ANZEIGE

Bochum - Mit dem 2:1-Erfolg über den BVB hat der VfL Bochum nicht nur den neunten Sieg im elften Vorbereitungsspiel gefeiert, sondern hat auch ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Tim Hoogland hatte daran nicht nur aufgrund seines fulminanten Treffers großen Anteil. Im Interview spricht der Neuzugang des VfL über eine beeindruckende Frühform, persönliche Erwartungen und die Rolle der Fans.

Frage: Tim Hoogland, das war ein spektakuläres Tor gegen den BVB: Erst über den Ball getreten und dann doch noch schön per Vollspann im Winkel versenkt.

Tim Hoogland: (lacht) Ich schieße nur schöne Tore. Und nur das Tor reicht halt nicht, da muss ich den Assist auch noch selbst machen. Im Ernst: Die Annahme ist mir natürlich missglückt, ich wollte den Ball eigentlich direkt nehmen. Umso schöner, dass er trotzdem noch rein gegangen ist.

"So ein Tor tut doppelt gut"

Frage: Für Sie als Ex-Schalker ein besonderes Tor?

Hoogland: Das Tor habe ich erstens für den VfL gemacht. (lacht) Und zweitens für alle meine Schalker Freunde. Ich war ja jahrelang dort, da tut so ein Tor doppelt gut.

Frage: Der VfL ist in der Vorbereitung weiter unbesiegt und hat jetzt mit dem BVB auch einen Erstligisten geschlagen. Das kann sich sehen lassen.

Hoogland: Wir haben gesehen, was Dortmund für eine Qualität hat. Sie hatten auch eine Menge Chancen, aber wir haben gut dagegen gehalten. Wir haben ein sehr laufintensives Spiel gezeigt. Ich denke, wir sind auf einem absolut guten Weg.

Frage: Was kann der VfL noch besser machen?

Hoogland: Teilweise war unsere Abstimmung gegen den BVB noch nicht optimal. Das ist aber auch normal, weil Dortmund nach vorne absolute Qualität hat. Und alles andere wird der Trainer sicher noch mit uns besprechen.

"Das Positive Mitnehmen"

Frage: Gibt diese Leistung und dieser Sieg über Dortmund jetzt eine Woche vor dem Saisonstart noch einmal einen besonderen Schub?

Hoogland: Das war auch ein Grund, warum wir dieses Testspiel so kurz vor dem Saisonstart hatten. Wir müssen jetzt das Positive mitnehmen und dann am ersten Spieltag in Paderborn natürlich unbedingt nachlegen. Sonst hat das alles hier mit unseren Erfolgen in der Vorbereitung keinen Wert gehabt.

Frage: Sie selbst scheinen für die Startelf zum Saisonauftakt gesetzt. Sind Sie froh, nach Ihrem Wechsel nach Bochum jetzt auch wieder einen ordentlichen Spielrhythmus zu haben?

Hoogland: Ich will hier in Bochum versuchen, etwas gerade zu rücken, was mein persönliches Bild in der Öffentlichkeit betrifft. Denn so wenige Partien sind es auch in den letzten Jahren nicht gewesen. In den letzten zwei Jahren habe ich 50 Spiele gemacht, das ist überhaupt nicht wenig. Auch in Fulham habe ich in der letzten Saison 28 Partien bestritten, trotz meines längeren Ausfalls durch die Schambeinentzündung.

Frage: Wie empfinden Sie die Atmosphäre in Bochum? Gegen den BVB war die Stimmung auf den Rängen schon richtig gut.

Hoogland: Das war absolut super! Es war mein erstes Heimspiel für den VfL und ich hatte wirklich Gänsehaut, als wir zu Grönemeyers "Bochum" ins Stadion eingelaufen sind. Ich hoffe, es wird in der Saison genau so voll sein im Stadion. Vielleicht geht jetzt auch ein Ruck durch die ganze Stadt. Es wäre schön, wenn die Fans uns auch ein Stückweit tragen könnten, gerade auch jetzt zum Anfang der Saison.

 

Aus Bochum berichtet Dietmar Nolte