ANZEIGE

Als er 1974 zu Bayern München kam, nahmen die großen Stars das Nachwuchstalent aus dem westfälischen Lippstadt noch nicht wirklich ernst. Zehn Jahre später wechselte Karl-Heinz Rummenigge, der sich die Anerkennung von Franz Beckenbauer und Co. längst erspielt hatte, für 10,5 Millionen Mark vom FC Bayern zu Inter Mailand.

Es war die höchste Summe, die ein ausländischer Verein zum damaligen Zeitpunkt für einen Bundesliga-Spieler gezahlt hatte - und die Rummenigge-Millionen trugen wesentlich zur Sanierung und zum wirtschaftlichen Aufschwung der Münchner bei. Den inzwischen finanzstärksten Club in Deutschland plagten 1984 Schulden von knapp zwei Millionen Mark.

Beginn des Transferwahnsinns

Die für damalige Verhältnisse astronomische Summe von umgerechnet rund 5,37 Millionen Euro war jedoch nur der Beginn eines regelrechten Transfer-Wahnsinns, der sich fortan entwickelte. Den ersten Millionendeal in der Bundesliga hatte 1976 der 1. FC Köln abgewickelt, der für Roger van Gool exakt eine Million Mark an den FC Brügge überwies.

Die erste zweistellige DM-Millionensumme (10,7) in der Bundesliga gab Borussia Dortmund 1995 für den Gladbacher Heiko Herrlich aus. Dortmund hält in Deutschland auch den bisherigen Rekord: Für Torjäger Marcio Amoroso investierte der BVB 2001 rund 25 Millionen Euro.

Über 70 Millionen für Zidane

Die bisher größte Transfersumme überhaupt zahlte jedoch Real Madrid an Juventus Turin: Die Dienste von Zinedine Zidane ließen sich die "Königlichen" im Jahr 2001 unglaubliche 73,5 Millionen Euro kosten. Nach diesem Finanzwahnsinn kamen die Vereine wieder ein wenig zur "Vernunft". Der teuerste Transfer der vergangenen Zeit war Robinho, der zur Saison 2008/09 für 43 Millionen Euro von Real Madrid zu Manchester City wechselte.

Doch selbst dagegen nehmen sich die 5,37 Millionen für Rummenigge anno 1984 bescheiden aus. Mit 26 Treffern wurde der jetzige Chef der Bayern München AG damals aber immerhin Torschützenkönig der Bundesliga. Dennoch reichte es für die Münchner in der Liga nur zu Platz 4.

Dafür konnte sich Rummenigge, inzwischen einer der wichtigsten Fußball-Funktionäre in Deutschland, wenigstens mit dem DFB-Pokalsieg in Richtung Italien verabschieden.