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In der Saison 2000/2001 schaffte ein Team den Einzug in den UEFA-Cup, dem das eigentlich niemand zugetraut hatte: der SC Freiburg. Nach einer 0:1-Niederlage beim FC Bayern München am 31. Spieltag rangierte Freiburg lediglich auf Platz 7. Doch nach Siegen gegen Hertha BSC Berlin (1:0), VfL Bochum (3:1) und VfL Wolfsburg (4:1), sicherte sich der SC noch Platz 6 und machte damit den Einzug ins internationale Geschäft perfekt.

Im Jahr darauf schied der SC alllerdings nach einer knappen 0:1-Niederlage gegen Feyenoord Rotterdam, das den Wettbewerb gewann, und einem anschließenden Remis (2:2) bereits in der 3. Runde der Vorrunde aus dem UEFA-Cup aus.

"Hurra-Fußball" unter Finke

Das Phänomen Freiburg ist eng mit der Ära von Erfolgstrainer Volker Finke verknüpft, der das Traineramt 1991 übernahm. Schnell entwickelte sich der SCF unter Finkes Ägide zum Kultclub, der sich im studentisch geprägten Freiburg, aber auch bundesweit einer stetig wachsenden Anhängerschaft erfreute.

Schnelle Kombinationen, Kurzpassspiel, kreative Fans - das waren die Markenzeichen des Sport-Club Freiburg. Unvergessen die Sensationssaison 1994/95, als mitunter der FC Bayern (5:1), Hamburg (3:0), der VfB (2:0), Schalke (3:0) und Leverkusen (4:2) vom Schwarzwälder "Hurra-Fußball" überrollt wurden.

Freiburg schloss die Spielzeit 1994/95 hinter Meister Dortmund und Vize-Meister Bremen auf Platz 3 ab und qualifizierte sich so erstmals in der Vereinsgeschichte für den UEFA-Pokal. Dort war dann später allerdings nach der 1. Runde gegen Slavia Prag gleich Endstation (1:2, 0:0).

Negativschlagzeilen dank Daum

In der Saison 2000/2001 wurden allerdings nicht nur positive Schlagzeilen produziert. Christoph Daum musste, nachdem er gelegentlichen Drogenkonsum eingeräumt hatte, die Konsequenzen ziehen und wurde als Trainer in Leverkusen entlassen. Außerdem wurde sein zum 1. Juni 2001 beginnender Vertrag als Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft vom DFB aufgelöst.

Doch nicht nur der Fall Daum hatte weitreichende Konsequenzen, auch das System Freiburg zeigte nach den zahlreichen sportlichen Erfolgen gravierende Verschleißerscheinungen. Nach vier Jahren im "Oberhaus" konnten die Breisgauer das erstklassige Niveau nicht mehr halten. Platz 16 bedeutete den Abstieg in die 2. Bundesliga. Zwar gelang im Jahr drauf der direkte Wiederaufstieg. Doch nach einem 13. Platz folgte im Jahr 2005 die Katastrophensaison mit der Dunkelroten Laterne, mageren 18 Punkten und 75 Gegentoren.

Seitdem konnte der Sport-Club nie wieder an diese alten Erfolge anknüpfen. Der Ruf der einstigen "Breisgau-Brasilianer" war verklungen, wenngleich die Freiburger auch in der 2. Bundesliga schönen Fußball zelebrieren. Und dies, obwohl Trainer-Idol Finke nach der Saison 2006/07 und 16 Jahren in Freiburg seinen Hut nahm.