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32 Jahre hatte Borussia Dortmund auf einen Meistertitel warten müssen. Dass ausgerechnet Erzrivale FC Bayern München dem BVB am letzten Spieltag der Saison 1994/95 mit einem Sieg gegen die bis dahin führenden Bremer Schützenhilfe leistete, tat der Freude keinen Abbruch.

Eine der Säulen des Erfolges war Andreas Möller. Zusammen mit Michael Zorc bildete er ein kongeniales und äußerst torgefährliches Mittelfeld-Duo.

Zurück von der "Alten Dame"

Möller, der zuvor von 1988 bis 1990 beim BVB die Fußballschuhe schnürte, wurde vor der Meisterschafts-Saison vom italienischen Traditionsclub Juventus Turin zurück nach Dortmund geholt.

Und gleich in seiner ersten Saison nach seiner Rückkehr erzielte er in 30 Spielen 14 Treffer. Erfolgreicher war er in seinen 17 Spielzeiten in der Bundesliga nur 1991/92 bei der Eintracht aus Frankfurt.

Jubel in Unterhose

Kein Wunder also, dass die Dortmunder Fans Möller nach dem Schlusspfiff am 34. Spieltag wie einen Helden feierten und auf Händen durch das Stadion bis in die Kabine trugen.

"Am Ende hatte ich nur noch meine Unterhose an", erinnert sich Möller noch ganz genau an diesen Jubeltag und ergänzt: "Diese Meisterschaft mit Borussia Dortmund war von den Emotionen her das Maß aller Dinge."

Schwalbe wird bestraft

Seine triumphale Rückkehr in der Bundesliga wurde aber getrübt. Im Spiel gegen den Karlsruher SC setzte Möller im Duell gegen Dirk Schuster zu einer plumpen Schwalbe im Strafraum an.

Schiedsrichter Günther Habermann fiel auf die Flugeinlage rein und entschied auf Elfmeter. Zorc verwandelte sicher zum 1:1, am Ende gewann der BVB 2:1 und blieb in der Spitzengruppe dabei.

Der Deutschen Fußball-Bund (DFB) sperrte Möller für zwei Spiele und verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Mark. Damit musste zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte ein Spieler für eine Schwalbe büßen.