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Ambitioniertes Team hat die Erwartungen im bisherigen Saisonverlauf nicht erfüllt. Diese Beschreibung passt sowohl auf den TSV 1860 München als auch auf den MSV Duisburg.

Die "Löwen" wollten sicherlich nach acht Spieltagen besser dastehen als auf Platz 15, die "Zebras" haben im Vorfeld den Aufstieg als Saisonziel formuliert und sind aktuell nur Elfter.

Am Samstag (ab 12:45 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) stehen sich beide Clubs nun gegenüber.

"In andere Tabellenregionen klettern"

"Wir wissen, dass wir punkten müssen, um Anschluss nach oben zu halten und in andere Tabellenregionen zu klettern", sagt 1860-Trainer Ewald Lienen vor der wichtigen Partie. Seinen Optimismus bezieht der 55-Jährige aus dem Auftreten seines Teams in den vergangenen Wochen und den Trainingseindrücken in der Länderspielpause. "Wir haben in den letzten 14 Tagen in einer guten Atmosphäre gearbeitet. Im Training war die Laufbereitschaft und der Durchsetzungswille da, auch der nötige Spaß", erklärt Lienen.

Allerdings, auch das sagt der "Löwen"-Coach: Es sei kontraproduktiv gewesen, dass sein halber Kader für diverse Nationalmannschaften unterwegs war: Antonio Rukavina für Serbien, Gabor Kiraly für Ungarn, Kenny Cooper für die USA, Radhouène Felhi für Tunesien. Dazu kamen die Abstellungen von Aleksandar Ignjovski (U19 Serbien), Peniel Mlapa und Tarik Camdal (U19 Deutschland) sowie Florian Jungwirth und Manuel Schäffler (U20 Deutschland) für verschiedene Juniorenteams. Ob Torjäger Cooper, der erst am Freitag von seiner Länderspielreise zurückkehrte, von Beginn an auflaufen wird, ließ Lienen noch offen: "Wenn er wenigstens zwei, drei Tage Zeit hätte, sich zu akklimatisieren. So ist er ein 'Überraschungs-Ei'. Kenny ist immer heiß und will unbedingt spielen."

Neururer erwartet "heiße Kiste"

Die Gäste wollen in der Allianz Arena ihren Sieg vor der Länderspielpause bestätigen. "Der aktuelle Tabellenstand ist für uns sicherlich nicht zufriedenstellend. Deswegen wollen wir auch in München offensiv auftreten und die vorherrschende Unruhe im Umfeld des TSV zu unserem Vorteil nutzen. Die Sechziger stehen noch mehr unter Druck als wir und deshalb wird es sicherlich eine heiße Kiste," erwartet der Duisburger Cheftrainer Peter Neururer ein packendes und schwieriges Spiel.

Mit Chavdar Yankov (Handbruch), Mihai Tararache (Knie), Kevin Grund und Tobias Willi (Trainingsrückstand) stehen vier Akteure nicht im Kader der Duisburger. Wieder mit von der Partie ist hingegen Sören Larsen. Der Däne kam am Donnerstagabend erst von seiner Länderspielreise zurück und konnte deshalb nur noch einmal mit dem Team trainieren.

"Natürlich ist es nicht schön, dass er uns jetzt so lange nicht zur Verfügung stand, aber umso mehr freue ich mich jetzt, dass er wieder gesund zu uns zurückgekehrt ist. Diesbezüglich möchte ich mich auch beim dänischen Nationaltrainer Morten Olsen bedanken. Er hat sich an unsere Absprache gehalten und Sören nur eine Halbzeit eingesetzt, damit er am Samstag für uns fit ist", sagte Neururer.


Hansa Rostock - SC Paderborn

Personell hätte Andreas Zachhuber eigentlich schon wieder die Qual der Wahl haben können. Nachdem der Hansa-Trainer aus Verletzungsgründen zuletzt zwei Mal nur 17 Akteure für den Kader nominieren konnte, sind in der zurückliegenden Punktspielpause mehrere angeschlagene Spieler wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Mit Enrico Kern und Bradley Carnell stehen nur noch zwei Hansa-Profis auf der Verletztenliste.

Der brasilianische Innenverteidiger Orestes könnte erstmals nach neun Wochen wieder zu einem Einsatz kommen: "Doch die Wahrscheinlichkeit, dass er schon in der Startelf steht, ist äußerst gering. Im Zweikampfverhalten hat er nach seiner langen Verletzungspause noch Nachholbedarf, das braucht noch etwas Zeit", erklärte Zachhuber, der außerdem auf einen Einsatz von Kapitän Martin Retov hofft: "Er fährt auf jeden Fall mit. Und am Samstag nach dem Frühstück werde ich Martin fragen, ob es geht. Er trainiert zwar seit Montag wieder mit, hat aber immer noch Schmerzen."

Die Ostsee-Kicker wollen zum dritten Mal in Folge drei Punkte einfahren. "Egal, wie der Gegner heißt - wenn der F.C. Hansa ein Heimspiel hat, wird immer ein Sieg erwartet", betonte Zachhuber und fügte an: "Klar, dass auch ich dies von meiner Mannschaft erwarte, denn jetzt wollen wir nachlegen." Er weiß aber auch: "Die Paderborner haben eine gute Mannschaft. Sie ist für einen Aufsteiger recht gut gestartet, hat schon zehn Punkte auf dem Konto und mit dem aus Wolfsburg ausgeliehenen Mahir Saglik einen sehr gefährlichen Stürmer dazu bekommen."

Punkte statt Unterhaltung

Die Ostwestfalen setzen in der DKB-Arena weiterhin auf ihre gesunde Mischung aus stabiler Defensive und Tempofußball nach vorne, diesmal mit etwas mehr Aufmerksamkeit in der Verteidigung. "Entscheidend ist, dass wir effektiv gegen den Ball arbeiten und die Zweikämpfe annehmen. Um alles andere mache ich mir keine Sorgen", sagt Trainer Andre Schubert.

"Hansa verfügt über großes Potential, viele individuelle Techniker und eine enorme Offensivstärke. Daher ist es wichtig, dass wir den Gegner im Zweikampf stellen und nicht ins Spiel kommen lassen", gibt der Coach die Marschroute vor: "Wir müssen auswärts nicht für Unterhaltung sorgen, sondern dürfen auch gerne mal auf fremdem Platz punkten."

Die Bilanz des SCP gegen Hansa Rostock ist durchaus verbesserungswürdig. Vier Mal kreuzten sich bislang die Wege der beiden Vereine in der 2. Bundesliga: Drei Mal mussten die Ostwestfalen in eine Niederlage einwilligen, ein Mal behielten die Paderborner die Oberhand.

Beim 3:0-Heimsieg in der Saison 2005/2006 mit von der Partie: Kapitän Markus Krösche, der seinerzeit mit einem Rechtsschuss zum 2:0-Zwischenstand traf. Keine Frage, dass der Leitwolf diesen Erfolg am Samstag gerne wiederholen würde: "Rostock ist zwar momentan gut drauf, aber es wird Zeit, dass wir endlich mal etwas Zählbares von der Ostsee mitnehmen."