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Versöhnlicher Jahresabschluss für Werder Bremen: Die "Grün-Weißen" setzten sich am letzten Spieltag vor der Winterpause mit 2:1 gegen den VfL Wolfsburg durch und dürfen sich mit einem leichten Aufwärtstrend im Gepäck in den Weihnachtsurlaub verabschieden.

"Wir sind froh, dass wir einen positiven Abschluss gefunden haben. Wir haben Inter Mailand unter der Woche mit 2:1 geschlagen, überwintern im UEFA-Pokal und auch in der Bundesliga haben wir uns mit dem Sieg gegen Wolfsburg eine Ausgangposition geschaffen, aus der sich noch einmal angreifen lässt", sagte Sportdirektor Klaus Allofs.

Werder zeigt Siegeswillen

Dabei erwischte Werder einen denkbar schlechten Start in die Begegnung: Bremen lag schon nach drei Minuten mit 0:1 hinten und das Auf und Ab der vergangenen Wochen, das sich wie ein roter Faden durch die Hinserie zog, schien auch nicht vor dem 17. Spieltag halt zu machen.

Doch die Schaaf-Elf steckte nicht auf, zeigte Moral und drehte die Partie. "Es fing schlecht an mit dem Gegentor, aber wir haben einfach unser Spiel durchgezogen, auf den Ausgleich gedrängt und das Tor gemacht. Wir wollten unbedingt gewinnen, deswegen haben wir weiter Druck erzeugt und letztendlich auch verdient gewonnen", resümierte Torsten Frings.

"Wenn die Einstellung stimmt, sind wir fast nicht zu schlagen"

Der Nationalspieler darf jenes positive Fazit unter anderem ziehen, weil seine Mannschaft sich nicht von der personellen Ausgangslage beirren ließ. Werder musste auf seine erfolgreichsten Torschützen verzichten: Diego (acht Tore) und Claudio Pizarro (zehn Treffer) wurden vom Sportgerichtshof des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen unsportlichen Verhaltens gesperrt und standen gegen den VfL nicht zur Verfügung.

Werder rückte, wie von der Vereinsführung zuletzt häufig gefordert, als Mannschaft zusammen und machte die personellen Defizite mit dem unbedingten Siegeswillen wett. "Wer auf dem Platz steht ist nicht wichtig. Was zählt ist die Einstellung. Wenn die Einstellung bei jedem Einzelnen stimmt, sind wir fast nicht zu schlagen", analysiert Frings.

Özil zum Spieler des Spiels gewählt

Gut geschlagen hat sich in jedem Fall Mesut Özil. Werders drahtiger Mittelfeldflitzer agierte gegen Wolfsburg als Diego-Ersatz auf der Spielmacherposition, bereitete beide Bremer Treffer vor und wurde von den Journalisten folgerichtig zum Spieler des Spiels gewählt.

"Ich freue mich über die Auszeichnung, aber wichtiger ist, dass wir als Mannschaft gewonnen haben", hebt der 20-Jährige das Kollektiv hervor. Özil wechselte im Januar 2008 von Schalke 04 an die Weser, ist trotz Werders Berg- und Talfahrt ein Gewinner der Hinrunde und wird bereits als Diego-Nachfolger gehandelt.

"Diego und ich sind unterschiedliche Spieler und schwierig zu vergleichen. Er ist ein genialer Fußballer, aber ich glaube, dass auch ich Potenzial habe", übt sich der U-21-Nationalspieler in Bescheidenheit.

Mit Aufwärtstrend in den Winterurlaub

Für Özil und Co. steht nun erst einmal der verdiente Weihnachtsurlaub auf dem Programm, obwohl es den Werderanern durchaus recht sein könnte, ohne Pause weiterzumachen und die Mini-Serie von zwei Siegen in Folge auszubauen.

"Wir sind schon froh, dass wir jetzt ein bisschen zur Ruhe kommen können. Auf der anderen Seite sind da gleichzeitig so viele Dinge, die man anpacken will. Da möchte man schon am liebsten gleich weitermachen", ist Werders Cheftrainer Thomas Schaaf hin und her gerissen.

"Wir werden die Hinserie jetzt erstmal sacken lassen und die Eindrücke verarbeiten. Im neuen Jahr erwarten uns viele Aufgaben, die wir sehr intensiv angehen werden", verspricht der Coach.

Aus Bremen berichtet Timo Strömer