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München - Milan Badelj heißt die neue "Allzweckwaffe" im Mittelfeld des Hamburger SV. Doch der kroatische Nationalspieler soll vorher noch seinem derzeitigen Verein Dinamo Zagreb dabei helfen, die Champions-League-Gruppenphase zu erreichen. Der HSV muss sich also noch bis Ende August gedulden, bevor Badelj aktiv in den Trainings- und Spielbetrieb eingreift. Für den gebürtigen Hamburger Ivan Klasnic, der zusammen mit dem 23-Jährigen in der Nationalmannschaft Kroatiens auflief, hat der HSV trotz der Verzögerung einen guten Fang gemacht.

"Milan Badelj ist ein talentierter und trotz seines jungen Alters bereis sehr erfahrener Spieler, der bei Dinamo Zagreb viel Erfolg hatte", sagt Klasnic bei bundesliga.de über den Neu-Hamburger. "Er ist ein spaßiger Typ, der hungrig auf Erfolg ist. Der HSV wird sehr viel Freude an ihm haben."

Sechs Titel in vier Jahren



Viel Freude hatte auch sein derzeitiger Verein Dinamo Zagreb an Badelj, der aus der eigenen Jugend stammt. Nach einer einjährigen Leihe in die dritte kroatische Liga zu Lokomotiva Zagreb wurde Badelj 2008 Stammspieler bei Dinamo. Der Taktgeber aus dem Mittelfeld gewann in den folgenden vier Jahren insgesamt vier Mal die kroatische Meisterschaft und zwei Mal den Pokal mit dem Hauptstadtclub.

"Milan ist ein sehr guter Techniker, der über ein super Passspiel verfügt. Er ist der Typ Spieler, der auf dem Platz überhaupt keine Hemmungen hat und jeden Ball haben will, selbst wenn es eng wird", sagt Mladen Petric über seinen Landsmann und Klasnic ergänzt: "Seine Umschaltfähigkeit von Defensive auf Offensive ist eine große Stärke von ihm."

"Er lenkt das Spiel von weiter hinten"



Insgesamt absolvierte Badelj 163 Pflichspiele für Zagreb und erzielte 29 Tore, was ihm den Weg in die kroatische Nationalmannschaft ebnete. Im Gegensatz zu den erfahrenen Spielern Klasnic und Petric wurde Badelj von Slaven Bilic in den kroatischen EM-Kader berufen. Zwar durfte der Mittelfeldspieler in Polen und der Ukraine nicht aktiv ins Geschehen eingreifen, dennoch ist sich Klasnic sicher, dass er viel dazu gelernt und sein fünftes A-Länderspiel schnell auf dem Konto hat.

"Es war für ihn bestimmt eine gute Erfahrung das alles mitgemacht zu haben", sagt der Ex-Bremer. "Er ist für die Nationalmannschaft sehr wichtig und wird auch in naher Zukunft spielen, da bin ich mir sicher. Aber er ist auch noch jung und muss geduldig auf seine Chance warten. Er ist ein ruhiger Typ, der weiss was er will."

Und der HSV weiss, was er von ihm will. "Er hat etwas, was wir bislang in unserem Kader noch nicht haben. Er ist ein Spielmacher, aber kein klassischer 'Zehner'. Er lenkt das Spiel eher von weiter hinten, ist ein intelligenter Spieler mit einem sehr guten Passspiel", lobt HSV-Sportchef Frank Arnesen den Neuzugang.

Die Eingewöhnungszeit fehlt



Auch die Tatsache, dass Badelj erst Ende August zum HSV stößt und damit die ersten drei Pflichtspiele der Saison verpasst, setzt die Verantwortlichen nicht unter Druck. "Natürlich hätte ich ihn gerne früher bei uns gesehen, aber das können wir nicht ändern. Er ist eine Investition in die Zukunft", sagt Hamburgs Trainer Torsten Fink.

Klasnic sieht das Fehlen von Badelj in der Vorbereitung mit gemischten Gefühlen. "Er wird eine Weile brauchen, um sich einzuleben. Wenn der HSV gut startet, wird er mehr Zeit zur Verfügung haben und langsamer an das Team herangeführt werden. Falls das nicht der Fall ist, sind seine Qualitäten früher gefragt."

Die sind jetzt auch erstmal noch in den Play-offs zur Champions League gefragt. Sollte die Qualifikation gelingen, würde sich für Badelj ein Kreis schließen. Schließlich debütierte der Mittelfeldspieler für Dinamo Zagreb ebenfalls in der Qualifikation zur Champions League. Damals reichte es nicht zum Erreichen der Gruppenphase. Dieses Mal soll es unbedingt gelingen. Allein damit sich die verspätete Ankunft in Hamburg lohnt.

Steffen Hoss