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Kaiserslautern - Durch das fulminante 5:0 gegen den FC Schalke 04 untermauert der Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern seinen Anspruch, in der Bundesliga konkurrenzfähig zu sein. Nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen wächst in der Pfalz die Hoffnung, auch in der nächsten Saison erstklassig zu sein.

"Wir genießen den Moment, wissen aber, dass wir noch nichts erreicht zu haben", erklärte Marco Kurz nach dem beeindruckenden Spektakel gegen Schalke. Diese gelassene Sachlichkeit des Trainers wirkte auch in einer durch Rückschläge gepflasterten Phase beruhigend auf die - gemessen an Erstligaeinsätzen - unerfahrene Mannschaft des FCK.

Erstaunlich reifer Zustand

Die jüngsten Erfolgserlebnisse stärken nun das Selbstvertrauen eines Kaders, dem vor der Saison außerhalb der Pfalz nur wenige eine Rolle zugetraut hatten, wie er sie derzeit in der Liga spielt. Als Lern- und Entwicklungsprozess hatte Kurz die Runde für seine Spieler überschrieben. Dabei können sie nach nun 14 Spielen bereits auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Die Vorgabe, die eigenen Grenzen immer weiter nach oben setzen zu wollen und sich von sieglosen Phasen nicht entmutigen zu lassen, hat die Mannschaft in einen erstaunlich reifen Zustand versetzt.

"Wir sehen die Saison als Entwicklungsprozess. Wichtig ist, dass wir in den letzten Wochen gemerkt haben, dass wir stetig besser werden", sagt Srdjan Lakic. Der Mittelstürmer aus Kroatien erzielte gegen Schalke seine Saisontreffer acht und neun und gehört damit zu den treffsichersten Angreifern der Liga. Neben den unabdingbaren Tugenden für einen Aufsteiger wie Leidenschaft, Laufbereitschaft und aggressives Zweikampfverhalten, überzeugt der FCK mittlerweile auch spielerisch.

Tiffert, Ilicevic und Co. überzeugen

Das liegt auch an Christian Tiffert, der im zentralen Mittelfeld seit Saisonbeginn herausragende Leistungen zeigt. Gegen Schalke bereitete er die ersten drei Treffer vor, insgesamt gab der ehemalige U-21-Nationalspieler schon neun Vorlagen, die zu Toren geführt haben. Aber auch andere Profis zeigen eine positive persönliche Entwicklung.

Flügelflitzer Ivo Ilicevic hat sich durch sein risikoreiches Spiel in die Herzen der FCK-Fans gedribbelt und verwandelte gegen Schalke einen Elfmeter zum 4:0. Immer gefestigter wirkt auch die Abwehr, in der Mathias Abel nach langer Verletzungspause den verletzten Rodnei gut vertritt und Kapitän Martin Amedick auch endlich wieder einmal per Kopf ein Tor erzielt hat gegen Schalke. Auch Torwart Tobias Sippel wirkt nach einer Schwächephase wieder souverän.

Lakic beweist Realismus

Besonders gefreut über sein Tor gegen Schalke hat sich Jan Moravek, der für ein Jahr von "Königsblau" an die "Roten Teufel" ausgeliehen ist. Das große Nachwuchstalent des tschechischen Fußballs hat sich nach anfänglichen Problemen mittlerweile an die Tempohärte der Bundesliga gewöhnt. "Ich bin natürlich sehr zufrieden", sagt der 21-Jährige. Die Aussichten sind bei drei ausstehenden Spielen und der Pokalaufgabe beim Drittligisten TuS Koblenz bis Weihnachten positiv.

Aber der umworbene Lakic, dessen Vertrag am Ende der Runde ausläuft, sagt: "Wir können unsere Position noch verbessern, aber wir können uns auch einiges kaputt machen." Derart geerdeter Realismus hat noch keinem geschadet, besonders nicht einem Aufsteiger im Aufwind.

Aus Kaiserslautern berichtet Tobias Schächter