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Düsseldorf - Fortuna Düsseldorf hat sich dank eines glücklichen 1:0-Heimsieges im Derby gegen den MSV Duisburg vor einer Saisonrekordkulisse vom Relegationsrang 16 auf Platz 15 verbessert. Damit bestätigten die Rheinländer den Aufschwung der letzten vier Spiele, in denen die Mannschaft von Trainer Norbert Meier neun von möglichen zwölf Punkten eingefahren hat. Nach dem Spiel traf bundesliga.de einen zufriedenen Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz.

bundesliga.de: Andreas Lambertz, Glückwunsch zum 1:0-Sieg gegen den MSV Duisburg. Fortuna hat die dringend benötigten Punkte eingefahren, aber eine fußballerische Delikatesse war das eher nicht oder?

AndreasLambertz: Das war, ganz ehrlich, ein eher schwaches Spiel und für die Zuschauer wahrscheinlich auch nicht sonderlich ansehnlich. Ich will nichts beschönigen, aber entscheidend war sicherlich, dass alle Spieler ihre Probleme mit dem rutschigen Boden hatten. So kam kein richtiger Fluss auf, überwiegend lange Bälle, viele Einwürfe, viele Freistöße, einfache Ballverluste. Es gab kaum Torchancen. Aber im Endeffekt haben wir nun drei Punkte mehr auf dem Konto. Beim Tor hat Sascha Rösler den Ball wunderbar erkämpft und Patrick Zoundi auf die Reise geschickt. Ich weiß nicht, ob der Ball auch so ins Tor gegangen wäre. Aber auf jeden Fall war er drin. Danach haben wir die Partie gut nach Hause geschaukelt.

bundesliga.de: Haben Sie eine Erklärung dafür, dass es die Mannschaft nicht geschafft hat, ihre spielerische Linie zu finden?

Lambertz: Wir haben uns vielleicht dem Niveau angepasst. Die Duisburger haben nur lange Kerle im Team, die spielen gerne mit langen Bällen und verlängern die Bälle gut, was dann wiederum schwer zu verteidigen ist. Gleichzeitig haben sie uns gut zugestellt. Wie schon gesagt: Auf diesem Boden war es recht schwer, guten Fußball zu spielen.

bundesliga.de: War das die Antwort auf das Paderborn-Spiel, in dem die Fortuna nach guter erster Halbzeit nach dem Gegentor eingebrochen ist und 0:3 verloren hat?

Lambertz: Unser erstes Ziel war es, dass die Null steht. Und die Duisburger wollten natürlich ihre Erfolgsserie fortsetzen.In der ersten Halbzeit konnte man sehen, dass sich beide Teams abgetastet haben. Vielleicht kamen wir dabei ein bisschen besser nach vorne. In der zweiten Hälfte haben wir noch eine Schippe draufgelegt, damit uns nicht das Gleiche wie in Paderborn passiert.

bundesliga.de: Geht der Blick nach oben?

Lambertz: Der Blick geht jetzt nach Aue, wo wir etwas mitnehmen wollen.

bundesliga.de: Kann die Fortuna in Aue nach den Erfolgen in den letzten Spielen etwas befreiter aufspielen?

Lambertz: Ein kleines bisschen vielleicht. Aber wir müssen in Aue genauso aufpassen wie gegen Duisburg. Wir müssen das Spiel so angehen wie die letzten auch. Mit voller Kraft und Konzentration ins Spiel gehen und die Zweikämpfe annehmen.

bundesliga.de: Fortuna hat jetzt drei der letzten vier Spiele gewonnen und den Relegationsplatz 16 verlassen. Damit kann man zufrieden sein.

Lambertz: Für die jetzige Situation schon. Es hätten wohl nur die Wenigsten damit gerechnet, dass wir gegen den MSV die drei Punkte mitnehmen. Aber wir wollen uns nichts vormachen, denn wir sind trotzdem noch im Tabellenkeller dabei. Wir dürfen nun keinen Gang zurückschalten, sondern müssen so schnell wie möglich weitere Punkte sammeln.

bundesliga.de: Nach längerer Zeit gab es im Stadion auch einmal wieder die Humba-Feier mit den Fans.

Lambertz: Die Fans haben Pat Zoundi dazu regelrecht aufgefordert - auch weil er das 1:0 eingeleitet und eine ordentliche Leistung gezeigt hat. Das ist in Ordnung so.

bundesliga.de: Fortuna hat in den letzten beiden Heimspielen zwei Aufstiegsaspiranten geschlagen, zwei Mal 1:0 gewonnen. Ist die Nervenstärke der vergangenen Saison so langsam wieder da?

Lambertz: Das wird sich zeigen. Zu Anfang der Saison haben wir eigentlich richtig gut gespielt und wurden nicht belohnt. Danach haben wir einige Male schlecht gespielt und ebenfalls verloren. Möglicherweise haben wir jetzt den richtigen Weg gefunden, um ins Spiel zu kommen.

bundesliga.de: Mit Kampf und Krampf.

Lambertz: Letzteres wird sich hoffentlich abstellen lassen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski