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Claus Dieter "Pele" Wollitz übernahm zur Saison 2004/05 den VfL Osnabrück in der Regionalliga Nord und stieg mit dem VfL im Sommer 2007 in die 2. Bundesliga auf.

Im Interview mit bundesliga.de spricht er unter anderem über die Auswärtsmisere seines Clubs, die offensive Grundausrichtung seiner Mannschaft und das bevorstehende Heimspiel gegen den MSV Duisburg.

bundesliga.de: Herr Wollitz, nach zuletzt saisonübergreifend zwölf Auswärtspartien ohne Sieg ist in Ahlen der Knoten geplatzt. Der erste Auswärts-"Dreier" in dieser Saison war perfekt. Haben Sie schon daran gezweifelt, dass es auf des Gegners Platz noch mal mit einem Sieg klappen könnte?

Claus-Dieter Wollitz: Ich habe ein Problem mit dem Ausdruck "saisonübergreifend". Wir haben in dieser Spielzeit bisher gegen starke Mannschaften wie St. Pauli, Aachen, Kaiserslautern, Fürth und Mainz gespielt. Ich glaube, es ist nicht selbstverständlich, davon auszugehen, dass man dort gewinnt. Und wenn man sich die Spiele anschaut, sieht man, dass wir auswärts nicht so schwach sind, wie diese Aussage vermuten lässt. Wir haben fast jedes Mal einen Rückstand aufgeholt, gegen St. Pauli und in Rostock jeweils ein 0:2 in ein 2:2 drehen und damit einen Punkt mitnehmen können. Der "Dreier" in Ahlen hat sich in den Spielen davor abgezeichnet, schon in den letzten Auswärtspartien waren wir oft die bessere Mannschaft, Sonntag wurden wir dafür belohnt.

bundesliga.de: Haben Sie sich etwas Besonderes einfallen lassen, um den Auswärtsfluch zu beenden?

Wollitz: Wir sind nicht von unserer üblichen Spielvorbereitung abgewichen, nicht einen Tag früher als sonst angereist, haben kein Trainingslager eingeschoben oder Team bildende Maßnahmen jenseits des Fußballfeldes ergriffen. Wir haben einfach konzentriert weitergearbeitet, an uns und unsere Stärke geglaubt. Wir waren davon überzeugt, dass, wenn wir hart weiterarbeiten wie bisher, wir auch einen Auswärtssieg einfahren werden. Das, was gut läuft, wollen wir festigen, wenn es irgendwo hapert, werden wir im Training daran arbeiten, dass es besser wird.

bundesliga.de: Der VfL Osnabrück überwintert durch diesen Sieg definitiv auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Wie wichtig ist es, mit dieser Erkenntnis in die Winterpause zu gehen?

Wollitz: Hier möchte ich mal das Wort "saisonübergreifend" verwenden: Wenn man sich das Jahr 2008 anschaut, hat der VfL nur ein Mal kurz auf einem Abstiegsplatz gestanden. Insgesamt haben wir ein tolles Jahr gespielt und die Ziele, die wir hatten und haben, erreicht. Wir haben 2008 die Klasse gehalten, wir spielen weiterhin in der 2. Bundesliga. Dass wir jetzt mit 18 Punkten auf Platz 13 stehen (vor dem 17. Spieltag, Anm. d. Red.), ist zwar schön, aber wichtig ist für mich einzig und allein, dass wir am 34. Spieltag, lieber noch am 33., über dem Strich stehen.

bundesliga.de: Der Schwachpunkt bei Ihrer Mannschaft lag bisher zumeist in der Defensive. Woran liegt's?

Wollitz: Wir erzielen aber auch viele Treffer, das darf man nicht übersehen! Um weniger Gegentreffer zu kassieren, müsste die Grundausrichtung defensiver sein, das wiederum würde auf Kosten der erzielten Tore gehen. Natürlich ist es schöner, zu Null zu spielen, aber unsere Ausrichtung ist nun mal offensiv, da kassiert man auch schon mal einen Treffer.

bundesliga.de: Die Hinrunde ist beendet: Wie fällt Ihr Fazit aus?

Wollitz: Es ist eingetreten, was wir geahnt haben: Es wird eine schwierige Saison. Wir hatten schon einige verletzungsbedingte Ausfälle zu verkraften, natürlich ist das für uns nicht einfach. Aber im Verein herrscht absolute Ruhe, wir können zielorientiert arbeiten und spüren die Rückendeckung der Vereinsführung. Und dies vor allem auch in den letzten Wochen, in denen wir keinen Sieg einfahren konnten. Bei uns wurde niemand unruhig und nervös, wir konnten konzentriert weiterarbeiten und wurden nicht unter Druck gesetzt. Das ist für uns und unsere Arbeit das Wichtigste, das hilft uns sehr. Wir schätzen dieses uns entgegengebrachte Vertrauen sehr hoch ein.

bundesliga.de: Was ist für den VfL in dieser Saison noch drin?

Wollitz: Wir wollen die Klasse halten, für uns ist nur wichtig, dass wir auch 2009/2010 in der 2. Bundesliga spielen. Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird das auch klappen, davon bin ich überzeugt.

Die Fragen stellte Sven Becker