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München - Tobias Mikkelsen und die Spielvereinigung Greuther Fürth haben etwas gemeinsam. Sowohl der Spieler als auch sein neuer Verein haben ihre ganz speziellen Erfahrungen im Aufstiegskampf gemacht. Die ehemals "unaufsteigbaren" Fürther mühten sich 15 Jahre lang, bis sie den Sprung in die Bundesliga packten. Mikkelsen hingegen ist ein doppelter Aufstiegsheld, der für zwei Klassensprünge gerade einmal drei Jahre benötigte.

Im Zeitraum von 2004 bis 2007 gelang ihm mit seinem damaligen Club Lyngby BK der Durchmarsch bis in die höchste dänische Liga. Doch Mikkelsen ist nicht nur ein Aufstiegsexperte, er kommt auch als EM-Fahrer und Meister ins Frankenland.

Mikkelsen, der neue Rommedahl?



Mit zwei Vorlagen hatte der offensive Mittelfeldspieler großen Anteil daran, dass der FC Nordsjaelland, Mikkelsens vorheriger Verein, am letzten Spieltag der vergangenen Spielzeit zum ersten Mal dänischer Champion wurde. Sieben Tore und sieben Vorlage steuerte der 25-Jährige zum größten Erfolg in der Historie des Clubs bei. Seine Leistungen ebneten ihm den Weg in den EM-Kader Dänemarks. "Es war einfach verrückt", sagte Mikkelsen nach dem Gewinn der Meisterschaft und der Nominierung für den 23-Mann-Kader von Nationatrainer Morten Olsen.

Zuvor hatte Mikkelsen lediglich drei Mal für "Danish Dynamite" auf dem Feld gestanden. Bei seinem Debüt gegen Finnland legte er das 2:1-Siegtor von Nicklas Bendtner auf. "Mikkelsen könnte einer der zukünftigen festen Nationalspieler werden", erklärt Olsen. "Wir brauchen einen schnellen Stürmer, wenn wir Rommedahl mal verlieren sollten." Dies war schon während der Europameisterschaft der Fall und verhalf Mikkelsen zu Einsätzen in allen drei Gruppenspielen.

Um sich dauerhaft auf höherem Niveau zu beweisen, schlägt Mikkelsen nun sogar die Champions-League-Teilnahme aus, die ihm mit Nordsjaelland zugestanden hätte und wechselt zum Bundesligaaufsteiger aus Fürth. "Es ist für meine Karriere genau der richtige Schritt. Die Bundesliga ist für mich wie jede Woche Champions League spielen", sagte Mikkelsen gegenüber der "Bild".

Neue Variante für Büskens



Mikkelsen soll das Offensivspiel der Franken variabler gestalten. Ob auf der linken oder der rechten Außenbahn, der Däne fühlt sich auf beiden Seiten wohl. Auch Mike Büskens sagt: "Es wird Spiele geben, bei denen wir uns dem Gegner anpassen müssen." Der Trainer hat mit dem Neuzugang nun eine Alternative mehr, um sein bevorzugtes 4-4-2-System entsprechend abzuändern.

Vor allem gegen größere Clubs könnte Fürth defensiver auflaufen - und von denen gibt es in der Bundesliga eine ganze Menge. Der Abstiegskampf steht an - jetzt kann Mikkelsen beweisen, dass er nicht nur Aufstiege und Meisterschaften feiern kann. Denn nur um den Klassenerhalt wird es für die Fürther in der neuen Saison gehen. Und um die eigene Qualität zu testen, kommt am ein guter Prüfstein. Gegner wird Champions-League-Teilnehmer Bayern München sein.

Steffen Hoss