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Während alle Welt in der 2. Bundesliga über Bielefeld, die "Roten Teufel" und die drei starken Aufsteiger spricht, ist der FC Augsburg drum und dran, die Spitzenpositionen anzugreifen. Seit neun Liga-Spielen sind die Bayern ungeschlagen.

Ihre Stärke stellten sie am Dienstag zusätzlich im DFB-Pokal unter Beweis, als sie Liga-Konkurrent MSV Duisburg mit 5:0 schlugen. Vater des Erfolgs ist Jos Luhukay, der die Mannschaft am Ende der vergangenen Saison vor dem Abstieg bewahrte.

Die Erfahrungen, die er damals sammeln durfte, helfen ihm jetzt. Dies erklärt er im Gespräch mit bundesliga.de. Weiterhin spricht Luhukay über die kurz- und mittelfristigen Ziele seiner Elf und den kommenden Gegner Aachen.

bundesliga.de: Herr Luhukay, wie beurteilen Sie die Leistung Ihrer Mannschaft im Pokal-Achtelfinale?

Jos Luhukay: Ich bin stolz auf meine Mannschaft, denn sie hat von der ersten Minute an richtig guten Fußball geboten. Sie ist als Kollektiv aufgetreten und hat unseren Fans einen tollen und vor allem erfolgreichen Pokalabend beschert.

bundesliga.de: In Ahlen gelang Augsburg der dritte Saisonsieg. Was war ausschlaggebend für den "Dreier"?

Luhukay: Die Mannschaft hat auch in den Spielen zuvor oft gute Leistungen gezeigt, sich aber nicht immer belohnt. In Ahlen hat sie das zweite und dritte Tor gemacht und daher einen verdienten Sieg eingefahren.

bundesliga.de: Seit neun Spielen ist Augsburg in der Liga ungeschlagen. Was zeichnet Ihre Mannschaft aus?

Luhukay: Wir sind sehr schwer zu schlagen, weil wir als Einheit auftreten und darüber hinaus auch unsere spielerischen Fähigkeiten ausspielen können.

bundesliga.de: Allerdings spielte der FCA bereits sechs Mal unentschieden. Denken Sie, Augsburg hat auch einige Punkte liegengelassen?

Luhukay: Wir haben bei den Unentschieden sicherlich ein paar Punkte liegen gelassen, aber wir haben auch Spiele dabei gehabt, in denen wir nach einem Rückstand wieder zurück gekommen sind.

bundesliga.de: Michael Thurk führt die Torjägerliste mit zehn Treffern an. Was zeichnet ihn aus und kann er seine persönliche Bestmarke von 14 Toren überbieten?

Luhukay: Ich hoffe, dass er diese Marke in dieser Saison knacken kann. Er ist ein erfahrener Spieler, der als Typ auf und neben dem Platz ganz wichtig für das Team ist. Als Stürmer ist er kaltschnäuzig und benötigt nicht viele Chancen für seine Treffer.

bundesliga.de: Sie haben den FCA ungeplanter Weise wenige Wochen vor Ende der vergangenen Saison übernommen. Konnten Sie damals schon Ihre Philosophie voll einbringen oder ging es zu jener Zeit in erster Linie um den Klassenerhalt?

Luhukay: Dadurch dass ich die Mannschaft früher als zunächst geplant übernommen habe, konnte ich sie noch besser kennen lernen. Damals ging es nur um den Klassenerhalt, doch auch aus dieser Zeit habe ich wichtige Erkenntnisse gewonnen, die uns jetzt weiterbringen.

bundesliga.de: Jetzt steht das Spiel gegen Aachen auf dem Plan. Die Alemannia kam bislang überhaupt nicht in Schwung. Liegt genau in dieser Tatsache die Schwierigkeit bei diesem Duell? Könnte Augsburg Aachen womöglich unterschätzen?

Luhukay: Nein, wir werden Aachen nicht unterschätzen, auch wenn sie sich den Saisonstart anders vorgestellt hatten. Das ist eine sehr gute Mannschaft, das wissen meine Spieler. Doch wir schauen auf uns und wollen unsere Erfolgsserie gegen die Alemannia fortsetzen.

bundesliga.de: Zuhause ist Ihr Team ungeschlagen. Denken Sie, dass auch das neue Stadion und die damit verbundene neue Atmosphäre ein wenig dafür verantwortlich sind?

Luhukay: Klar, die Atmosphäre in der impuls arena ist großartig. Die Fans sind nah am Geschehen dran und unterstützen das Team fantastisch. Natürlich liegt es aber auch an der Mannschaft durch gute Leistungen den Funken überspringen zu lassen.

bundesliga.de: Sie haben bereits Borussia Mönchengladbach in die Bundesliga geführt. Ist dies kurz- oder mittelfristig auch das Ziel mit Augsburg?

Luhukay: Fußball ist nicht immer planbar, aber wir sind Fußballer und wollen so erfolgreich sein wie möglich. Mittelfristig wollen wir dieses Ziel mit dem FCA ins Auge fassen.

bundesliga.de: Und was wollen Sie in dieser Saison erreichen?

Luhukay: Wir haben vor der Saison als realistisches Ziel ausgegeben, dass wir mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben und einen einstelligen Tabellenplatz erreichen wollen. Es gibt derzeit keine Gründe, die Ziele zu korrigieren.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz