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Neapel - Nach Jahren in der fußballerischen Bedeutungslosigkeit träumen die Fans des SSC Neapel wieder von ganz großen Taten. Sie träumen von der Zeit vor 22 Jahren, als Spieler wie Maradona, Alemao oder Careca den UEFA-Pokal gegen den VfB Stuttgart gewannen.

Gegen den FC Bayern München dürfte die Stimmung heute Abend im Stadion Sao Paolo (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) auf jeden Fall an die glorreichen Zeiten erinnern. Für die sportlichen Höhepunkte sollen dann aber andere Sorgen.

Edinson Cavani ist mit seinen 26 Toren aus der vergangenen Saison in der Serie A und auch seinen guten Auftritten bei der WM 2010 in Südafrika vielen ein Begriff. bundesliga.de stellt weitere wichtige Spieler der "Hellblauen" vor.

Paolo Cannavaro

Wenn Sie bei dem Namen Cannavaro an den Rekordnationalspieler Italiens und Europas Fußballer des Jahres 2006 denken, so ist das fast richtig. Im Hinblick auf den SSC Neapel ist aber nicht der beschriebene Fabio gemeint, sondern dessen acht Jahre jüngere Bruder Paolo. Es gibt allerdings viele Parallelen. Denn auch Paolo spielt in der Innenverteidigung. Und Paolo ist auch als Kapitän und Führungsspieler nicht aus der Mannschaft wegzudenken. Paolo Cannavaro ist kompromisslos im Zweikampf und ungemein Kopfballstark. Im Vergleich zu seinem Bruder ist er ja auch acht Zentimeter länger.

Marek Hamsik

Wer Marek Hamsik spielen sieht, würde ihn wohl nicht bloß auf ein Alter von 24 schätzen. Kaum ein Spieler in Europa ist in jungen Jahren so abgeklärt und strahlt so ein Spielverständnis aus wie der Slowake. Dabei hat er auch technisch so einiges drauf. Im zarten Alter von 18 Jahren versenkte er im Training bei Brescia Calcio 56 Elfmeter am Stück und wurde so zum etatmäßigen Schützen beim Provinzclub. "Ich habe in meiner 30-jährigen Laufbahn als Sportdirektor mit Spielern wie Rudi Völler oder Giuseppe Giannini zusammengearbeitet. Nur Marek kommt aber an das heran, was ich bei Maradona gefühlt habe", erklärt Napolis ehemaliger Sportdirektor Pierpaolo Marino.

Ezequiel Lavezzi

Es war nicht irgendein Datum, an dem Ezequiel Lavezzi beim SSC Neapel vorgestellt wurde. Das Jahr 2007 spielte da weniger die entscheidende Rolle, als vielmehr der Tag: Es war der 5. Juli. An diesem Datum wurde 23 Jahre zuvor Diego Maradona beim SSC den ekstatischen Fans präsentiert. Und Lavezzi, wie Maradona Argentinier, wurde vielleicht deshalb mit einem ähnlichen Heldenstatus bedacht. Der nur 1,73 Meter kleine Lavezzi wird aufgrund seiner Schnelligkeit "El Pocho", der Blitz, genannt. Seine Dribblings in vollem Tempo bringen so manche Abwehrreihe zum Verzweifeln. Und als Vorlagengeber für Cavani ist er eine Bank.

Edinson Cavani

Edinson Cavani komplettiert das "magische Offensiv-Dreieck" beim SSC Neapel. Er ist der Mann, der für die Tore zuständig ist. 26 Mal netzte er in der vergangenen Saison ein. Nur Antonio di Natale von Udinese traf häufiger. In dieser Saison traf Cavani bislang "nur" drei Mal ins Schwarze, in der Champions League dafür sowohl gegen Manchester City als auch gegen Villarreal. Die Zahlen sprechen für den "Matador". In 40 Liga-Spielen für Napoli hat er schon 29 Mal getroffen. Doch alleine auf die Tore möchte sein Trainer den Uruguayer nicht reduzieren. "Da ist noch mehr. Er arbeitet für die Mannschaft und opfert sich für sie auf. Er ist ein moderner Stürmer", sagt Walter Mazzarri.

Walter Mazzarri

Mazzarri hat international bislang noch keinen großen Namen. Doch wenn der 40-Jährige mit dem SSC Neapel in dem Tempo weiter macht wie bisher, dann wird sich das schnell ändern. Seit 2009 ist er für die Geschicke beim SSC verantwortlich. Mit dem 3. Rang in der Vorsaison hat er das beste Vereinsergebnis seit 23 Jahren eingefahren. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen den Vertrag mit Mazzarri gleich um fünf Jahre verlängert haben. Sportlich steht Mazzarri auf ein 3-4-3-System. Seine offensive Spielweise hat eigentlich auch nicht sehr viel von dem typischen italienischen Fußball. Da er dazu noch Erfolg hat, liegen ihm die Tifosi zu Füßen.


Aus Neapel berichtet Michael Reis