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Köln - Am 24. Juli rollt endlich wieder der Ball in der 2. Bundesliga (1. Spieltag im Überblick). Bis dahin nimmt bundesliga.de alle Clubs genau unter die Lupe - hier: Der MSV Duisburg.

Saisonziel

Nichts anderes als der Klassenerhalt ist das angestrebte Ziel des MSV. Zwei Jahre nach dem Lizenzentzug ist die finanzielle Lage beim Aufsteiger immer noch angespannt, Manager Ivica Grlic waren auf dem Transfermarkt die Hände nahezu gebunden. Trainer Gino Lettieri setzt also erneut vor allem auf den Teamgeist, der seine Mannschaft bereits in der 3. Liga ausgezeichnet hat. Mit dem gilt es, drei oder zumindest zwei Clubs hinter sich zu lassen. Eine Herkulesaufgabe. "Wir haben im Spielplan geschaut, wo denn ein vermeintlich leichterer Gegner auf uns wartet. Da war nicht viel zu finden", sagt Geschäftsführer Bernd Maas.

Taktik

Trainer Lettieri wird wohl eine gegenüber der vergangenen Saison auf neun Positionen unveränderte Stamm-Elf auf den Platz schicken. Den Abgang des rechten Innenverteidigers Christopher Schorch soll Dustin Bomheuer auffangen, während auf der linken offensiven Außenbahn Dennis Grote für Thomas Bröker weichen muss. Grote dürfte nach rechts wechseln, wo Michael Gardawski den Club verlassen hat. In einem 4-2-2-1-1-System zeichnet sich zum ersten Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern somit folgende Aufstellung ab: Ratajczak - Bohl, Bomheuer, Bajic, Wolze - Hajri, Dausch - Grote, Bröker - Janjic - Onuegbu

Neuzugänge

Acht neue Spieler konnte Gino Lettieri begrüßen, mit Dominik Behr (Mittelfeld) und Ahmet Engin (Linksaußen) allerdings zwei aus der eigenen U19. Alle Akteure waren ablösefrei. Königstransfer ist sicher Thomas Bröker vom 1. FC Köln. Der 30-Jährige soll das Team mit seiner Erfahrung aus 173 Spielen in der 2. Bundesliga führen. Von Zweitliga-Konkurrent und Nachbar Fortuna Düsseldorf kam Dustin Bomheuer, während die Angreifer Andreas Wiegel, Simon Brandstetter (beide Rot-Weiß Erfurt) und Stanislav Iljutcenko (VfL Osnabrück) von Drittligisten geholt wurden. Iljutcenko zeigte an der Bremer Brücke Torgefahr und könnte eine Alternative zu Onuegbu sein. Dies deutete auch Dan-Patrick Poggenberg an. Doch der vom Nord-Regionalligisten VfL Wolfsburg II verpflichtete Linksverteidiger brach sich im Test gegen St. Johann das Schienbein und fällt für die Hinrunde aus.

Hoffnungsträger

Einen personifizierten Hoffnungsträger hat der MSV nicht. Die Mannschaft muss vielmehr auch weiterhin auf ihre Stärke als verschworener Haufen vertrauen. Dennoch gibt es natürlich Schlüsselspieler. Torhüter Michael Ratajczak soll der Abwehr Sicherheit geben, Martin Dausch ist als Umschaltakteur im defensiven Mittelfeld der Motor des Spiels und Zlatko Janjic kann mit seiner Schlitzohrigkeit den Verteidigern das Leben schwer machen.

Formcheck

Sechs Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage lautet die Bilanz aus acht Testspielen. Allerdings lassen sich aus den Erfolgen gegen die unterklassigen Vereine FC Eisenach (11:0), Duisburger SV (4:0), Blau-Weiß Neuenkamp (18:0), TV Voerde (14:0) und den SK St. Johann (19:1) kaum Rückschlüsse ziehen. Dass der MSV im Kampf gegen den Abstieg aber nicht chancenlos ist, bewiesen die Begegnungen mit dem albanischen Champions-League-Qualifikanten KF Skenderbeu (1:0) und Slavia Prag (1:1). Ein Vorgeschmack auf die Schwere der Aufgabe machte dann jedoch das 1:2 gegen Liga-Konkurrent VfL Bochum.

Von Thomas Schulz

Saison-Vorschau: Alle 18 Clubs im Check