weltmeistern Jerome Boateng, Thomas Müller und Mario Götze - bereits "viele Witze" über das Duell gemacht, so der Pole, der beim 2:2 am 6. September 2011 in Danzig gegen Deutschland getroffen hat - allerdings gegen Tim Wiese.