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Freiburg - Bei Bayer 04 Leverkusen ging man nach dem 0:0 beim SC Freiburg schnell wieder zur Tagesordnung über. Und das hatte zwei Gründe.

Zum einen war man sich in den Lagern beider Teams schnell über die Analyse des Spiels einig. Und zum anderen steht für die Rheinländer schon am Mittwoch das schwere Champions-League-Heimspiel gegen Benfica Lissabon auf dem Programm.

Sieben Mal Aluminium in sechs Spielen

Das Spiel gegen Freiburg bot allerdings einige Fingerzeige für Trainer Roger Schmid, der sich "hochzufrieden" mit seiner Mannschaft zeigte. "Viel besser als wir das getan haben, kann man in Unterzahl nicht spielen." Das stimmte, wie es allerdings auch stimmte, dass man bei solch einer spielerischen Überlegenheit besser mit seinen Chancen umgehen muss.

Allein Hakan Calhanoglu, Karim Bellarabi, Heung-Min Son und Stefan Kießling hatten genügend Möglichkeiten, um Bayern auf die Siegerstraße zu bringen. Doch entweder scheiterten sie am hervorragenden Freiburger Keeper Roman Bürki, oder hatten Pech: Gleich zwei Mal touchierte der Ball die Querlatte des Freiburger Tores - ein Déja-vu für die Leverkusener Spieler, die bislang sieben Mal in sechs Spielen Latte oder Pfosten trafen und damit in der Liga einen Spitzenwert aufgestellt haben.

"Zeit, dass wir unsere Kisten machen"

Doch Pech hin oder her, Lars Bender ist bereits zu lange Profi, um sich mit Faktoren auseinanderzusetzen, die er nicht selbst beeinflussen kann. "Es wird Zeit, dass wir unsere Kisten machen. Wir hätten hier auch in Unterzahl gewinnen können, schließlich haben wir kaum eine Torchance zugelassen." Tatsächlich konnte sich Bayer in Südbaden mal wieder auf seinen Defensive verlassen.

Eine einzige Torchance hatte der SC, der den frühen Platzverweis von Bayer-Innenverteidiger Emir Spahic (28.) nicht ansatzweise ausnutzen konnte. "Wir standen stabil und haben kaum etwas zugelassen. Wir fahren mit einem sehr guten Gefühl aus Freiburg weg", freute sich dann auch Bayer-Coach Roger Schmid, der das Spiel gegen Benfica "unbedingt gewinnen" möchte.

Toprak wieder einsatzbereit

Da die Sperre für Spahic nicht für internationale Spiele gilt, wird der Kroate am Mittwoch wohl in der Startelf stehen. In der Innenverteidigung wird er aller Voraussicht nach neben Ömer Toprak agieren, der am Samstag nach seiner Verletzungspause (Wade) eingewechselt wurde und sich nahtlos einfügte.

Eine Pause dürfte dafür der erst 18-jährige Tin Jedvaj eine Pause erhalten. Auch Sebastian Boenisch und Gonzalo Castro werden bis Mittwoch nicht fit sein und fallen weiter aus. Die Offensivreihe Calhanoglu-Son-Bellarabi-Kießling dürfte jedoch erneut auflaufen und versuchen, die Auftakt-Niederlage gegen den AS Monaco vergessen zu machen.

Obwohl man mit dem souveränen Tabellenführer der portugiesischen Liga auf einen starken Gegner trifft, stehen die Chancen gar nicht mal schlecht. Vorausgesetzt, Bayer geht in Sachen Chancenverwertung ein wenig abgebrühter zu Werke als zuletzt. Wie sagte doch Sportdirektor Rudi Völler in der Interviewzone des Freiburger Stadion so schön: "Wir müssen jetzt erstmal Kräfte sammeln, das ist in englischen Wochen das Allerwichtigste."

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf