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Wie schnell sich die Dinge doch ändern. Vergangene Saison lag der Hamburger SV in der Bundesliga 13 Mal in Rückstand und konnte nicht eine dieser Partien drehen. In dieser Saison machten die Norddeutschen in drei Partien bereits zwei Mal einen Rückstand wett. Das bringt Selbstbewusstsein.

So auch bei Bastian Reinhardt. Der Verteidiger hatte mit seinen Treffern in Bielefeld maßgeblichen Anteil am Comeback-Sieg auf der Alm und somit am sehr guten Saisonstart der "Rothosen".

Bei bundesliga.de spricht Reinhardt über die vielen neuen Gesichter beim HSV und die damit verbundenen Erwartungen. Außerdem nimmt er den nächsten Gegner Leverkusen unter die Lupe und erinnert sich an einen ehemaligen Weggefährten, der am Samstag mit Bayer in Hamburg zu Gast sein wird.

bundesliga.de: Herr Reinhardt, nochmals herzlichen Glückwunsch zu Ihrem "Doppelpack" am 3. Spieltag gegen Bielefeld. Es war Ihr erster in der Bundesliga - und dann noch gegen den Ex-Club. Ein süßer Moment oder ein süßsaurer?

Bastian Reinhardt: Es war schon ein schönes Gefühl zwei Mal zu treffen. Ich hatte mir vorher eigentlich vorgenommen, nicht zu sehr zu jubeln, wenn ich treffen sollte. Doch nach meinen Treffern kamen die Emotionen dann doch hoch. Es waren ja auch keine unwichtigen Treffer.

bundesliga.de: Wie beurteilen Sie den Saisonstart des Hamburger SV?

Reinhardt: Wir können mit dem Auftakt zufrieden sein. Doch wir werden nicht den Fehler machen und uns ausruhen. Am Samstag kommt mit Leverkusen ein spielstarkes Team nach Hamburg und wir wissen, dass es eine ganz schwere Partie wird. Doch ich bin sicher, dass wir unsere Chancen bekommen werden. Die wollen wir nutzen.

bundesliga.de: Gegen die Arminia machte der HSV aus einem 0:2 ein 4:2. Schon gegen die Bayern holte Ihr Team einen Zwei-Tore-Rückstand auf. Vergangene Saison konnte der HSV kein einziges Mal eine der 13 Partien drehen, in denen er im Rückstand lag. Gibt es ein neues Selbstbewusstsein an der Elbe?

Reinhardt: Der Saisonstart mit dem 2:2 bei Bayern war sicher sehr wichtig in dieser Hinsicht. Es gibt zusätzliches Selbstvertrauen, wenn man beim amtierenden Deutschen Meister ein 0:2 aufholt. Wir glauben zu jedem Zeitpunkt des Spiels an uns und versuchen weiter offensiv zu spielen, um uns Möglichkeiten zu erarbeiten. Das bedeutet aber nicht, dass wir in Zukunft immer zurückliegen wollen.

bundesliga.de: Nun haben Sie Ihre ersten Pflichtspiele unter Martin Jol erlebt. Wie schätzen Sie seine Arbeit ein und was hat sich beim HSV unter dem neuen Trainer verändert?

Reinhardt: Martin Jol hat wie jeder Trainer seine genauen Vorstellungen. Demnach arbeiten wir im täglichen Training. Ich denke, man konnte schon in den ersten Wochen erkennen, dass er gerne offensiv spielen lässt und dass wir mutig unsere Chancen suchen sollen.

bundesliga.de: Kurz nach Saisonstart drehte sich das Wechselkarussell in Hamburg noch einmal mächtig. Rafael van der Vaart und Vincent Kompany gingen. Mladen Petric, Marcell Jansen, Alex Silva und Thiago Neves kamen hinzu. Haben Sie denn die vier Neuen schon kennen lernen können?

Reinhardt: Mladen und Marcell kamen vor dem Bielefeld-Spiel, waren danach aber gleich wieder bei der Nationalmannschaft. Thiago hat die letzten Tage mit uns trainiert und macht einen sehr guten Eindruck. Er muss sich sicher erst an die neue Umgebung gewöhnen, doch wir versuchen ihm das Leben so einfach wie möglich zu machen. Alex Silva wird erst kurz vor dem Leverkusen-Spiel in Hamburg eintreffen.

bundesliga.de: Wie kann und soll dieses Quartett dem Club helfen und wie hoch sind die Erwartungen an den HSV nach den Neuverpflichtungen?

Reinhardt: Ich bin davon überzeugt, dass alle vier die Qualität im Kader erhöhen und uns somit weiterhelfen werden. Alle haben ihre Klasse bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt und ich freue mich, dass sie jetzt beim HSV spielen. Dass die Erwartungen nun bei dem einen oder anderen gestiegen sind, mag sein. Doch man sollte nicht vergessen, dass wir auch wichtige Spieler abgegeben haben.

bundesliga.de: Nächster Gegner ist Bayer Leverkusen. Ein echter Prüfstein. Was wird der HSV tun, um möglichst alle drei Punkte an der Elbe zu behalten?

Reinhardt: Wir spielen zu Hause, die HSH Nordbank Arena wird voll sein. Wir wollen vor unseren tollen Fans natürlich gewinnen. Dafür müssen wir die nötige Balance zwischen Offensive und Defensive finden, denn Leverkusen ist gerade offensiv sehr stark.

bundesliga.de: In den vergangenen drei Heimspielen gegen Leverkusen schoss der HSV lediglich ein Tor. Ist es besonders schwer, gegen Bayer zu treffen? Und was stimmt Sie optimistisch, dass sich das am Wochenende ändern wird?

Reinhardt: Auf diese Statistiken gebe ich ehrlich gesagt nicht so viel. Samstag ist ein neues Spiel. Optimistisch stimmt mich, dass wir zuletzt immer unsere Chancen hatten. Und ich glaube auch, dass wir am Samstag wieder unsere Möglichkeiten bekommen.

bundesliga.de: Als Sie 2000 nach Bielefeld kamen, gehörte auch ein gewisser Bruno Labbadia zum Kader der Arminia. Heute ist er Trainer bei Bayer. Wie haben Sie ihn damals erlebt und was schätzen Sie an ihm?

Reinhardt: Wenn man an Bruno denkt, dann sicher auch an seine Tore. Er hat ja überall getroffen, wo er gespielt hat. Und als Trainer wird er seinen Weg machen, da bin ich sicher. Er ist ja nicht umsonst bei Bayer Leverkusen angekommen.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz