Köln – Fin Bartels ist ein Spieler, der es versteht, seine Mitspieler glänzen zu lassen. Auf dem Feld und auch in der Mixed Zone. Nach dem 2:0 gegen Hertha BSC hatte ein Reporter die starke Leistung des Sturmduos Bartels/Kruse als Schlüssel zum Sieg identifiziert und den 30-Jährigen darauf angesprochen. "Der Erfolg liegt nicht an Max oder mir, sondern am ganzen Team", entgegnete Bartels zunächst, um dann noch nachzuschieben: "Obwohl Max im Moment natürlich ein bisschen heraussticht, der ist in sensationeller Form."

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Da wird ihm sicher niemand widersprechen, denn Kruses Statistiken sprechen für sich: Mit 17 Torbeteiligungen (zwölf Tore, fünf Assists) der beste Scorer der Rückrunde. Allein im April ließ es Kruse gleich acht Mal klingeln und lieferte zu fünf Treffern die Vorarbeit. Zudem war er an elf der letzten zwölf Bremer Tore direkt beteiligt. Was Bartels allerdings verschweigt, ist seine Rolle beim außergewöhnlichen Bremer Lauf und der Leistungsexplosion von Werders Toptorjäger. Kruse ist nämlich nicht der einzige Offensivspieler des SVW, der sich derzeit in sensationeller Form befindet.

Fünf Koproduktionen in sechs Spielen

In fünf der letzten sechs Spiele war Bartels an mindestens einem Treffer (drei Tore, drei Vorlagen) direkt beteiligt. Besonders auffällig: Alle seine Assists in diesem Zeitraum leistete er für Sturmpartner Max Kruse. Die Zusammenarbeit des neuen Bremer Sturmduos funktioniert aber in beide Richtungen, denn Kruse bereitete zuletzt zwei Bartels-Tore vor.

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Beispielhaft für das blinde Verständnis der beiden Offensivspieler steht das 1:0-Führungstor gegen Hertha BSC, bei dem Bartels und Kruse einen perfekten Zwei-Mann-Konter fahren – inklusive eines überragenden Kruse-Passes in die Spitze und einer eiskalten Verwertung von Bartels. "Sie wissen einfach, welche Laufwege der andere macht", erklärte Werder-Coach Alexander Nouri nach der Partie.

Gemeinsame Zeit beim FC St. Pauli

Und dieses Wissen ist kein Zufall: Schließlich spielten Bartels und Kruse schon von 2009 bis 2012 gemeinsam beim FC St. Pauli und feierten 2010 mit den Kiezkickern den Aufstieg in die Bundesliga. Sie kennen also das Gefühl, am Saisonende einen Grund zum Feiern zu haben. Derzeit tun sie alles dafür, dass es am 20. Mai eine große Bremer Sause geben wird. Die Qualifikation für die Europa League wäre nach der schwachen Hinserie eine großartige Leistung.

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Der nächste Schritt kann schon am Freitagabend in Köln gemacht werden. Und auch, wenn Fin Bartels wahrscheinlich energisch widersprechen würde: In der Offensive wird es wieder ganz besonders auf das kongeniale Sturmduo ankommen. Gut möglich, dass Bartels wieder als exzellenter Vorbereiter glänzt - auf dem Feld und am Mikro.

Florian Reinecke