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Sinsheim - Adam Szalai sagt, jede Woche in der Bundesliga in den vollen Stadien aufzulaufen, sei ein Traum. Den Traum Champions League zu spielen, hat sich der Stürmer letzte Saison beim FC Schalke 04 erfüllt. Nun trifft er mit der TSG 1899 Hoffenheim am Samstag auf seinen alten Club.

Glücklich geworden ist der Ungar in Gelsenkirchen nicht, nach nur einer Saison unterschrieb er diesen Sommer einen Vierjahresvertrag in Hoffenheim. Viel reden will Szalai nicht über seine Zeit im Ruhrgebiet, am Ende habe es sowohl bei der Sportlichen Leitung als auch beim ihm das Gefühl gegeben, ein Wechsel sei das Beste, erzählt Szalai. Am niederländischen Nationalspieler Klaas-Jan Huntelaar kam der ungarische Internationale nicht vorbei, zu oft musste er die Bank drücken.

"Umstellung auf das neue System nicht einfach"

Jetzt geht der Blick nur noch nach vorne. In Hoffenheim sucht der in Budapest geborene, bei Real Madrid und dem VfB Stuttgart ausgebildete und in Mainz gereifte Profi nun den Neuanfang. Es ist ein ambitionierter Neuanfang, die TSG hat sich vor dieser Saison gut verstärkt und mit zehn Punkten aus sechs Spielen ohne Niederlage bislang den besten Bundesligastart in ihrer Geschichte hingelegt.

Dabei haben die Mannschaft insgesamt und auch viele Spieler persönlich noch nicht an ihrer Leistungsgrenze gespielt. Auch Szalai nicht. "Ich bin noch nicht zufrieden", sagt der Stürmer, dem bislang ein Treffer gelang: "Die Umstellung auf das neue System und die Mitspieler ist nicht so einfach." Er befinde sich noch in der Phase, in der er das System lernen und die Fähigkeit entwickeln müsse, sich darin optimal einzubringen.

Szalai passt perfekt ins Hoffenheimer Spiel

Mit seinem Einsatzwillen, seiner Leidenschaft auch in der Balleroberung, aber auch mit seiner Fähigkeit, den Ball für nachrückende Mittelfeldspieler zu behaupten, passt er als vorderster Angreifer perfekt in das offensive, auf Pressing angelegte Hoffenheimer Spiel. "Das Wichtigste", sagt der Mannschaftsspieler, "ist die vom Trainer gestellte Aufgabe konsequent zu erfüllen."

Sein Trainer Markus Gisdol, wie Szalai mit Schalker Vergangenheit, ist mit der Entwicklung des 26-Jährigen zufrieden. Szalai habe sich an die Spielweise ein Stück weit gewöhnt, sagt Gisdol: "Ich bin erstaunt, wie schnell er Fuß gefasst hat." Doch Gisdol sagt auch: "Ich glaube, dass Adam in den kommenden Wochen deutlich stabiler in seinem Spiel und auch noch mehr Torgefahr ausstrahlen wird." Zuletzt hatte eine Angina dem Profi, der im Sturm die Konkurrenz von Anthony Modeste und Sven Schipplock spürt, zugesetzt.

"Es macht jeden Tag hier Spaß"

Szalai fühlt sich in Baden wohl, hier habe er ein ruhiges Umfeld, in Schalke herrsche dagegen immer Unruhe. "In Schalke gibt es bei Siegen viel Lob, bei Niederlagen ist man gleich in der Krise." In Hoffenheim ist das anders, der Club steht nicht so im Fokus wie Schalke. "Es macht jeden Tag hier Spaß, ins Training zu kommen, wir haben hier eine super Stimmung in der Kabine", berichtet Szalai. Er will sich wegen fehlender Toren oder seiner eigenen Leistung nicht unter Druck setzten, sondern einfach nur viel arbeiten im Training. So will er zu seiner Topform kommen, die ihn einst in Mainz zu einem der begehrtesten Stürmer der Bundesliga gemacht hat.

Die aktuelle Hoffenheimer Mannschaft, da ist sich Szalai sicher, könne jedem Gegner wehtun, wenn alle ihre Bestform bringen und das System mit viel Pressing richtig funktioniere. Natürlich auch Schalke. Aber über Schalke redet Adam Szalai ja nicht so gerne. Er will Taten auf dem Platz sprechen lassen. Am liebsten natürlich schon am Samstag im direkten Duell.

Tobias Schächter