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Der Zettel von Ewald Lienen kann gar nicht groß genug sein, um alle Problemherde niederzuschreiben, die bei den "Löwen" herrschen. Geringe Chancenverwertung und Verletzungssorgen sind nur einige Punkte.

bundesliga.de hat sich die Zahlen rund um 1860 München genau angeschaut.

Mit zwei Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen sind die Löwen wenig erfolgreich in die Saison gestartet - acht Punkte sind zu wenig für die Ansprüche der "Blauen". Natürlich ist der momentane 14. Tabellenplatz nicht gerade befreidigend, doch die obere Tabellenhälfte ist gar so nicht so weit entfernt: Zwischen der sechstplatzierten Fortuna aus Düsseldorf und dem MSV Duisburg - auf Platz 16 rangierend - liegen nur drei Punkte.

In der Offensive fehlen Alternativen

Was Ewald Lienen eher Sorgen bereiten dürfte, sind Torausbeute und Chancenverwertung. Von den letzten 18 Ligaspielen haben die "Löwen" nur zwei gewonnen, gegen TuS Koblenz und Greuther Fürth - jeweils in der Allianz Arena.

Mit sieben Toren in sieben Spielen kommt vor allem von der Offensive einfach zu wenig. Das Sturmduo Benjamin Lauth und Kenny Cooper erzielte zwar fünf der sieben Saisontore, aber dem Mittelfeld fehlt die entscheidende Torgefahr.

Nachwuchsspieler machen Mut

Allerdings dürfte der Auftritt der beiden jungen Mittelfeldspieler Tarik Camdal und Sandro Kaiser im DFB-Pokal Lienen Mut gemacht haben. Beim 4:1-Heimsieg nach Elfmeterschießen gegen Erstligist Hertha BSC ließ er die beiden schnellen Spieler auflaufen, was das Offensivspiel seiner Mannschaft sofort belebte.

Um aber konstant gute Ergebnisse zu erzielen, müssen sich die Münchner vor allem auf dem gegnerischen Platz erheblich verbessern. Lediglich einen Punkt holte 1860 in seinen drei Partien in fremden Stadien. Auswärts gelang der Mannschaft nur ein Treffer, beim 1:2 in Rostock. Saisonübergreifend sind die Löwen seit zehn Auswärtsspielen ohne Sieg.

Bislang kein Tor in der Anfangsviertelstunde

Bereits drei Mal gerieten sie in Rückstand und verloren dann auch jedes dieser Spiele. Auch sind sie keine Frühstarter: in der Anfangsviertelstunde gelang den "Löwen" noch kein Tor in dieser Saison.

Der Blick auf die personelle Situation ist ernüchternd. Mit dem Abgang von Lars Bender und dem Fehlen der Langzeitverletzten Daniel Bierofka und Florin Lovin fehlen Lienen im Mittelfeld wichtige Spieler, die nach hinten absichern und das Offensivspiel ankurbeln.

Defensive steht sicher

Generell fehlt dem TSV die nötige Konstanz, was auch daran liegt, dass gegen vermeintlich starke Gegner keine Erfolge verbucht werden. Niederlagen gegen Hansa Rostock, den KSC und Alemannia Aachen standen bisher zu Buche. Und "leichte" Spiele gegen Rot Weiss Ahlen und den SC Paderborn werden nicht gewonnen.

Immerhin: Die Defensive steht umso sicherer. Nur acht Gegentore ließ die Abwehr um Antonio Rukavina und Radhouene Felhi bisher zu. Zumindest diesen Punkt kann Ewald Lienen von seinem Zettel streichen.

Barnabas Szöcs