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München - Nach acht Spieltagen sollte die Tabelle der Bundesliga so langsam Formen annehmen, aber insbesondere in der oberen Tabellenhälfte drängeln sich die Clubs. Gleich acht Teams rangieren innerhalb eines Punkteabstands von nur drei Zählern.

Derweil müssen die Teams im Tabellenkeller aufpassen, dass sie nicht den Anschluss verlieren. Da kommt die Länderspielpause ganz gut, um neue Kraft zu tanken. Allerdings ist die Tabelle nicht das einzige Indiz dafür, bei welchen Clubs es gerade läuft oder auch nicht. bundesliga.de hat einen Blick in die Datenbank geworfen und erklärt, welche Teams derzeit sehr gute Leistungen abrufen und wer noch Luft nach oben hat. Teil 2 nennt die Clubs, die momentan gut drauf sind.

Borussia Dortmund:

Der Deutsche Meister hatte einen eindrucksvollen Saisonstart mit dem 3:1 gegen den Hamburger SV, bei dem er viel Lob für seine Spielweise einheimste. Doch bereits gegen 1899 Hoffenheim eine Woche später gab es die erste Niederlage. Dortmund ist derzeit eine Wundertüte, mal gibt es überzeugende Auftritte wie gegen Augsburg, zuvor war auch mal eine Heimniederlage gegen Aufsteiger Hertha BSC dabei.

Wie im Meisterjahr ist erneut die Trefferquote noch nicht berauschend, nur 9,2 Prozent der Schüsse landen schließlich im Netz. Allerdings feuerten die Borussen mit 142 auch die meisten Torschüsse ab. Verbesserungspotenzial gibt es auch in der Zweikampfbilanz. Nach Mainz (1904) nehmen die Dortmunder die meisten Duelle auf (1825), gewinnen davon aber nur 48,9 Prozent. Durch Verletzungen und Sperren musste der BVB aber zu Saisonbeginn häufig umstellen, mit den "Rückkehrern" wie Lucas Barrios und Mario Götze könnte das Auf und Ab der letzten Wochen bald ein Ende haben.

VfB Stuttgart:

Ein Wechselbad der Gefühle durchlaufen derzeit auch die Fans des VfB, denn mal zeigen die Stuttgarter überzeugende 3:0-Heimsiege gegen Schalke oder Hannover, dann gibt es eine 1:2-Niederlage gegen den Tabellenletzten aus Hamburg. Eine einfache Erklärung für diese ambivalente Leistung sucht man in den Daten vergeblich, denn der VfB fällt in keiner Statistik wie Zweikampfbilanz, Torschussquote oder Passgenauigkeit aus der Rolle. Gräbt man etwas tiefer, findet man den Schlüssel zum Erfolg der Schwaben. Jede Partie, in der die Stuttgarter mehr Kilometer zurücklegten als ihre Gegner, haben sie gewonnen.

"Das Ziel ist, in jedem Spiel eine Mannschaft auf den Platz zu bringen, die alles gibt", weiß auch Trainer Bruno Labbadia, dass der Einsatz stimmen muss. Vor allem müssen die Schwaben daran arbeiten, den Gegnern Tormöglichkeiten zu bieten. Zwar kassierte der VfB erst sechs Gegentore, aber mit 41 gegnerischen Torschüssen nach acht Spieltagen rangiert das Team im unteren Drittel dieser Statistik. "Das müssen wir schnell wieder abstellen", analysiert Martin Harnik.

1899 Hoffenheim:



Die Elf von Holger Stanislawski war das erste Team in dieser Saison, das dem FC Bayern richtig Kontra gegeben hat. FCB-Keeper Manuel Neuer musste gleich fünf Torschüsse abwehren, so viel wie in keinem anderen Spiel in dieser Saison. Die Hoffenheimer sind also gut drauf, für eine Top-Platzierung reicht es trotzdem noch nicht, momentan ist es Platz 8. Das liegt auch an der durchwachsenen Chancenverwertung von nur 9,2 Prozent.

Zudem verteilen sich elf der zwölf Saisontore auf lediglich drei Spieler - Roberto Firmino, Sejad Salihovic und Ryan Babel, hinzu kommt ein Eigentor des Gegners. 1899 kassiert mit 43 Prozent auch einen großen Anteil der Gegentore nach Standardsituationen. Daran wird der neue Coach Stanislawski sicher noch feilen, sein Einstand im Kraichgau verlief aber vielversprechend.

Bayer Leverkusen:

Auch bei Bayer Leverkusen gibt es einen neuen Coach, und Robin Dutt musste schon ein paar Höhen und Tiefen durchmachen. Die bittere Niederlage im Derby gegen Köln, der schwache Auftritt beim FC Bayern und dann doch zuletzt gute Partien gegen Genk in der Champions League und gegen Wolfsburg. Die "Werkself" überzeugt vor allem durch ihr Passspiel, 85 Prozent der Bälle kommen beim Mitspieler an. Auch die Torschüsse fliegen mit knapp 43 Prozent recht zielgenau aufs gegnerische Tor.

Qualität im Mittelfeld ist auch nach dem Weggang von Arturo Vidal noch in Fülle vorhanden, vor allem wenn Michael Ballacks Formkurve weiterhin nach oben zeigt. Zwei gelungene Auftritte in der Champions League gegen Chelsea und Genk, dazu eine starke Leistung beim 3:1 gegen Wolfsburg mit 86 Ballkontakten und drei Torschüssen. Probleme tauchen bei der "Werkself" zumeist nur in der Viererkette auf, insbesondere wenn Dutt aufgrund von Verletzungen und Sperren umstellen muss, wie auch gegen Köln und Bayern.

1. FC Nürnberg

In der Vorsaison spielte der FCN lange Zeit um die internationalen Plätze mit, allerdings verlief auch hier der Saisonstart holprig. Nach acht Spieltagen in dieser Saison lässt sich ebenfalls noch nicht genau abschätzen, wohin der Weg des "Clubs" geht. Die Passgenauigkeit ist mit 77 Prozent unterdurchschnittlich, auch von den Flanken kommt nur rund jede zehnte an.

Dafür gewinnen die Franken mehr als die Hälfte ihrer Zweikämpfe und haben erst 29 gegnerische Torschüsse zugelassen, das ist der drittbeste Wert der Liga. Zudem haben mit Andreas Wolf, Ilkay Gündogan, Mehmet Ekici und Julian Schieber gleich vier Leistungsträger der Vorsaison den "Club" verlassen. Neuzugänge wie Tomas Pekhart und Markus Feulner fügten sich aber gleich gut ein, mit Albert Bunjaku und Alexander Esswein haben die Nürnberger zudem zwei weitere "echte" Torjäger in ihren Reihen, die die Trefferquote von nur acht Prozent allerdings aufbessern müssten.

1. FC Köln:

Die Saison ist für die Kölner Fans jetzt schon eine gute, denn am 6. Spieltag gab es einen überragenden 4:1-Erfolg gegen den Nachbarn aus Leverkusen. Ansonsten fehlt es noch etwas an Konstanz in der FC-Mannschaft. Lukas Podolski und Milivoje Novakovic haben zusammen bereits zwölf Scorerpunkte gesammelt, aber von den Kollegen sorgt nur noch Mato Jajalo für Torgefahr.

Die Kölner haben mit insgesamt 65 Versuchen aus acht Partien die wenigsten Torschüsse aller Bundesliga-Clubs abgegeben, andererseits war jeder fünfte Versuch auch drin - 20 Prozent sind Ligabestwert. Insbesondere bei Hereingaben wie Flanken und Ecken haben die Kölner noch Steigerungsbedarf, denn von den Flanken kommen nur 15 Prozent an, bei den Ecken ist es immerhin ein Viertel (25,8 Prozent). Der neue Coach Stale Solbakken hat also noch etwas Arbeit vor sich.

Jessica Pulter

Hier geht es zum ersten Teil: In Top-Form

Hier geht es zum dritten Teil: Luft nach oben