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Mainz - Adam Szalai war überglücklich. Nicht nur, weil sein 1. FSV Mainz 05 gerade das Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 4:0 gewonnen hatte. Endlich ist dem Stürmer aus Ungarn das so lange ersehnte erste Saisontor gelungen.

Szalai traf zum 2:0 schon in der 17. Minute nach einer traumhaften Kombination über Eugen Polanski und Elkin Soto. Mohamed Zidan hatte die 05er nach zwei Minuten in Führung gebracht.

Rekord durch Zidan - Szalai wieder da

Der Ägypter traf in jedem seiner vier Einsätze nach seiner Rückkehr aus Dortmund in der Winterpause - das hat noch kein Profi in der Liga vor ihm geschafft.

Nicolai Müller traf zum 3:0 (30.) und in Eric Choupo-Moting gelang auch dem vierten Offensivspieler der Mainzer an diesem Tag ein Treffer (74.). "Das ist ein Traum für die Zuschauer und für uns auch", sagte Szalai nach der .

Irgendwie schloss sich für den kantigen Stürmer ein Kreis an diesem Wochenende. Vor etwas mehr als einem Jahr zog sich Szalai nach einem Zusammenprall mit dem Lauterer Torwart Tobias Sippel einen Kreuzbandriss zu. Nun ist er wieder fit und nähert sich wieder seiner Bestform, die ihn in der Vorrunde der vergangenen Saison zu einem Protagonisten des Mainzer Erfolges werden ließ.

"Zidan tut uns sehr gut"

Mit Andre Schürrle und Lewis Holtby bildete er die Bruchweg-Boys, die die Liga rockten. Nun bildet er mit Mohamed Zidan ein Sturmduo, das den Mainzern eine Schlagkraft gibt, die in der Vorrunde so vermisst wurde.

"Zidan tut uns sehr gut. Er ist sehr beweglich und spielt auch gute Pässe", berichtet Szalai über die Qualitäten seines Sturmkollegen. Zidan profitiert von der Körperlichkeit Szalais, der Gegenspieler bindet und ihm so Räume eröffnet. Und Szalai profitiert von der Raffinesse im Abspiel Zidans.

Manager verteilt viel Lob

Voller Lob über Szalai äußerte auch der Mainzer Manager Christian Heidel. "Dass Adam nach seiner Verletzung wenig Zeit braucht, um in Topform zu kommen, war uns klar. Nach dem Tor ist ein Film abgelaufen bei Adam", sagte Heidel.

Die Mainzer werden immer stärker, auch dank Zidan und Szalai. Seit fünf Spieltagen sind sie ungeschlagen und Trainer Thomas Tuchel sagt: "Die Mannschaft bringt seit langem in Heimspielen diese Form, diese Mentalität. Das macht mich stolz."

Dortmund vor der Brust

In Mainz haben sie die Abstiegsränge nun deutlich auf Distanz gebracht, sieben Punkte liegen nun zwischen der Hertha aus Berlin auf Relegationsrang 16 und den Mainzern mit 27 Zählern.

Die Mannschaft präsentiert sich als starke Einheit, Manager Heidel sagt: "Uns zu schlagen, ist schwierig." In dieser Verfassung haben die 05er auch am kommenden Wochenende beim Deutschen Meister in Dortmund gute Chancen, den Platz nicht als Verlierer zu verlassen.

Duell mit Lieblingstrainer

Dann ist vielleicht auch Abwehrchef Nikolce Noveski wieder mit von der Partie, der gegen Lautern wegen einer Oberschenkelverletzung gefehlt hatte. Vorne wird Mohamed Zidan wieder mit Adam Szalai ein nur schwer in den Griff zu kriegendes Angriffsduo bilden.

Und Zidan verspricht gegen seinen alten Verein und seinen Lieblingstrainer Jürgen Klopp: "Wenn ich die Gelegenheit bekomme, werde ich meine Pflicht erfüllen und ein Tor machen." Ausnahmsweise, sagt er, wäre es ihm aber lieber, nicht zu treffen, wenn die Mannschaft gewinnt, denn: An Dortmund habe er nur gute Erinnerungen.

Aus Mainz berichtet Tobias Schächter