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München - Er ist zurück: Andre Schubert tritt mit seinem neuen Club bei den alten Weggefährten in Paderborn an. Dass es sich beim Gastspiel des FC St. Pauli um das Spitzenspiel des 17. Spieltags handeln würde, hätte er vor der Saison allerdings wohl kaum vermutet. Im Ostderby zwischen Union Berlin und Energie Cottbus versuchen die Tabellennachbarn ihre Position im gesicherten Mittelfeld zu festigen - genauso wie Eintracht Braunschweig im Gastspiel beim FC Ingolstadt (alle Partien ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

SC Paderborn 07 - FC St. Pauli

Topspiel in Paderborn: Dort trifft der SC Paderborn, als 5. der Tabelle auf den FC St. Pauli, der zurzeit den 3. Rang belegt. In diesem direkten Duell zweier Aufstiegsaspiranten hat der SCP die bessere Bilanz. Von vier Zweitligapartien in denen die beiden Vereine aufeinander trafen, gewannen die Ostwestfalen drei. Nur ein Mal gingen die Hamburger siegreich vom Platz. Aktuell sind beide Teams in bester Verfassung. Der SC Paderborn ist seit zwölf Spielen ungeschlagen, während St. Pauli aus den letzten fünf Partien 13 von 15 möglichen Punkten holte.

Ein sehr emotionales Spiel wird es vor allem für St. Paulis Trainer Andre Schubert. Der 40-Jährige stand bis zur vergangen Saison beim SC Paderborn an der Seitenlinie und tritt nun erstmals gegen den Verein an, bei dem er von 2006 bis 2011 in verschieden Positionen verantwortlich war. "Für die Spieler ist das eine ganz normale Auswärtspartie, aber für mich schon etwas Besonderes", sagte Schubert. Sein Gegenüber und Nachfolger Roger Schmidt blickt dem Spiel ebenfalls mit großer Vorfreude entgegen. Die Partie zum Abschluss der Hinrunde, in einem seit Wochen ausverkauftem Stadion, bezeichnete der Coach als "Kirsche auf der Sahnetorte".

Bei aller Vorfreude gibt es aber auch negative Nachrichten für die beiden Trainer. In Paderborn steht hinter dem Einsatz von Jens Wemmer noch ein Fragezeichen. Der Rechtsverteidiger hat nach wie vor Probleme an der Ferse. Zudem muss Roger Schmidt auf die Langzeitverletzten Jens Grahl, Sven Krause und Jens Wissing verzichten. St. Pauli tritt ohne Lasse Sobiech und Carlos Zambrano an.




1. FC Union Berlin - Energie Cottbus

Berlin und Cottbus sind nicht nur geografisch nicht weit voneinander entfernt, sondern auch Tabellennachbarn. Denn im Ostderby trifft mit Union der 8. der Tabelle auf die aktuell neuntplatzierten Cottbuser. Allerdings weisen nur die Berliner zurzeit eine gute Form auf. In den vergangenen sechs Spielen verloren die "Eisernen" nur ein Mal, wobei sie in den vergangenen drei Spielen sogar sieben von neun möglichen Punkten holten. Im Gegensatz dazu hat Cottbus nur eins der letzten fünf Spiele gewonnen, kann aber auf die bessere Bilanz im Duell dieser beiden Teams verweisen. Von insgesamt sechs Derbys gewannen die Cottbuser drei, bei nur einem Sieg für Union und zwei Remis.

Trotzdem ist Cottbus' Trainer Pele Wollitz von den Berlinern beeindruckt. "Union spielt eine gute Serie, hat Selbstvertrauen. Zu Hause ist die Mannschaft immer eine Macht, jetzt tritt sie auch auswärts erfolgreich auf. Wir haben Respekt vor der Leistung der Berliner, sie stehen derzeit zu Recht vor uns", sagte Wollitz. Dementsprechend formuliert Union-Trainer Neuhaus selbstbewusste Ziele. "Wir können mit einem Sieg gegen Energie eine Duftmarke setzen. Mit 28 Punkten nach der Hinrunde die beste Ausbeute erzielen, seitdem wir in der 2. Liga sind", erklärt Neuhaus.

Verzichten muss Neuhaus dabei auf die Langzeitverletzten Simon Terodde und Oliver Hofmann, die sich noch im Aufbautraining befinden, sowie auf Fabian Fritsche der an einem Ermüdungsbruch laboriert. Mit dabei ist Torsten Mattuschka (zum Interview), der mit Union gegen seinen Ex-Verein antritt. Bei den Cottbusern ist die Personalsituation nicht mehr ganz so angespannt. "Nach dem Heimspiel gegen Ingolstadt kamen keine weiteren Verletzten dazu", atmet Energie-Trainer Pele Wollitz auf. Zudem ist Ivica Banovic wieder einsatzbereit. Der Mittelfeldspieler steigerte am Mittwoch sein Trainingspensum und könnte wieder in den Kader rücken. Innenverteidiger Uwe Hünemeier hat dagegen weiterhin nicht trainiert und steht im Derby nicht zur Verfügung.




FC ingolstadt - Eintracht Braunschweig

In Ingolstadt kommt es gegen Eintracht Braunschweig zu einer Premiere, denn dieses Duell gab es in der zweiten Bundesliga noch nie. Nur in der dritten Liga trafen die Teams zur Saison 09/10 aufeinander. Dabei gab es in Ingolstadt ein 3:3-Unentschieden, während die Braunschweiger ihr Heimspiel mit 2:1 gewannen. Auch die aktuelle Tabellensituation macht Braunschwieg zum Favoriten. Denn während Schlusslicht Ingolstadt seit acht Spielen auf einen Sieg wartet, spielen die siebtplatzierten Braunschweiger für einen Aufsteiger eine sehr gute Saison.

Dementsprechend selbstbewusst geht Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht trotz Verletzungssorgen in die Partie. Er will eine Mannschaft aufbieten, die "bestmöglichen Erfolg garantiert". Doch auch Ingolstadt hat nach dem 0:0 in Cottbus wieder Hoffnung geschöpft. Das Remis in der Lausitz war der erste Auswärtspunkt in dieser Saison. "Jetzt hat man gesehen, dass wir zu Null spielen und in der Defensive ordentlich arbeiten können. Gegen Braunschweig müssen wir zeigen, dass wir das auch im Spiel nach vorne hinbekommen", gibt Abwehrspieler Marvin Matip die Richtung vor.

Helfen könnte dabei die Tatsache, dass Ingolstadt mit Leonhard Haas nur auf einen verletzten Spieler verzichten muss. Ganz im Gegenteil zu Braunschweig, wo sich Trainer Torsten Lieberknecht "ein bisschen wie in einer Bastelstunde" fühlt, weil er seine Mannschaft aufgrund von Verletzungen so stark umbauen muss. Der Eintracht-Trainer spielte damit auf die schweren Verletzungen von Marcel Correia, Steffen Bohl und Markus Unger an. "Diese Diagnosen haben uns knallhart getroffen und sie zeigen, dass wir jeden Mann brauchen", analysierte Lieberknecht.