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München - Es war seine Ecke, die dem FC Bayern München die Tür zum Pokalfinale öffnete. Arjen Robben schlug den Ball präzise auf den Kopf von Bastian Schweinsteiger, der im Halbfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern nach zähen Anfangsminuten das erlösende 1:0 erzielte. Auch beim 2:0 durch Toni Kroos leistete Robben mit einem feinen Dribbling die Vorarbeit. Und den Elfmeter, den Thomas Müller zum 3:0 verwandelte, holte ebenfalls der Niederländer heraus. Am Ende hieß es 5:1 gegen den FCK - doch das Ergebnis täuscht ein wenig.

"Man kann nicht sagen, dass es einfach war", sagte Matchwinner Robben nach dem Spiel. Im Interview sprach der 30-Jährige über die Gründe für die fehlende Leichtigkeit bei den Bayern, die kommenden Aufgaben in der Bundesliga gegen Braunschweig und in der Champions League gegen Real Madrid sowie das Traumfinale in Berlin.

Frage: Wie sehr freuen Sie sich auf das Wiedersehen mit Borussia Dortmund im Pokalfinale am 17. Mai?

Arjen Robben: Das ist schön.

Frage: Trotz der jüngsten 0:3-Niederlage?

Robben: Deswegen umso mehr. Wir haben sie in der Bundesliga 3:0 geschlagen, jetzt haben sie uns 3:0 geschlagen - also steht es jetzt 3:3. Ich freue mich jedenfalls, das sind doch schließlich die schönsten Spielen.

Frage: Der Weg dorthin war gegen Kaiserslautern lange Zeit ein hartes Stück Arbeit.

Robben: Wir müssen uns das immer hart erarbeiten. Man kann nicht sagen, dass es einfach war, obwohl es am Ende 5:1 ausging. Vor allem am Anfang war es nicht einfach. Wir haben uns aber gesteigert und wieder gezeigt, was wir draufhaben. Es war manchmal noch immer nicht gut genug und wir können uns immer noch verbessern.

Frage: Vor allem in der zweiten Hälfte war doch wieder mehr Spielfreude zu sehen.

Robben: Das musste auch sein. Der Sieg war Pflicht, auch für das Publikum, gerade nach dem 0:3 gegen Dortmund. Wir waren in der Offensive giftiger als zuletzt.

Frage: Dennoch ist dem FC Bayern in den letzten Wochen ein wenig die Leichtigkeit abhanden gekommen. Warum tut sich die Mannschaft in letzter Zeit so schwer?

Robben: Wir sollten es positiv sehen. Wir haben uns verbessert gezeigt, am Samstag gegen Braunschweig müssen wir so weitermachen und noch ein gutes Spiel abliefern.

Frage: Sind die vielen Umstellungen - auch in Bezug auf unterschiedliche Systeme - mit ein Grund, warum es nicht mehr so gut läuft?

Robben: Nein, das wäre zu einfach. Wir haben während der gesamten Saison in jedem Spiel unsere Taktik und unser System geändert. Daran liegt es nicht. Wir müssen in jedem Spiel mit voller Leidenschaft dabei sein. Wenn die Konzentration auch nur ein bisschen nachlässt und wir ein bisschen weniger laufen, dann kriegen wir Probleme - egal, gegen wen wir spielen.

Frage: Wie schwer wird das Spiel gegen Eintracht Braunschweig, auch im Hinblick auf das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid am Mittwoch?

Robben: Wir wissen ganz genau, was wir wollen und was unsere Ziele sind. Wir müssen in Braunschweig eine sehr konzentrierte Leistung abliefern. Wir müssen das Spiel mit viel Power und Laufbereitschaft angehen. Und dann müssen wir am nächsten Mittwoch bereit sein.

Aus München berichtet Maximilian Lotz