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Köln - In den quälenden sechs Wochen zwischen WM-Finale und Bundesliga-Auftakt bewahrt wenigstens ein Ereignis vor der Fußball-Depression: In der 2. Bundesliga rollt der Ball bereits am 1. August wieder. bundesliga.de nennt zehn Gründe, warum sich alle Fans auf den Startschuss freuen dürfen.

Das Frankenderby

Kein Derby wurde in Deutschland öfter ausgetragen als die Begegnung zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth. Die beiden Stadien liegen gerade einmal 14 Kilometer voneinander entfernt. Am zweiten Spieltag (11. August) kommt es bereits zum 257. Aufeinandertreffen. Obwohl die Statistik klar für Nürnberg spricht, konnte der "Club" in den letzten 30 Jahren nur zwei der 14 Pflichtspiele gegen das "Kleeblatt" gewinnen.

Ricardo Moniz

Das Staunen war doch einigermaßen groß, als Sportchef Gerhard Poschner beim TSV 1860 München Ricardo Moniz als neuen Cheftrainer vorstellte. Doch die Personalie war wohlüberlegt. Der 49-jährige Holländer steht für einen attraktiven Angriffsfußball. Nach einem kurzen Interimsintermezzo beim Hamburger SV, holte er mit Red Bull Salzburg 2012 das Double in Österreich. Moniz, der seine Spieler im Training immer wieder mit technischen Finessen überrascht, gilt außerdem als großer Förderer von Nachwuchsspielern. Seine prominenteste Entdeckung ist übrigens kein geringerer als Robin van Persie.

Dominik Stroh-Engel

Die 2. Bundesliga wird in dieser Saison um einen Torjäger reicher. Dominik Stroh-Engel (l.), kurz "DSE", schoss den SV Darmstadt 98 mit 27 Toren in 34 Spielen quasi im Alleingang Richtung 2. Bundesliga. Kein Spieler hat in einer Drittliga-Saison öfter getroffen. Der wuchtige Angreifer ist mit seinen 1,97 Meter und 90 Kilogramm praktisch der Gegenentwurf zum Trend der "falschen Neun".

Hochspannung garantiert

"Es wird unglaublich eng", verspricht Fürths Neuzugang Stephan Schröck im Interview mit bundesliga.de. Die Zahlen geben ihm recht: Gerade einmal zehn Punkte lagen in der abgelaufenen Spielzeit zwischen dem Tabellenfünften Karlsruher SC und dem 15. VfL Bochum. Zum Vergleich: In der Bundesliga trennten den VfL Wolfsburg (5.) und den VfB Stuttgart (15.) immerhin 28 Zähler.

WM-Erfahrung

Gleich fünf Spieler kommen mit frischer WM-Erfahrung zurück in die 2. Bundesliga. Torwart Jasmin Fejzic vom VfR Aalen war für Bosnien-Herzegowina dabei, Nürnbergs Hiroshi Kiyotake für Japan und Fortuna Düsseldorfs Mathis Bolly für die Elfenbeinküste. Die Australier Mathew Leckie (FSV Frankfurt) und Ben Halloran (Fortuna Düsseldorf, Bild Mitte) kamen dabei in allen drei Spielen zum Einsatz.

Frank Schmidt und der 1. FC Heidenheim

Zweimal scheiterte der 1. FC Heidenheim nur denkbar knapp am Aufstieg, nun wurde der Club endlich belohnt und sicherte sich in der 3. Liga die Meisterschaft. Dabei spielte Heidenheim vor zehn Jahren noch in der Verbandsliga. Den größten Anteil an der Erfolgsgeschichte trägt ohne Zweifel Trainer Frank Schmidt (Bild). Ähnlich wie Jürgen Klopp bei Mainz, wurde er 2007 vom Spieler direkt zum Trainer umfunktioniert. Unter seiner Regie gelangen dem Club drei Aufstiege.

Valerien Ismael

Das große Ziel heißt Wiederaufstieg! Dazu hat der 1. FC Nürnberg Valerien Ismael als neuen Cheftrainer engagiert. Der Franzose bringt nicht nur die Erfahrung von über hundert Bundesliga-Spielen mit, sondern kommt auch als frisch gebackener Meistertrainer der Regionalliga Nord mit der Reserve des VfL Wolfsburg. "Wenn man etwas erreichen will, muss man die Ärmel hochkrempeln", so die Ansage des Neuen.

Norbert Düwel

Der neue Trainer vom 1. FC Union Berlin gilt noch als völlig unbeschriebenes Blatt im Profifußball. Als Spieler lediglich als Amateur in der Bayernliga unterwegs, hospitierte er nach seiner Trainerausbildung bei namhaften Vereinen. Das machte er so gut, dass ihn Sir Alex Ferguson bei Manchester United gleich als internationalen Scout engagierte. Sein wohl wichtigstes Praktikum absolvierte er aber beim FC Schalke 04. Mit dem damaligen Trainer Mirko Slomka lag er auf einer Wellenlänge. Slomka erinnerte sich und holte ihn 2010 schließlich für drei Jahre als Co-Trainer zu Hannover 96. Nun hat Düwel seinen ersten Posten als Cheftrainer inne und die Aussichten stehen gut: Der letzte Union-Trainer Uwe Neuhaus durfte immerhin sieben Jahre bleiben.

Objekt der Begierde

2009 wurde die Trophäe erstmals an den Meister der 2. Bundesliga, seinerzeit den SC Freiburg, verliehen. In der Gestaltung ist sie an die Meisterschale der Bundesliga angelehnt. Sie besteht aus poliertem 925er Sterling Silber, wiegt 8,5 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 50 Zentimetern. In einen siebenstrahligen Stern ist in der Mitte der Schale ein 1,2 Kilogramm schwerer Bergkristall eingefasst. Der Stern steht für die Strahlkraft der 2. Bundesliga und den Glanz des Meisters. Die Strahlen symbolisieren die sieben Tugenden, über die der Meister der 2. Bundesliga verfügen muss: Leidenschaft, Teamgeist, Siegeswille, Durchsetzungsvermögen, Technik, Nervenstärke und Taktik. Sieben Gravurplatten sind neben den Strahlen eingefasst. Auf ihnen wurden alle Meister seit Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga in der Saison 1981/82 verewigt.

Zuschauerboom

Durchschnittlich 17.853 Fans saßen in der vergangen Saison in der pro Spiel in den Stadien. Tendenz steigend. In Europa ist das für eine zweite Liga klarer Spitzenwert. Selbst die französische Ligue 1 und die holländische Ehredivisie weisen nur einen geringfügig höheren Zuschauerschnitt auf. Mit den traditionsreichen Absteigern aus Braunschweig und Nürnberg stehen die Chancen gut, dass der Trend weiter nach oben geht.

Karol Herrmann