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"Herzlichen Glückwunsch an den Deutschen Meister 2009, FC Bayern München!" - So wird es am 34. Spieltag der Saison 2008/09 aus den Lautsprechern der Allianz Arena schallen, wenn man dem Sachverstand der Bundesliga-Trainer glauben mag.

In einer Umfrage der Deutschen Presse Agentur (dpa) tippten nämlich die Cheftrainer aller 18 Bundesliga-Clubs auf den Rekordmeister als erneuten Titelträger. Skeptiker werden sagen, dass dies noch lange nichts zu bedeuten habe, immerhin sind noch 51 Punkte zu vergeben.

Doch beim Blick auf die Vorbereitung des FCB werden auch die hartnäckigsten Bayern-Gegner einräumen müssen, dass sich die Münchener in bestechender Form befinden.

Perfekte Vorbereitung

Aus den fünf Testspielen gegen Al Jazeera (3:2), Al Wheda (3:1), den 1. FC Eintracht Bamberg (3:0), den 1. FC Kaiserslautern (2:0) und den 1. FSV Mainz 05 (5:0) gingen die "Rot-Weißen" fünf Mal als Sieger hervor. Dabei erzielten sie 16:3 Tore und blieben in den vergangenen drei Begegnungen sogar ohne Gegentreffer.

Angesichts dieser Bilanz wird mindestens ein Schwerpunkt der Vorbereitung deutlich: "Für uns war es wichtig zu sehen, dass die Abstimmung zwischen Abwehr und Mittelfeld stimmt. Das haben die Jungs hervorragend gemacht", lobt Trainer Jürgen Klinsmann seine Mannschaft auf der Webseite des Clubs, fcbayern.de.

Donovan nutzt Chance

Ein Spieler, der durchaus als Gewinner der Winterpause betrachtet werden darf, ist Neuzugang Landon Donovan. Der 26 Jahre alte US-Amerikaner überzeugte mit vier Treffern und einer Torvorbereitung in fünf Einsätzen und hat damit bewiesen, dass Klinsmann ihn nicht umsonst von Los Angeles nach München gelotst hat.

"Er will zeigen, dass er beim FC Bayern mithalten kann. Das tut er definitiv, und mit jedem Tor hat er mehr Argumente für sich in der Tasche", sagt der FCB-Coach über den Angreifer, der bis zum 15. März von den L. A. Galaxy ausgeliehen ist. Donovan sei "immer für ein Tor gut und es wurde immer gefährlich, wenn er rein kam", doch nun müsse man abwarten, wie sich der Stürmer unter Wettbewerbsbedingungen schlage, so Klinsmann.

Endlich Ruhe um Podolski

Hört sich ganz so an, als ob sich Donovan zum Stürmer Nummer Drei hochgespielt hätte, hinter Luca Toni und Miroslav Klose, und vor Lukas Podolski.

Trotz eines weiteren Konkurrenten im Kampf um einen Stammplatz wird der deutsche Nationalspieler wohl trotzdem gut gelaunt in die Rückrunde gehen. Schließlich ist seine sportliche Zukunft endlich geklärt. "Es war sein Traum, nach Köln zurückzukehren. Dem sind wir nachgekommen", begründet Uli Hoeneß die Rückkehr Podolskis zum 1. FC Köln.

Altintop greift an

Ein weiterer Akteur, der die Winterpause zu seinen Gunsten genutzt hat, ist Hamit Altintop. Der türkische Nationalspieler hat nach Meinung des Trainers "aufs Gaspedal" gedrückt und nach langer Verletzungspause (Mittelfußbruch) den Anschluss ans Team geschafft. "Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst", sagt Altintop, "ich will Stammspieler sein, gut spielen und natürlich die Meisterschaft gewinnen."

Wenn es nach den Trainern der 18 Bundesliga-Clubs geht, ist zumindest letzteres schon so gut wie sicher.

Gregor Nentwig