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Im bundesliga.de - Interview der Woche spricht Holger Hieronymus über die Absage und Neuansetzung der Bundesligapartie Frankfurt gegen Karlsruhe.

Nach einer Begehung des Rasens waren sich am vergangenen Freitag Holger Hieronymus (DFL-Geschäftsführer Spielbetrieb) und das angesetzte Schiedsrichtergespann mit Referee Thorsten Kinhöfer einig, dass die Gesundheit der Spieler auf dem zum Teil neu verlegten Rasen nicht gewährleistet sei. Die Partie Eintracht Frankfurt gegen den Karlsruher SC wude deshalb für den 22. Oktober neu angesetzt.


bundesliga.de: Herr Hieronymus, wie kam es, dass die Partie Eintracht Frankfurt gegen den Karlsruher SC abgesagt wurde?

Holger Hieronymus: Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass ein Teil der Rasenfläche erst in der Nacht von Donnerstag auf Freitag neu verlegt wurde. Wir haben uns dann am Freitagmorgen gemeinsam mit Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer zu einer Platzbegehung getroffen. Schon leichte Drehbewegungen auf der Spielfläche sorgten dafür, dass sich der Rasen an manchen Stellen wie ein Teppich verschob. Die Spielfläche in den beiden Hälften war völlig unterschiedlich und vor allem an den Nahtstellen wäre das Verletzungsrisiko extrem hoch gewesen. Wir haben deshalb mit Blick auf die Gesundheit der Spieler entschieden, das Spiel abzusagen. Angesichts rund 50.000 zu erwartender Besucher des Spiels haben wir es uns mit dieser Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht.

bundesliga.de: Grund für den schlechten Zustand des Rasens war das Konzert von Madonna am Mittwoch…

Hieronymus: Das ist richtig. Dabei hat die DFL den Rahmenterminkalender für die Saison 2008/2009 schon im November 2007 veröffentlicht. Bereits damals war also klar, dass an diesem Wochenende die Bundesliga und 2. Bundesliga spielen würde.

bundesliga.de: Inwiefern spielt die Doppelnutzung der Commerzbank Arena durch Eintracht Frankfurt und den FSV Frankfurt eine Rolle?

Hieronymus: Es hat uns zumindest die Planungen weiter erschwert. Denn bei der Zusammenstellung des Spielplanes für die Saison 2008/2009, den wir am 1. Juli veröffentlichten, hätte es deshalb auch nichts gebracht, Eintracht Frankfurt ein Auswärtsspiel zu geben, da eben auch der FSV Frankfurt in der 2. Bundesliga die Commerzbank Arena als Heimspielstätte nutzt. Ein Heimspiel entweder der Bundesliga oder der 2. Bundesliga wäre bei den herrschenden Platzbedingungen also in jedem Fall ausgefallen.

bundesliga.de: Wäre das Problem mit einer anderen Terminierung zu lösen gewesen? Beispielsweise der Ansetzung an einem anderen Wochentag?

Hieronymus: Ob Freitag, Samstag, Sonntag oder Montag - bei diesen Platzverhältnissen hätten wir an allen Tagen absagen müssen. Zudem kam es in der Vergangenheit bereits des Öfteren zur Nutzung der Stadien für Konzerte mit terminlicher Nähe zu Partien der Bundesliga und 2. Bundesliga. Und es ist durchaus schon vorgekommen, dass erst am Tag vor einer Partie Rasen neu verlegt wurde - mit dem Unterschied, dass die Kommission nun in Frankfurt den Rasen für nicht bespielbar erklärt hat. Mit anderen Worten: Es war nicht vorherzusehen, dass der Platz in Frankfurt durch das Konzert so erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird. Ich möchte an dieser Stelle aber auch noch auf Paragraph 6, Nr. 1 der Lizenzierungsordnung hinweisen: Demnach haben alle Stadien im Ligaverband den Clubs an allen angesetzten Spielterminen von Ligaverband, DFB und UEFA zur Verfügung zu stehen.

bundesliga.de: Was können nun die Fans tun, die das Spiel besuchen wollten?

Hieronymus: Die einfachste Lösung ist, die Tickets zu behalten und das Nachholspiel am 22. Oktober um 18.30 Uhr zu besuchen. Aber die Eintracht hat auch signalisiert, dass die Tickets zurückgegeben werden können, falls jemand das Nachholspiel aus zeitlichen Gründen nicht besuchen kann.