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Nach dem Schlusspfiff im Nachbarschaftsduell am Montagabend hätte die Situation beim FSV Mainz 05 und dem SV Wehen Wiesbaden unterschiedlicher nicht sein können.

Während der ungeschlagene Spitzenreiter aus Mainz nach dem 5:0 (2:0) am 7. Spieltag der 2. Bundesliga den Kurs Richtung Oberhaus hält, findet sich der SVWW sieglos am Tabellenende wieder.

"Das war schon imponierend"

Die 05er, die den Wechsel von Kult-Trainer Jürgen Klopp zu Jörn Andersen problemlos gemeistert hat, präsentierte sich zum wiederholten Mal in erstligareifer Verfassung.

"Das war schon imponierend", meinte Manager Christian Heidel, der allerdings vor allzu großer Euphorie warnte: "Nach dem siebten Spieltag ist noch niemand aufgestiegen." Auch Andersen ist sich sicher, das "Rückschläge kommen werden".

Konkurrenzkampf als Erfolgsgeheimnis

Derzeit ist der Norweger von seinen Schützlingen aber begeistert. "Wir haben einen Lauf. Dazu ist Druck von der Bank und der Tribüne da. Keiner kann sich ein schlechtes Spiel leisten", meinte der Coach, der von Heidel dazu überredet werden musste, nach der Partie mit den Fans zu feiern: "Ich wollte nicht raus, die Mannschaft soll sich feiern lassen. Ich genieße lieber im Stillen."

Bei dem Kantersieg im Stadion am Bruchweg waren die Gäste mit dem Ergebnis, für das Chadli Amri (20.), Nikolce Noveski (26.), Felix Borja (58.), Peter van der Heyden (73.) und Srdjan Baljak (78.) mit ihren Treffern verantwortlich waren, durchaus noch gut bedient.

Spieler in der Pflicht

Wehens Teamchef Christian Hock hingegen ist sich der ernsten Lage seines Clubs bewusst. "So lange ich unter Vertrag stehe, liefere ich mit bestem Gewissen meine Arbeit ab. Alles andere steht nicht in meiner Macht", erklärte Hock.

Für das Duell mit dem Tabellen-16. FSV Frankfurt forderte der Ex-Profi eine deutliche Leistungssteigerung: "Gegen Frankfurt müssen sich fast alle um 180 Grad drehen. Das war das dritte Spiel in Folge, in dem wir zu viele Ausfälle hatten. Gegen Frankfurt wird sich zeigen, auf wen man sich verlassen kann und wer sich für den Klub den Hintern aufreißt."

Auch Sportdirektor Uwe Stöver nahm die Spieler in die Pflicht: "Jetzt sind Typen gefragt, die sich dagegenstemmen. Wir werden mit dem Trainer die notwendigen Dinge erarbeiten und versuchen den richtigen Weg, von dem wir abgekommen sind, wieder einzuschlagen." Einen indirekten Vorwurf an Hock konnte sich Stöwer nach dem Debakel in Mainz nicht verkneifen: "Das Team hat Qualität. Wir schaffen es derzeit aber nicht, die Qualität der Mannschaft auf den Platz zu bringen."