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München - Egal, ob oben oder unten, nach einem Drittel der Saison 2010/11 beschäftigt die ganze Liga ein und dieselbe Frage: Reicht das? Reichen Borussia Dortmund zwölf Punkte Vorsprung auf den großen FC Bayern München oder schafft es der Rekordmeister am Ende doch noch?

Beim Tabellenletzten aus Gladbach hingegen lautet die Frage, ob die verbleibenden 23 Spieltage ausreichen, um doch noch den Klassenerhalt zu schaffen? Und in Stuttgart denkt man mit einem Blick auf das Torverhältnis: "Das sollte doch wohl reichen!" Oder nicht?

bundesliga.de hat tief ins Archiv geschaut und präsentiert die wichtigsten Fakten nach dem 11. Spieltag zu Aufholjagden, Abstürzen und dem Klassenerhalt.

Knappe 50:50-Chance für Dortmund

Nicht gut stehen die Chancen für die Dortmunder, wirft man lediglich einen Blick darauf, wie oft der Tabellenführer des 11. Spieltags auch Deutscher Meister wurde: 47 Prozent sagt die Statistik. In 47 Jahren Bundesliga gelang es nämlich nur 22 Mannschaften, sowohl am 11. als auch am letzten Spieltag der Saison ganz oben zu stehen. Ein kleines Trostpflaster: 13 der 25 Clubs, die es nicht schafften, landeten auf den Plätzen 2 und 3, was für den BVB in der kommenden Spielzeit immerhin die Möglichkeit zur Champions-League-Teilnahme bedeuten würde.

Am schlechtesten erging es Bayer Leverkusen in der vergangenen, und 1899 Hoffenheim in der vorletzten Saison. Während die "Werkself" als Tabellenführer nach dem 11. Spieltag zum Saisonende immerhin noch auf Rang 4 landete, stürzten die Kraichgauer bis auf den 7. Platz ab und verpassten damit sogar noch einen internationalen Wettbewerb.

Statistik spricht gegen die Bayern

Beruhigend auf die Dortmunder wirken dürfte hingegen der Zwölf-Punkte-Vorsprung auf den FC Bayern. Zwölf Punkte Vorsprung zu diesem Zeitpunkt hat noch nie ein Team eingebüßt! Der größte Rückstand, den der FCB nach dem 11. Spieltag noch aufholen konnte, betrug in der Saison 1993/94 zehn Zähler. Damals fingen die Münchner unter der Leitung Franz Beckenbauers noch die Frankfurter Eintracht ab.

Der größte Rückstand, der überhaupt jemals aufgeholt wurde, betrug elf Punkte. Dieser Rekord gelang dem VfL Wolfsburg in der Saison 2008/09. Damals lagen die "Wölfe" nach elf Spieltagen nur auf Rang 9, überholten aber noch die acht vor ihnen liegenden Clubs und gewannen damit nicht nur die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte, sondern halten auch den Bundesliga-Rekord!

BVB hat's schon mal gemacht

Die Borussia hat übrigens ihre Erfahrungen in beiderlei Hinsicht bereits gesammelt: In der Saison 1979/80 führte der BVB nach dem 11. Spieltag die Tabelle an, wurde am Ende aber nur Sechster, währende der FC Bayern seine fünfte Meisterschaft feierte.

15 Jahre später, in der Spielzeit 1994/95, machten es die "Schwarz-Gelben" besser, standen nicht nur am 11., sondern auch am 34. Spieltag ganz oben und bejubelten den ersten Meistertitel in der Bundesliga.

"Fohlen" kennen sich aus

Ebenso wenig Grund in Panik zu verfallen wie die Dortmunder Borussia, hat auch die Namensschwester vom Niederrhein. Ein Abstiegsplatz nach dem 11. Spieltag bedeutete in der Liga-Historie bislang nämlich nur in 50 Prozent der Fälle auch den tatsächlichen Abstieg (46 von 92 Clubs schafften den Klassenerhalt). Beinahe dieselbe Wahrscheinlichkeit (52 Prozent) trifft auf die Punktzahl zu. Nur 14 der 27 Teams, die nach einem Drittel der Saison erst sieben Zähler auf dem Konto hatten, mussten auch den Gang in die 2. Liga antreten.

Außerdem ist die momentane Situation den "Fohlen" nicht fremd. Bereits zwei Mal - in den Spielzeiten 2003/04 und 2008/09 - verbuchte Gladbach zu diesem Zeitpunkt lediglich sieben Zähler. Den Klassenerhalt schafften sie beide Male. Auch das Torverhältnis (-16) der Borussia gibt noch keinen Anlass zur Sorge. Der Karlsruher SC hielt in der Saison 1965/66 die Klasse mit der Rekord-Negativ-Bilanz von 10:30!

Statistische Sicherheit für's Schwabenländle

Diese Statistik dürfte auch im Schwabenland für Erleichterung sorgen, weist der Vierzehnte aus Stuttgart doch als einziges Team in der unteren Tabellenhälfte ein positives Tore-Konto vor (+3)! Bliebe es im weiteren Saisonverlauf dabei, würde dies den sicheren Verbleib in Liga eins bedeuten.

In einer Rubrik ist der VfB nach dem ersten Saisondrittel übrigens ganz oben mit dabei: Für die erzielten 22 Treffer zeichneten zehn verschiedene Schützen verantwortlich. Nur Gladbach (17 Treffer), das ebenfalls zehn verschiedene Torschützen vorweist, und Leverkusen (elf Schützen) sind ähnlich schwer auszurechnen.

Auf wenige Schultern ist die Last des Toreschießens bei Hannover und Freiburg verteilt, wo sich bislang nur jeweils vier Spieler in die Torschützenliste eintragen konnten.

Gregor Nentwig