ANZEIGE

Berlin - Wie seine Teamkameraden war auch der neue Hertha-Kapitän Peter Niemeyer nach dem 2:1-Sieg gegen Jahn Regensburg vor allem erleichtert. Nach nur einem Punkt aus den ersten zwei Ligaspielen und dem bitteren Pokalaus bei Viertligist Wormatia Worms fuhr der Aufstiegsaspirant endlich den ersten Dreier ein.

Nach der Partie sprach der Defensiv-Allrounder über seine Erleichterung, im vierten Pflichtspiel der Saison endlich gewonnen zu haben. Der 28-Jährige beschrieb zudem, wie er sein "Hand-Tor" im Stile eines Diego Maradona wahrgenommen hat und wagte einen ersten Ausblick auf das kommende Derby beim 1. FC Union Berlin.

Frage: Herr Niemeyer, wie wichtig war dieser erste Sieg in der neuen Saison?

Peter Niemeyer: Wir sind sehr erleichtert, das hat man bei uns allen gemerkt. Es ist egal, wie der Sieg zustande gekommen ist. Wichtig war nur, die drei Punkte zu holen. So kommt auch das Selbstvertrauen wieder zurück - dafür war dieser Sieg enorm wichtig.

Frage: Was sagen Sie zu den ersten 40 Minuten, da konnte man förmlich spüren, dass die Mannschaft verunsichert ist? Nach den Toren lief es dann ja besser.

Niemeyer: Ja, daran sieht man, wie enorm wichtig Erfolgserlebnisse sind. In dem Punkt sind wir einfach auch nur Menschen. Dass der Knoten platzt, wenn man erstmal ein Tor macht, ist selbstverständlich. Dass der Knoten vorher da war, ist wohl auch selbstverständlich.

Frage: Hatten Sie nach dem Regensburger Anschlusstreffer zum 2:1 das Gefühl, ein Déjà-vu zu haben - nach dem Motto: Jetzt geht das schon wieder los?

Niemeyer: Klar, wenn man das 2:1 bekommt, merkt man, dass es dann schwerer fällt. Aber ich lasse mir diesen Sieg jetzt nicht kaputtreden. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben. Es war uns allen klar, dass wir keinen Hurra-Fußball spielen und Regensburg vom Platz fegen würden. Wir müssen realistisch bleiben: Nur über Siege kriegen wir das Selbstbewusstsein zurück und dann werden wir auch wieder erfolgreicher sein.

Frage: Was sagen Sie zu Ihrem "Maradona"-Tor, als Sie in der 34. Spielminute den Ball mit der Hand ins Regensburger Netz beförderten?

Niemeyer: Ich bin in der Pause noch zu Schiedsrichter Harm Osmers gegangen und habe ihm gesagt: 'Sie glauben ja wohl nicht, dass ich ein Maradona bin.' Die "Hand Gottes" - die habe ich nicht. Das war wirklich unabsichtlich, ich bin aus dem Gleichgewicht gekommen und irgendwie ist der Ball gegen meine Hand geknallt. Der Schiedsrichter hat es mit einem Schmunzeln aufgenommen und mir gesagt, dass er die Gelbe Karte halt geben musste.

Frage: Jetzt steht am nächsten Spieltag das Derby beim 1. FC Union Berlin an - kommt das zur rechten Zeit, oder interessiert es gar nicht, wer da der Gegner ist?

Niemeyer: So kurz nach dem Spiel gegen Regensburg habe ich mir noch keine Gedanken zum Derby gemacht. Das wird jetzt im Lauf der Woche sicherlich kommen. Wir müssen den Weg, den wir jetzt eingeschlagen haben, fortsetzen. Da ist mir egal, welcher Gegner als nächstes kommt. Ich weiß aber sicherlich, wie wichtig das Spiel für die Fans ist und um wie viel Prestige es dabei geht. Das wollen wir natürlich unseren Fans schenken. Aber für uns geht es vor allem um die drei Punkte, die für die Meisterschaft wichtig sind.

Aufgezeichnet von André Anchuelo