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Dortmund - Mit einem souveränen 2:0-Sieg über Dresden ist Borussia Dortmund in die nächste Pokalrunde eingezogen. Für Sven Bender war der Erfolg vor allem eine Frage der Geduld.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Bender über Konzentration und Konter, Dosenöffner und die Doppelsechs im Dortmunder Mittelfeld, in dem er zusammen mit Sebastian Kehl erfolgreich die Fäden zieht.

bundesliga.de: Sven Bender, war die schwerste Aufgabe in diesem Spiel, geduldig zu bleiben?

Sven Bender: Das gehörte auf jeden Fall mit dazu. In so einem Spiel ist es nicht immer einfach, konzentriert zu bleiben und geduldig Fußball zu spielen. Der Gegner stand sehr tief und kompakt und hat mit Mann und Maus verteidigt. Und wir haben ja schon gesehen, was Dresden im Pokal mit anderen Mannschaften gemacht hat. Wir wussten, dass sie uns Probleme machen, wenn sie einen Konter setzen können. Aber wir haben geduldig gespielt und auf die Lücke gewartet.

bundesliga.de: Diese Lücke war dann erstmals nach einer Standardsituation da.

Bender: Das gehört auch dazu und kann auch der Dosenöffner in so einem Spiel sein. Man muss dann auch mal aus der zweiten Reihe schießen, so eine Ecke erzwingen und anschließend die Chance zum Tor nach der Standardsituation nutzen. Es war auf jeden Fall sehr, sehr wichtig, nicht zu ungestüm anzurennen und nicht die Geduld zu verlieren.

bundesliga.de: Haben Sie zuvor schon mal gegen einen Gegner gespielt, der mit einer Fünfer-Abwehrreihe verteidigt?

Bender: Das muss wirklich lange her sein. Wenn es so war, kann ich mich daran nicht mehr richtig erinnern. Aber es ist ja legitim, dass Dresden sich für diese Taktik entschieden hat. Es war ihre Idee, wie sie in Dortmund bestehen wollten. Und eigentlich ist es für Dynamo auch gar nicht so schlecht gelaufen. Sie haben das über weite Strecken gut gelöst. Dass es trotzdem für sie schwer werden würde, bei uns zu gewinnen, war ihnen sicher auch vorher klar. Dass sie dafür einen sehr, sehr guten Tag hätten erwischen müssen, war auch klar.

bundesliga.de: Hatte der BVB sich vorher auf einen derart defensiven Gegner eingestellt?

Bender: Uns war natürlich bewusst, dass Dresden nicht mit elf Mann nach vorne stürmen wird. Wir haben sie mit einer defensiven Grundordnung erwartet, aus der heraus sie immer wieder zu kontern versuchen. Man hat das in der zweiten Halbzeit auch gesehen. Da waren die Ansätze zum Kontern da, aber wir konnten es letztlich immer noch unterbinden. Wären wir da nicht zu hundert Prozent konzentriert gewesen, hätte es gefährlich werden können.

bundesliga.de: Beim BVB funktioniert die Doppelsechs im Mittelfeld mit Ihnen und Sebastian Kehl offenbar auch offensiv sehr gut, obwohl Sie beide eigentlich defensiv orientierte Spieler sind.

Bender: Das ist vielleicht der Vorteil, wenn man zwei defensiv denkende Spieler hat. Der eine bleibt immer auf seiner Position, der andere erkennt das und schaltet sich mit in den Angriff ein. Ich hatte für mich auch das Gefühl, dass ich in den letzten beiden Spielen häufig vorne mitmischen konnte, was vorher nicht so der Fall war. Das hat zuletzt wirklich sehr gut geklappt. Sebastian und ich haben ein sehr gutes Verständnis auf dem Platz.

bundesliga.de: Und vorne trifft Robert Lewandowski fast nach Belieben, jetzt auch wieder gegen Dresden.

Bender: Ich glaube, mit dem Spiel gegen Augsburg ist bei ihm der Knoten geplatzt. Seitdem trifft er in fast jedem Spiel und hat dabei auch ganz wichtige Tore gemacht. Außerdem ist er für uns eine wichtige Anspielstation in der Offensive. Man merkt ihm an, dass er jetzt sehr selbstbewusst auftritt. Für einen Stürmer ist es eben auch wichtig, regelmäßig zu treffen. Und momentan läuft es für ihn richtig gut. Ich hoffe, das hält so an. Er hilft uns zurzeit wirklich enorm weiter.

bundesliga.de: Gibt es für die nächste Runde im DFB-Pokal einen Wunschgegner? Oder aber eine Mannschaft, der Sie gerne aus dem Weg gehen würden?

Bender: Nein, da habe ich keinen Wunschgegner. Ich lasse ich mich gerne überraschen, wer uns zugelost wird. Ein Heimspiel ist natürlich generell immer eine schöne Sache. Und den einen oder anderen Gegner gibt es schon, den man gerne auch erst etwas später im Wettbewerb hätte. Aber selbst, wenn wir ein Hammerlos bekommen - das ist der Pokal, da ist alles möglich!

Das Gespräch führte Dietmar Nolte