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Duisburg - Nach der 1:3-Auftaktniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern reist der MSV Duisburg nun am Samstag zum Ruhrderby nach Bochum. Die Zebras wollen dort unbedingt punkten, um einen Fehlstart zu vermeiden. Im Interview mit bundesliga.de spricht MSV-Keeper Michael Ratajczak, ein Kind des Ruhrgebiets, über das Derby, die Unterschiede zwischen 3. Liga und 2. Bundesliga sowie die Ziele des MSV.

bundesliga.de: Michael Ratajczak, wie zufrieden waren Sie mit der Vorstellung des MSV zum Saisonauftakt?

Michael Ratajczak: Grundsätzlich ist es nie gut, wenn man mit einer Niederlage in die Saison startet. Aber wir versuchen, das Positive daraus zu ziehen. Wir wissen nun, woran wir zu arbeiten haben.

bundesliga.de: Woran muss die Mannschaft noch arbeiten?

Ratajczak: Wir haben in dem Spiel gesehen, dass jeder Fehler sofort bestraft wurde. Das ist ein Unterschied zum letzten Jahr in der 3. Liga, dort wären die Gegentore vermutlich in dieser Form nicht gefallen. Die Qualität in der 2. Liga ist eine andere.

bundesliga.de: Welche Lehren haben Sie aus der Partie gegen den FCK gezogen?

Ratajczak: Kaiserslautern hat in den letzten drei Jahren um den Aufstieg gespielt. Das wird in diesem Jahr auch nicht anders sein. Wir müssen uns mit anderen Mannschaften messen. Trotzdem war es schade, weil es der 1. Spieltag war und wir zuhause gespielt haben.

"Unterstützung der Fans war grandios"

bundesliga.de: Was war gut, was macht Mut?

Ratajczak: Die zweite Halbzeit. Da haben wir besser agiert, hatten mehr Ballbesitz. Darauf können wir aufbauen. Wir müssen wieder zu einer mannschaftlichen Geschlossenheit auf dem Platz kommen. Die Unterstützung der Fans war grandios. Das waren die positiven Aspekte.

bundesliga.de: Wie groß sind die Unterschiede zwischen der 3. Liga und der 2. Bundesliga? Wie schwer ist die Umstellung gefallen?

Ratajczak: Es ist schon ein großer Sprung. In der 2. Bundesliga gibt es taktisch und technisch besser ausgebildete Spieler und bessere Mannschaften.

bundesliga.de: Sie sind vor einigen Jahren mit Fortuna Düsseldorf schon einmal in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Inwieweit gibt es Parallelen zu heute? Was bringt Ihnen diese Erfahrung heute?

Ratajczak: In meiner Zeit bei Fortuna bin ich sogar zweimal aufgestiegen, jetzt wieder mit dem MSV in die 2. Bundesliga. Es gibt in der 2. Bundesliga keine Mannschaft, die leicht zu schlagen sein wird. Das sind alles Topmannschaften, zehn bis zwölf von ihnen haben Ambitionen aufzusteigen. Dazu kommen die Aufsteiger. Es ist eine enorm schwere Liga und vielleicht die schwerste, die es bisher gab. Meine Erfahrung kam mir sicher zugute, um in einer Druckphase mit der Situation gut umgehen zu können.

"Entwicklung des MSV ist sehr positiv"

bundesliga.de: Sie gehen in Ihre dritte Saison in Dusiburg. Wie bewerten Sie Ihre Zeit beim MSV?

Ratajczak: Ich bin vor zwei Jahren zum MSV gekommen. Es war damals eine sehr schwierige Zeit nach dem Lizenzentzug. Wir hatten nur zehn Tage Zeit zur Vorbereitung und keine komplette Mannschaft. Nichtsdestotrotz haben wir eine gute Rolle in der 3. Liga gespielt und den Landespokal gewonnen. Dann kam der Aufstieg, mit dem so schnell auch keiner gerechnet hat. Die Entwicklung ist sehr positiv. Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets, wurde in Herne geboren. Ich brauchte beim MSV nicht viel Anlauf- oder Eingewöhnungszeit. Ich fühle mich sehr wohl beim MSV.

bundesliga.de: Kommen wir auf das Ruhrderby gegen den VfL Bochum zu sprechen. Wie sehr fiebern Sie und die Fans dem Derby entgegen?

Ratajczak: Für mich persönlich ist es etwas Besonders. Mein Vater hat mich als kleinen Junge mit Teddy unterm Arm ins Ruhrstadion zum VfL Bochum mitgenommen. Ich verbinde persönliche Erlebnisse mit dem VfL und freue mich sehr auf das Derby. Das ist ein Highlightspiel. Ein Großteil meiner Familie und meiner Freunde werden dort sein und mich unterstützen. Auch die Fans freuen sich auf das Spiel. Duisburg und Bochum trennen ja nur ein paar Kilometer. Es ist das kleine Ruhrderby.

"Wollen unter allen Umständen die Klasse halten"

bundesliga.de: Der VfL Bochum hat zum Auftakt in Paderborn gewonnen. Wie stark ist der Gegner einzuschätzen? Wie kann der MSV ihm Probleme bereiten?

Ratajczak: Der VfL ist stark einzuschätzen. Wir haben vor ein paar Wochen ein Vorbereitungsspiel gegen Bochum bestritten und 1:2 verloren. Da konnte man schon sehen, was der VfL drauf hat. Sie haben eine starke Truppe und gute Spieler in ihren Reihen wie ein Simon Terrodde. Defensiv stehen sie gut, im Mittelfeld sind sie gut besetzt. Das wird ein ganz schwieriges Spiel für uns. Wir müssen versuchen, die Fehler zu minimieren. Für uns zählt es, in Bochum zu bestehen und als Mannschaft geschlossen aufzutreten.

bundesliga.de: Was ist für die Zebras in dieser Saison drin?

Ratajczak: Für uns kann es nur um den Klassenerhalt gehen, alles andere wäre vermessen. Der Verein hat in den letzten Jahren alles dafür getan, um wieder in der 2. Bundesliga zu spielen. Wir wollen unter allen Umständen die Klasse halten, egal wie.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski