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München - Die Trotzreaktion blieb aus: Drei Tage nach dem Ausschluss aus dem DFB-Pokal hat Dynamo Dresden die entsprechende Antwort auf dem Rasen nicht geben können. Die Sachsen verloren trotz zwischenzeitlicher Führung mit 1:3 (0:0) beim FC St. Pauli. Die Norddeutschen (35 Punkte) verbesserten sich am 16. Spieltag der 2. Bundesliga auf den Relegationsplatz drei und verdrängten zumindest für eine Nacht die SpVgg Greuther Fürth (33).

Wer als Tabellenführer in den abschließenden Spieltag der Hinrunde gehen wird, entscheidet sich erst am Montag. Im Spitzenspiel stehen sich dann der Tabellenzweite Fortuna Düsseldorf (35 Punkte) und Fürth gegenüber (ab 20 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio).

Fest steht, dass der derzeitige Primus Eintracht Frankfurt (35) seinen Platz an der Sonne einbüßt. Die Hessen kassierten beim 1:2 (0:1) bei 1860 München die erste Saisonniederlage und verpassten die Chance, den Konkurrenten erst einmal zu enteilen.

"Löwen" beenden Frankfurts Serie

Dresden ging zunächst durch Zlatko Dedic (66.) in Führung. Doch dank eines Doppelschlags durch Fabian Boll (71.) und Deniz Naki (73.) sowie dem Treffer von Marius Ebbers (85.) gelang St. Pauli die Wende.

Ein Blitztor des Münchner "Löwen" Dorde Rakic nach 12,4 Sekunden schockte die Frankfurter. "Das war ein katastrophaler Start für uns, das frühe Tor hat sich negativ auf unser Spiel ausgewirkt", haderte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner. Die erste Schlappe des Bundesliga-Absteigers nach zuvor 15 Ligaspielen ohne Niederlage besiegelte Kevin Volland (67.). Theofanis Gekas (90.) konnte für die Gäste nur noch verkürzen. Die Löwen präsentierten sich ungeachtet des Machtkampfes hinter den Kulissen zwischen Vereinspräsident Dieter Schneider und dem jordanischen Investor Hasan Ismaik stark.

Aachen arbeitet sich nach oben

Im Tabellenkeller sendete Alemannia Aachen (2:0 beim Karlsruher SC) ein Lebenszeichen. Schlusslicht FC Ingolstadt erkämpfte am Sonntag immerhin ein torloses Unentschieden bei Energie Cottbus, bleibt aber mit einem Rückstand von zwei Punkten zum rettenden Ufer Letzter. Nur einen Punkt vor Ingolstadt rangiert Hansa Rostock, das mit 2:5 eine bittere Heimpleite gegen Union Berlin kassierte.

Aachen steht durch den ersten Auswärtserfolg in dieser Saison erstmals seit vier Monaten nicht mehr in der Abstiegszone. "Wir haben Geduld gehabt und sind belohnt worden", sagte Alemannia-Trainer Friedhelm Funkel. Die Treffer von Sergiu Radu (36. ) und Benjamin Auer (87.) vermasselten das Heimdebüt von Karlsruhe-Coach Jörn Andersen, der mit seinem neuen Team noch punktlos ist.

Auch für Trainer Hans-Jürgen Boysen vom FSV Frankfurt wird die Luft im Abstiegskampf immer dünner. Die Hessen kamen gegen den SC Paderborn nicht über ein 2:2 (0:1) hinaus und warten seit Mitte April auf einen Heimsieg am Bornheimer Hang. Immerhin gab Geschäftsführer Uwe Stöver Coach Boysen eine Jobgarantie.

Der MSV Duisburg feierte durch ein 2:1 (1:1) bei Erzgebirge Aue unter seinem neuen Trainer Oliver Reck seinen ersten Auswärtssieg und setzte damit seinen Aufwärtstrend fort. Eintracht Braunschweig setzte sich im Mittelfeldduell mit 4:0 (2:0) gegen den VfL Bochum durch.