Köln - Das Aufstiegsrennen in der 2. Bundesliga bleibt extrem spannend, beinahe wöchentlich werden die Karten neu gemischt. Union Berlin hat nach der verlorenen Tabellenführung und dem Abrutschen auf Platz vier nun wieder den Relegationsplatz zurückerobert. Gewinnen die Eisernen das Topspiel am Montagabend beim Spitzenreiter VfB Stuttgart mit zwei Toren Differenz, ziehen sie an den Schwaben wieder vorbei. Vor dem Hit spricht Unions Mittelfeldspieler Stephan Fürstner im Interview mit bundesliga.de über den Saisonendspurt und den Traum vom Aufstieg.

bundesliga.de: Stephan Fürstner, der Union-Motor stotterte drei Spiele lang als Sie gefehlt haben. Dann kam der 3:1-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern. Wie befreiend war dieser Erfolg? Wieviel Energie setzt er für den Endspurt frei?

Stephan Fürstner: Der Sieg war natürlich enorm wichtig für uns. In den drei Spielen zuvor konnten wir unsere Leistung nicht optimal abrufen, nach nur einem Punkt aus drei Spielen war die Punkteausbeute ziemlich mau. Umso wichtiger war es, zuhause gegen Kaiserslautern zu punkten und den Glauben an die eigenen Stärken zurück zu bekommen.

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bundesliga.de: Wie sind Mannschaft und Trainer zuvor mit dem ersten Rückschlag im Jahr 2017 umgegangen? War "Busniess as usual" angesagt oder wurde etwas verändert?

Fürstner: Wir wussten selbst, dass wir nach so einer langen Siegesphase auch irgendwann mal wieder Spiele verlieren werden. Trotzdem waren die Niederlagen bitter. Während der englischen Woche war kaum Zeit, großartig etwas zu verändern, außerdem werfen wir nicht unser gesamtes Konzept über den Haufen, nur weil es kurzfristig nicht so gut klappt.

bundesliga.de: Wie sehr profitieren Sie im Saisonfinale von den Erfahrungen, die Sie einst bei der SpVgg Greuther Fürth gemacht haben, als der Aufstieg gelang?

Fürstner: Natürlich ist es gut, wenn man in seiner Karriere gewisse Situationen schon mal so ähnlich erlebt hat. Man kann seine eigenen Erfahrungen an jüngere Spieler weitergeben und kann auch selbst besser mit der Situation umgehen.

bundesliga.de: Sie haben als Profi nur für drei Vereine - Bayern München, Greuther Fürth und Union - gespielt. Wie sehr unterscheiden sich die Eisernen von Ihren früheren Stationen, was macht den Verein so besonders?

Fürstner: Beim FC Bayern habe ich meine Ausbildung genossen, die ersten Profischritte habe ich danach in Fürth gemacht. Union ist auf jeden Fall ein traditionsreicher Verein, der für Zusammenhalt und das Miteinander steht. Die Atmosphäre und die Nähe zu den Fans ist auf jeden Fall etwas Besonderes hier.

bundesliga.de: Das Restprogramm ist für Union mit drei Auswärtsspielen bei Top-6-Mannschaften durchaus happig. Worauf wird es jetzt vor allem ankommen?

Fürstner: Für uns kommt es darauf an, dass wir uns auf uns selbst und auf unsere eigene Leistung konzentrieren. Im Laufe der Saison haben wir immer wieder gezeigt, dass wir uns vor keinem Gegner in der Liga verstecken müssen, wenn wir an unsere Grenzen gehen. Wir schauen nur auf uns.

bundesliga.de: Nun geht es zum Topspiel beim VfB Stuttgart. Bei einer Niederlage würde der Rückstand auf die Schwaben sechs Punkte betragen, dann wäre vermutlich der erste direkte Aufstiegsplatz weg. Wie muss Union die Partie angehen?

Fürstner: Wir dürfen uns nicht mit dem, "was wäre, wenn" beschäftigen. Wir wollen in Stuttgart unser Spiel durchziehen und unsere Leistung abrufen. Wenn wir das schaffen, werden wir es den Stuttgartern am Montag sehr schwer machen.

bundesliga.de: Geht es vor allem darum, den VfB-Torjäger Simon Terodde aus dem Spiel zu nehmen?

Fürstner: Simon Terodde ist sicherlich ein sehr guter Stürmer. Allerdings hat Stuttgart auch viele andere Spieler mit enormer individueller Klasse in seinen Reihen. Da dürfen wir uns nicht nur auf einen einzelnen konzentrieren.

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bundesliga.de: Wie sicher sind Sie sich, dass Union den Aufstieg in die Bundesliga packt?

Fürstner: Ganz sicher kann man natürlich nie sein. Aber wenn man zu so einem Zeitpunkt der Saison so weit oben steht, will man seinen Traum natürlich verwirklichen. Wir stehen zurecht dort oben, und wenn wir auch in den restlichen Spielen unsere Leistung bringen, werden wir auch am Ende ganz oben dabei sein.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski