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Wolfsburg - Erleichterung und Freude waren für jeden der 30.000 in der ausverkauften Volkswagen Arena spür- und sichtbar. Der Bann ist gebrochen: Nach 448 Minuten hat André Schürrle endlich seinen ersten Treffer für den VfL Wolfsburg erzielt - zum entscheidenden 3:1-Endstand gegen den VfB Stuttgart.

"André hat schon einen Riesenrucksack mit sich rumgeschleppt. Das hat er gebraucht", freute sich Trainer Dieter Hecking für seine Nummer 17 (Stimmen zum Spiel). Kein Wunder, dass sich ein gut gelaunter Weltmeister, nachdem er in der Fankurve euphorisch gefeiert worden war, zu den Journalisten begab: "Das wurde Zeit. Ich habe viele Chancen vergeben. Das hat an mir genagt. Ich bin glücklich!", sagte der 24-Jährige noch bevor die erste Frage gestellt werden konnte.

Frage: Ist Ihnen ein Stein vom Herzen gefallen?

André Schürrle: Einer? Mir sind gleich mehrere Steine vom Herzen gefallen. Es war eine schwere Zeit. ich habe es immer wieder versucht, aber es hat nicht geklappt. Ich habe versucht, ruhig zu bleiben, auch wenn das nicht immer einfach war.

"Die Fans haben mich die ganze Zeit unterstützt"

Frage: Sie sind nach dem Treffer Richtung Haupttribüne geeilt...

Schürrle: Meine Eltern und meine Freundin waren da. Ich konnte sehen, wie sie sich mit mir gefreut haben.

Frage: Nach dem Spiel haben die Fans sie noch einmal gesondert in die Kurve geordert.

Schürrle: Die Fans haben mich die ganze Zeit unterstützt, Wenn ich in der Stadt unterwegs war, habe ich viel Zuspruch erhalten. "Das wird schon", haben sie mir immer wieder Mut gemacht. Ich freue mich, dass ich den Fans heute etwas zurückgeben konnte.

Frage: Sie haben in der Liga nur dreimal über 90 Minuten gespielt, kamen meist von der Bank. Sind Sie mit der Rolle zufrieden?

Schürrle: Ich will natürlich jedes Spiel spielen. Und das über 90 Minuten.

Frage: Woran liegt es, dass es nicht so ist?

Schürrle: Wir haben einen enorm starken Kader. Heute hat die Mannschaft vor allem in der zweiten Halbzeit gezeigt, welche Qualität in ihr steckt. Ich bin nicht nach Wolfsburg gekommen, um Forderungen zu stellen. Mir ist doch egal, welche Rückennumer ich bekomme oder so. Ich will mich in den Dienst der Mannschaft stellen.

Frage: Spricht Dieter Hecking mit Ihnen über seine Entscheidungen?

Schürrle: Ich stehe in ständigem Austausch mit dem Trainer. Im Moment komnme ich halt von der Bank, aber ich fühle mich besser und besser und will meine Form finden. Wir haben noch viele Spiele vor uns, und da werde ich auch über 90 Minuten spielen.

Frage: Welche Ziele haben Sie mit dem VfL?

Schürrle: Wir wollen die direkte Qualifikation für die Champions League schaffen. Im DFB-Pokal wollen wir ins Finale - und das dann auch gewinnen. Und in der Europa League wollen wir so weit kommen wie möglich.

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs