Köln - Anthony Modeste ist zurzeit auf dem besten Weg, sich beim 1. FC Köln ein Denkmal zu setzen: Der Franzose knippst wie er will, ist seit Klaus Allofs in den 80er-Jahren der erfolgreichste Kölner Torschütze in einer Spielzeit und rangiert in der aktuellen Torjägerliste auf Platz Zwei hinter Pierre-Emerick Aubameyang. Im Interview spricht der 28-Jährige über die aktuelle Situation, seine ausgefallenen Torjubel und verrät, warum der FC-Physio ihm nun ein Essen ausgeben muss.

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Frage: Anthony Modeste, erst einmal Gratulation zu einem unglaublichen Spiel. Wie gut tut das, sich nach einem solchen Spiel mit drei Punkten zu belohnen?

Anthony Modeste: Wir haben vorher lange nicht mehr gewonnen. Die letzten Partien waren nicht gut, wir haben insgesamt einfach zu wenig Punkte geholt. Daher wollten wir heute nicht nur reden sondern auf dem Platz zeigen, was wir draufhaben. Wir haben das heute richtig gut gemacht, ich glaube auch, dass wir das in jedem Spiel so zeigen können. Wir wussten, wenn wir oben bleiben wollen, müssen wir gegen Hertha gewinnen.

Frage: Für Sie persönlich war das der zweite Dreierpack in einer bisher außergewöhnlichen Saison. Ist das die Saison Ihres Lebens?

Modeste: Ich bin momentan einfach gut darauf. Der Grundstein wurde dafür aber bereits in der sehr guten Vorbereitung gelegt. Insgesamt bin ich hier sehr glücklich, genauso wie meine Familie. Auf dem Platz kann ich dann immer zeigen wie froh ich bin.

"Das haben wir aus dem Film Rush Hour 3"

Frage: Und das zeigen Sie in jedem Spiel - vor allem auch danach. Was hatte der Torjubel zum 3:0 denn zu bedeuten?

Modeste: Ich habe mit Osako ein bisschen Karate gemacht. Das haben wir aus dem Film "Rush Hour 3", wo es auch einen schwarzen Mann und einen Asiaten gibt. Das macht dann einfach Spaß diese Freude über ein Tor zu zeigen. Spaß und Freude ist ohnehin wichtig für eine gute Partie.

Frage: Und der Jubel danach?

Modeste: Welcher Jubel?

Frage: Der Jubel zum dritten Tor?

Modeste: Ich weiß es gerade ehrlich gesagt nicht. Ich habe so viel gejubelt heute.

Frage: Ich meine den Jubel als sie einen Kochtopf gerührt und gleichzeitig gegessen haben.

Modeste: (lacht) Ahh ja, Sie passen echt immer sehr genau auf. Das muss ich kurz erklären: Zu Beginn der Saison habe ich eine Wette mit einem unserer Physios abgeschlossen: ich treffe 20 Mal, meinte ich. Jetzt muss er bezahlen, wenn wir ins Restaurant gehen. Aber nur mit ihm ist das vielleicht etwas langweilig, besser wäre doch für die ganze Mannschaft.

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Frage: Alle wissen, vor allem auch der französische Nationaltrainer Didier Deschamps, dass es Ihr Traum ist, einmal in der französischen Nationalmannschaft zu spielen. Wollten Sie heute nochmal einen drauf legen, um zu zeigen, zu was sie im Stande sind? Inwiefern sind sie enttäuscht darüber, dass sie wieder nicht nominiert wurden?

Modeste: Ich bin ganz ehrlich: Mir ist das egal. Ich habe gezeigt, wie froh ich bin und das ist mir vor allem wichtig für den 1. FC Köln. Und wenn ich weiter so treffe, passiert ja vielleicht noch was. Die Nationalelf ist natürlich immer ein Anreiz.