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Heute kaum noch denkbar, zu Gründerzeiten der Bundesliga selbstverständlich: Alle Akteure mussten von An- bis Schlusspfiff auf dem Rasen stehen.

Egal, ob verletzt oder einfach nur müde - Auswechslungen waren in den ersten Jahren der deutschen Eliteliga nicht vorgesehen. Das änderte sich erst im fünften Jahr ihres Bestehens.

Eins, zwei, drei...

Zu Beginn der Spielzeit 1967/68 erlaubte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Mannschaften, Spieler auszutauschen. Zunächst war nur ein Einwechselspieler erlaubt, auf Grund des großen Erfolgs nur eine Saison später dann schon zwei - und mittlerweile sind es sogar drei.

Und gewechselt wird mittlerweile nicht mehr nur bei Verletzung oder Erschöpfung, sondern auch aus taktischen Gründen - oder um einfach nur Zeit zu schinden.

Die Zeit der Joker beginnt

Durch die neue Regelung entstand zudem ein neuer Spielertyp: der so genannte Joker. Oft erst in den letzten Spielminuten auf das Feld geschickt, schaffte er es auf eine schon verloren geglaubte Partie doch noch zu drehen.

Entscheidend für diesen Effekt war aber nicht nur, dass plötzlich ein ausgeruhter Akteur seinen ausgelaugten Gegenspielern gegenüberstand. Der Einwechselspieler konnte zudem ein Überraschungsmoment schaffen, die eingespielte Ausrichtung des Gegners durcheinanderbringen - und so zum Erfolg gelangen.

Nürnberg lernte schnell

Kein Wunder also, dass meist Stürmer als Joker auf das Feld geschickt werden. In der ersten Spielzeit mit Auswechslungen praktizierte dieses Modell der 1. FC Nürnberg als einer der ersten Clubs recht erfolgreich.

Der "Rackerer" Heinz Müller hatte dem alternden Star Gustl Starek zwar den Rang abgelaufen, doch der Österreicher bewährte sich als Joker glänzend. Und so holte der "Club" zum Ende der Saison den Titel.