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Neue Regeln, neue Strafen. In der Saison 1982/83 sorgte der Stuttgarter Torwart Helmut Roleder für eine Premiere und flog wegen einer "Notbremse" vom Platz. Die öffentliche Diskussion war wieder einmal riesig, in der Bundesliga aber schon fast Alltag.

Stetige Veränderungen im Regelwerk, die oft Auslegungssache sind, haben die Schiedsrichter seit dem ersten Platzverweis am 1. Spieltag der Bundesliga-Debütsaison 1963/64 immer wieder in den Blickpunkt gerückt.

Deutsche Schiris hoch angesehen

Und manche genossen das Interesse an ihrer Person sichtlich - wie zum Beispiel Dieter Pauly oder Walter Eschweiler. Andere gingen still ihrer Arbeit nach und fielen kaum auf, was für einen Unparteiischen wohl die größte Auszeichnung ist.

Der Weltverband FIFA und die Europäische Fußball-Union (UEFA) sind sich der hervorragenden Leistungen der deutschen Schiris jedenfalls schon lange bewusst und lassen sie regelmäßig internationale Topspiele pfeifen.

Früher 24 Mark pro Spiel

Finanziell lohnt es sich mittlerweile auch für die Referees, in der Bundesliga aktiv zu sein. 3600 Euro gibt es pro Spiel plus Spesen. Die Assistenten, die seit den 1990er Jahren nicht mehr Linienrichter heißen sondern Schiedsrichter-Assistenten, erhalten die Hälfte, der vierte Offizielle ein Viertel des Schiedsrichter-Salärs. In der ersten Bundesliga-Spielzeit waren es dagegen 24 Mark.

Gelbe und Rote Karten wurden übrigens erst zu Beginn der Saison 1970/71 eingeführt, in den 1990ern die Rot-Gelbe-Karte. Zuvor wurden die Spieler bei Vergehen mündlich verwarnt oder des Feldes verwiesen. Wie auch Willi "Ente" Lippens, dessen legendärer Platzverweis noch heute für Amüsement sorgt. "Ich verwarne Ihn", ließ ein Schiedsrichter den Niederländer von Rot-Weiss Essen wissen. "Ich danke Sie", antwortete der Sünder daraufhin - und flog umgehend vom Platz.