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Den Halbfinal-Triumph in der "Königsklasse" abhaken, den Meisterschaftskampf gegen Königsblau annehmen: Vier Tage nach dem Finaleinzug in der Champions League kann Rekordmeister Bayern München am vorletzten Spieltag der Bundesliga einen weiteren großen Schritt in Richtung des historischen "Triples" machen.

Um Verfolger Schalke 04 in Schach zu halten, müssen sich die Bayern allerdings gedanklich von der großen europäischen Bühne verabschieden. Der Gegner am Samstag heißt nämlich VfL Bochum - und der Abstiegskandidat hat mit einer Trainerentlassung für Furore gesorgt.

"Wir haben noch nichts gewonnen"

"Wir müssen gegen Bochum wieder hochkonzentriert sein. Wir haben noch nichts gewonnen. Wir können aber noch alles verlieren", erklärte Bayerns Trainer Louis van Gaal. Der Niederländer, dessen Gegenüber nicht mehr Heiko Herrlich, sondern Interimscoach Dariusz Wosz sein wird, warnte angesichts der Punktgleichheit mit Schalke vor Überheblichkeit: "Wenn wir jetzt alles verlieren, spricht niemand mehr über Bayern München."

Derzeit redet allerdings ganz Fußball-Deutschland über die Bayern, die mit vier Siegen in den den vier ausstehenden Pflichtspielen als erste deutsche Mannschaft das aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Triumph bestehende "Triple" gewinnen können. Sogar die Chefetage hat schon mit dem Träumen begonnen.

Historische Saison für die Bayern?

"Wir haben alle Möglichkeiten, alles zu gewinnen. Es ist eine Saison, die historisch werden kann", erklärte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, dessen Hoffnungen nicht zuletzt auf der besseren Tordifferenz der Bayern (+37) im Vergleich zu Schalke (+24) ruhen: "Der FC Bayern ist nach wie vor in der Pole Position. Aufgrund der hervorragenden Tordifferenz haben wir es selbst in der Hand, die Meisterschaft zu holen."

Schalkes Trainer Felix Magath sieht die Ausgangsposition allerdings ein wenig anders. "Wir sind im Endspurt in der besseren Position", sagte der Coach: "Wenn die Bayern Zweiter würden, wäre das schlimm für sie. Für uns wäre der 2. Platz ein Erfolg. Das ist eine wunderbare Situation." Der Einzug der Münchner ins Finale der Champions League passt genau in Magaths Planungen. "Durch diese Belastung wartet auf jeden Fall noch ein Unentschieden in der Liga auf sie", prophezeite er vor der Partie gegen Werder Bremen.

Der Kampf um die Fleischtöpfe

Hinter den Bayern und Schalke kämpfen Bremen (57 Punkte), Bayer Leverkusen (57), Borussia Dortmund (56) und der VfB Stuttgart (53) um den den Platz in der Champions-League-Qualifikation. Im Vorfeld des vorletzten Spieltags eröffnete Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser die Psycho-Spielchen.

"Bremen ist nervös", meinte Holzhäuser, dessen Club gegen den designierten Absteiger Hertha BSC die vermeintlich leichtestes Aufgabe hat. Werder-Kapitän Torsten Frings ließ sich von Holzhäuser aber nicht provozieren: "Wir sind solche Drucksituationen gewöhnt und werden damit gut fertig werden."

Lehmann will sich "anständig" verabschieden

Chancen rechnen sich auch die Dortmunder noch aus. "Wir wollen ein überragendes Jahr noch veredeln", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem Spiel gegen den entthronten Meister VfL Wolfsburg.

Die schlechtesten Aussichten hat der VfB, bei dem sich Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 von den eigenen Fans verabschieden wird. "Mir ist es wichtig, mit dem VfB noch ins internationale Geschäft zu kommen, schließlich will ich meine Karriere nicht im Mittelmaß beenden", sagte der 40-Jährige.


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