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München - Das letzte Spiel des Zweitligajahres 2011 hat es nochmal in sich: Die beiden Absteiger FC St. Pauli und Eintracht Frankfurt treffen im direkten Duell aufeinander (Mo., ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Und obwohl die beiden Teams ganz oben mitmischen, gerieten sie zuletzt etwas ins Stocken: Jeweils ein Sieg sprang nur bei den letzten drei Auftritten heraus.

Besonders die St. Pauli-Fans mussten schlucken: Beim 0:1 beim Abstiegskandidaten Ingolstadt wurden wichtige Punkte vergeben. Trainer Andre Schubert war mit der Einstellung gegen die "Schanzer" ganz und gar nicht zurfieden. "Allen muss klar sein, dass wir mit dem Invest, den wir in Ingolstadt gezeigt haben, nichts holen werden", sagte er im Interview mit der "Morgenpost" mit Blick auf das Match gegen die Frankfurter.

Last-Minute-Experten unter sich

Im Spiel in Ingolstadt fiel dem Trainer der "Kiezkicker" auch der Abstand auf, den sein Team noch zu den Top-Teams hat: "Die Mannschaften, die vor uns stehen haben uns etwas voraus. Wir müssen dahin kommen, dass wir Spiele, in denen es nicht so läuft, schadloser überstehen, als wir es jetzt tun." Dennoch weiß er: "Am Montag wird nicht die Meisterschaft entschieden."

Nur drei Punkte trennen die beiden Teams, Frankfurt hat mit 39 Zählern knapp die Nase vor St. Pauli (36). Was beide Absteiger noch gemeinsam haben: Sie sind Last-Minute-Experten.

Die "Kiezkicker" sicherten sich dadurch bereits zwei ganz späte Siege gegen Bochum und Duisburg sowie ein Remis in Paderborn. Die Eintracht ist in den letzten Minuten einer Begegnung noch gefährlicher. Zu Last-Minute-Punktgewinnen gegen Cottbus und Ingolstadt kommen drei Siege in letzter Sekunde, und zwar gegen Fürth, Aue und Aachen. Die Schlussminuten des Zweitligajahres 2011 werden es also auf jeden Fall in sich haben.

Frankfurts Akkus sind leer

Und es war ein langes Jahr - auch für Eintracht Frankfurt. Im Training war bei der Eintracht vermehrt Regeneration angesagt, zuletzt lockerte Eintracht-Coach Armin Veh die Stimmung durch etwas Basketball auf. "Ich wollte mal ein bisschen Spaß reinbringen", sagte Veh. Und Spaß hatten die Fußballprofis beim Spiel unterm Korb. Ein paar haben sich dabei sogar als absolute Könner entpuppt. "Theofanis Gekas war der Beste", sagte der Trainer anerkennend.

Es sei ganz wichtig, "dass wir mit Freude in dieses Spiel gehen, denn wir wollen ja was erreichen." Mit einem Sieg sei die Ausgangsposition hervorragend, erklärt Veh, "dann hätten wir eine positive Weiche gestellt".

Mit einem Unentschieden könnten die Eintracht und ihr Trainer auch gut leben, selbst bei einer Niederlage wäre nicht viel verloren. Eine gute Ausgangsposition also. Gerade mit dem dosierten Training wollte der Fußballlehrer die Sinne der Spieler für die letzte Begegnung schärfen. "Wir brauchen noch einmal absolute Konzentration", fordert er

Ohne Lehmann und Hoffer

Der Wechsel der Sportart beim Training war nicht alleine der psychischen Verfassung, sondern auch der Personalsituation geschuldet. Neben Bamba Anderson, Sebastian Rode und Mohamadou Idrissou, die allesamt nur Fahrrad gefahren oder gelaufen sind, konnten auch die erkrankten Erwin Hoffer und Matthias Lehmann nicht trainieren.

Hoffer und Lehmann werden dann auch gegen St. Pauli fehlen. Gerade für Lehmann ist der kurzfristige Ausfall ärgerlich: Als ehemaliger Spieler der Hamburger hatte er auf eine Chance an alter Wirkungsstätte gehofft.

Sein Trainer Armin Veh hat allerdings keine guten Erinnerungen an St. Pauli. Als HSV-Trainer setzte es in der letzten Saison ein Unentschieden und eine Niederlage. Trotzdem sei es für ihn kein "besonderes Spiel". "Das Derby hätten wir gewinnen sollen. Mit meiner Entlassung hatte das aber nichts zu tun. Dass ich nicht weitermachte beim HSV, stand ja schon vorher fest. Vielmehr war es der Anfang vom Ende für St. Pauli", stellt Veh klar.