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Beim VfB Stuttgart erinnert man sich gern an den 13. Dezember zurück, an das 2:2 dank Sami Khediras "Doppelpack" gegen die Bayern. Entsprechend selbstbewusst geben sich die Stuttgarter vor der Revanche.

"Endlich geht es los. Wir haben Großes vor in der Rückrunde und wollen auch im Pokal weiterkommen. Ich bin überzeugt: Wir können das Spiel gewinnen", sagte Teamchef Markus Babbel.

Blitzgenesung beim VfB

Aber nicht nur er verbreitet Optimismus. "Wir wissen natürlich, wer da zu uns kommt: Der Meister, der Double-Favorit, der Mitfavorit auf die Champions League. Aber wir sind gut vorbereitet", sagte VfB-Manager Horst Heldt dem "Münchner Merkur" und ergänzte: "Wir wollen ins Pokal-Endspiel. Da sind wir wie die Bayern, die ja auch sagen: Auf dem Weg zum Titel muss man aus dem Weg räumen, wer kommt."

Allein der Name des Kontrahenten hat die jüngsten Personalsorgen bei den Gastgebern, die noch am vergangenen Donnerstag ein Testspiel gegen den Zweitligisten 1860 München wegen zahlreicher Blessuren abgesagt hatten, weitgehend vertrieben. "Gegen den FC Bayern sind alle Wehwehchen auskuriert und vergessen. Da will keiner fehlen", berichtete Heldt. Allerdings werden Ludovic Magnin (muskuläre Probleme), Neuzugang Timo Gebhart (Trainingsrückstand) und Cacau (Nierenkolik) ausfallen. Die Bayern müssen auf Daniel van Buyten (Magen-Darm-Infekt), Lukas Podolski und Toni Kroos (beide Aufbautraining) verzichten.

Hoffmann träumt vom Titel

Im Schatten des Topspiels stehen die übrigen drei Pokal-Begegnungen am Dienstag (alle Partien ab 18:45 Uhr im Live-Ticker!). Der Hamburger SV, der die Bayern am Freitag zum Bundesliga-Rückrundenstart empfängt, trifft in seiner "Münchner Woche" im Pokal auf 1860. Schalke 04 muss beim einzig verbliebenen Drittligisten und Pokalschreck Carl Zeiss Jena antreten. Zudem kommt es zum Zweitliga-Duell der beiden Aufstiegsaspiranten SC Freiburg und 1. FSV Mainz 05.

Der HSV will 22 Jahre nach dem letzten Pokalsieg an alte Erfolge anknüpfen. "Ich träume ganz heimlich davon, dass wir in diesem Jahr Pokalsieger werden. Die Uhr seit unserem letzten Titelgewinn tickt, die wollen wir endlich stoppen", sagt Clubchef Bernd Hoffmann. "Wir wollen weiter in allen drei Wettbewerben vertreten sein", gab HSV-Kapitän David Jarolim stellvertretend für seine Mannschaftskollegen das Ziel Viertelfinale aus. Allerdings hoffen die "Löwen" nicht nur wegen der Rückkehr der wiedergenesenen Lars Bender und Daniel Bierofka auf einen Erfolg in der Hansestadt.

Petric wieder fit

Hamburgs Trainer Martin Jol zeigt besonders vor der Defensive der Münchener Respekt. "Das wird nicht leicht. Immerhin haben sie mit nur 17 Gegentoren die zweitbeste Abwehr der 2. Bundesliga", sagte der Niederländer.

Den Abwehrriegel könnte einmal mehr Mladen Petric knacken. Der Kroate war in der letzten Runde mit seinen beiden Toren der Matchwinner gegen den VfL Bochum (2:0) und steht nach seinen Wadenproblemen auch gegen 1860 wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Auch alle anderen Akteure meldeten sich für den Pokalhit einsatzbereit.

Engelaar und Kobiashvili zurück

Bei Schalke 04 appellierte Manager Andreas Müller eindringlich an die Mannschaft. "Wir brauchen gute Ergebnisse und ich erwarte, dass die Mannschaft den Schalter endlich umlegt." Zuletzt gab es gegen unterklassige Gegner in vier Tests nur einen Sieg. Immerhion kann Trainer Fred Rutten wieder mit den beiden Mittelfeldspielern Orlando Engelaar und Levan Kobiashvili planen. Beide kehrten am Sonntag ins Mannschaftstraining zurück.

Engelaar hatte zuletzt wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel zweieinhalb Wochen pausieren müssen, der Georgier Kobiashvili fehlte eine Woche lang wegen Adduktorenbeschwerden. Noch nicht wieder fit ist Christian Pander, der weiterhin über Knieprobleme klagt.

Der letztjährige Pokalhalbfinalist Jena plant derweil die nächste Sensation. "Wir können doch nur gewinnen. Wir werden befreit aufspielen und das Duell gegen Schalke genießen", sagte Trainer Rene van Eck. Sein Team konnte zwar wegen des Tauwetters kein Testspiel absolvieren und nur am Tag vor dem Schalke-Spiel einmal auf Naturrasen trainieren. Doch die Unterstützung der Fans soll die Defizite gegenüber Schalkes Topteam wettmachen. Dank einer mobilen Zusatztribüne wird die Rekordkulisse von 17.600 Zuschauern das Spiel verfolgen.

Dutt will gegen Mainz "ein Zeichen setzen"

Der Vergleich zwischen dem SC Freiburg und dem 1. FSV Mainz 05 ist der erste im Pokal-Wettbewerb überhaupt. Mit einem Sieg gegen die 05er würde der SC zum sechsten Mal den Sprung ins Viertelfinale schaffen. "Wir freuen uns natürlich auf dieses Spiel", sagt SC-Coach Robin Dutt, "denn wir wollen nicht nur weiterkommen, sondern die Chance nutzen, gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Aufstiegsplätze schon im Pokal ein Zeichen zu setzen.

Personell steht noch ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Torhüter Simon Pouplin (Adduktorenprobleme) Als Ersatz stünde Michael Langer bereit. Definitiv fehlen wird Ömer Toprak. Der 19-jährige Innenverteidiger musste zuletzt wegen einer Fußprellung pausieren, nachdem sich glücklicherweise der erste Verdacht auf einen Mittelfußbruch nicht bestätigte. Stürmer Mohamadou Idrissou plant Dutt gegen Mainz hingegen für seine Startformation ein, nachdem der Kameruner seinen Infekt überwunden hat.

Andersen hofft auf Soto

Mainz-Coach Andersen zeigt zwar Respekt vor den Badenern, rechnet sich aber durchaus Chancen auf den Viertelfinaleinzug aus: "Ich habe sie gegen Stuttgart beim 2:2 gesehen, sie haben in der Vorbereitung tolle Resultate hingelegt und keine Niederlage in den Testspielen eingefahren. Wir haben in der Vorrunde aber gezeigt, dass man auch gegen Freiburg gewinnen kann, warum sollte es uns nicht zwei Mal gelingen?"

Verzichten muss der Norweger definitiv auf Srdjan Baljak, der ebenso wie Elkin Soto mit muskulären Problemen zu kämpfen hat. Doch beim Kolumbianer besteht zumindest Hoffnung auf einen Einsatz, am Montag ist Soto wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.