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Ingolstadt - Der FC Ingolstadt führt etwas überraschend die Tabelle der 2. Bundesliga an. Zudem sind die Schanzer als einziges Team noch ungeschlagen.

Vor dem Topspiel gegen Bundesliga-Absteiger Eintracht Braunschweig spricht Ingolstadts Sportdirektor Thomas Linke im Interview mit bundesliga.de über den Saisonstart, Trainer Ralph Hasenhüttl und die Perspektiven des Vereins.

bundesliga.de: Herr Linke, mit welchen Gefühlen schauen Sie sich momentan die Tabelle der 2. Bundesliga an?

Thomas Linke: Mit sehr guten Gefühlen. Es ist eine schöne Momentaufnahme.

bundesliga.de: Wie überraschend kommt für Sie der Erfolg und die Konstanz des FCI? Und welche Ursachen hat er?

Linke: Es ist uns gelungen, den Schwung aus der letzten Saison mitzunehmen. Man sieht, dass die Mannschaft sehr viel Selbstvertrauen hat. In der 2. Bundesliga kann jeder gegen jeden gewinnen, das zeigen die Ergebnisse Woche für Woche. Die Konstanz führe ich darauf zurück, dass es die Mannschaft Spiel für Spiel schafft, nahe an ihr Leistungsvermögen zu kommen.

bundesliga.de: Es ist kein Geheimnis, dass der FC Ingolstadt ambitioniert ist und sich nicht dauerhaft mit Mittelmaß in der 2. Bundesliga zufrieden geben will. Wie herausfordernd ist der Job des Sportdirektors für Sie? Sind die Ansprüche realistisch?

Linke: Unser Anspruch ist es, uns mit der Profimannschaft stetig weiterzuentwickeln und nach Möglichkeit mehr Punkte als im Vorjahr zu sammeln. Rückblickend ist uns das bisher in jeder Saison gelungen. Sollte die Mannschaft ihre Konzentration und Leistungsbereitschaft weiterhin beibehalten, sind wir auch in diesem Jahr auf einem guten Weg, unsere Ziele zu erreichen.

bundesliga.de: Im Kalenderjahr 2014 hat Ingolstadt gerade einmal zwei Punktspiele verloren und in 21 Partien nur 13 Gegentore bekommen. Wie zufrieden ist der ehemalige Weltklasse-Verteidiger mit der Defensive? Ist sie der Schlüssel zum Erfolg?

Linke: Einmal in Rückstand, ist es in der 2. Liga unheimlich schwierig, gegen einen dann defensiv noch besser organisierten Gegner zu Chancen zu kommen und Tore zu erzielen. Daher ist ein „zu Null“ umso mehr Basis des Erfolgs.

bundesliga.de: Inwieweit war die Verpflichtung von Ralph Hasenhüttl ein Glücksfall für den Verein?

Linke: Ralph hat die Mannschaft in einer schweren Phase übernommen und sofort gute Ergebnisse erzielt. Er stellt sie für jedes Spiel gut ein und schafft es, die hundertprozentige Einsatzbereitschaft heraus zu kitzeln. Wenn man dann sieht, dass wir in der Vergangenheit doch immer wieder größere Schwankungen hatten, kann man mit Fug und Recht behaupten: Ralph ist ein Glücksfall, es spricht aber dafür, dass alle Mitarbeiter im Verein einen tollen Job machen.

bundesliga.de: Aktuell gibt es in der 2. Bundesliga keinen Verein, der mehr als die Hälfte der Spiele gewonnen hat und gerade einmal fünf, die wenigsten vier ihrer acht Spiele für sich entscheiden konnten. Ist diese fast schon brutale Ausgeglichenheit der Liga ein Zeichen von Stärke oder Schwäche?

Linke: Das spricht zunächst dafür, dass die Liga spannend ist. Ich denke, es ist eine starke 2. Bundesliga, ohne vielleicht den ganz großen Überflieger wie in den Jahren zuvor.

bundesliga.de: Die Schanzer sind nach acht Spieltagen die einzige Mannschaft der 2. Bundesliga, die noch ungeschlagen ist. Trauen Sie der Truppe zu, sich dauerhaft im oberen Tabellen-Drittel zu etablieren und um den Aufstieg mitzuspielen?

Linke: Wir denken von Spiel zu Spiel und gehen in jede Partie, um sie zu gewinnen. Das wird nicht immer gelingen, trotzdem wollen wir alles dafür tun und werden am Ende sehen, was dabei herauskommt.

bundesliga.de: Am Sonntag empfängt der FCI den Bundesliga-Absteiger Eintracht Braunschweig, der sich bislang schwer tut. Wie stark schätzen Sie den Gegner ein? Worauf wird es ankommen?

Linke: Ich schätze den Gegner sehr stark ein, da die Mannschaft im Kern zusammengeblieben ist. Auch in diesem Spiel kommt es wieder darauf an, intensiv gegen den Ball zu arbeiten, die Zweikämpfe zu gewinnen und danach schnell umzuschalten. Die letzten Heimspiele gegen Braunschweig haben gezeigt, dass man immer von der 1. bis zur letzten Minute hochkonzentriert sein muss.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski