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München - Der FC Erzgebirge Aue ist in der vergangenen Saison der 2. Bundesliga die Überraschungsmannschaft gewesen, mit Nils Petersen stellte Energie Cottbus den Torschützenkönig im Unterhaus, Union Berlin verbesserte sich im Vergleich zur ersten Saison nach dem Wiederaufstieg noch um einen Tabellenplatz, zudem trumpften Hansa Rostock und Dynamo Dresden in der 3. Liga auf und schafften den Aufstieg.

Diese fünf Clubs sorgten für viele positive Schlagzeilen in der Saison 2010/11, und sie haben alle eine Gemeinsamkeit - es sind die Ostclubs der aktuellen Zweitliga-Saison.

Doch wie sind die Teams aus den mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung nicht mehr ganz so "neuen" Bundesländern in die laufende Saison gestartet? bundesliga.de hat einen Blick in die Datenbank geworfen und präsentiert interessante Fakten in den "Tops und Flops".

Tops

Mit Platz 7 ist Union Berlin momentan der erfolgreichste Ostclub der 2. Bundesliga und ist auf dem besten Wege, sich weiter im deutschen Unterhaus zu etablieren. Besonders erfolgreich sind die "Eisernen" bei Standardsituationen. Nur Düsseldorf und Dresden erzielten mehr Tore nach ruhenden Bällen als Union (acht). Auch mit den hohen Bällen klappt es gut, denn niemand kassierte weniger Kopfball-Gegentore als Union (zwei).

Flops

Die Unioner stehen in keiner der wichtigsten Kategorien für die Offensive und Defensive ganz weit hinten. Nur das Aluminium steht den Berliner viel zu häufig im Weg. Die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus scheiterte in dieser Saison am häufigsten aller Zweitligaclubs an Latte oder Pfosten (acht Mal).

Tops

Nach einem sehr guten Saisonbeginn mit vier Siegen aus fünf Spielen stockte der Energie-Motor zuletzt. Trotzdem haben die Cottbuser einige sehr positive Statistiken vorzuweisen. So traf nur Ingolstadt häufiger in der Anfangsviertelstunde (fünf Mal) als Cottbus (vier Mal). Auch wenn Cottbus bereits 26 Gegentreffer kassierte, die Defensive ließ eigentlich wenige Chancen zu. Denn nur gegen Düsseldorf und Frankfurt kamen die Gegner seltener zum Torschuss als gegen Cottbus (170 Mal). Insbesondere aus der Distanz war der Gegner nur selten erfolgreich, denn nur Paderborn ließ weniger Weitschuss-Gegentore zu (keins) als Cottbus (zwei).

Flops

Nach dem Weggang von Petersen, Emil Jula und auch Jiayi Shao läuft es offensiv bei Energie nicht rund. Einzig Karlsruhe gab weniger Torschüsse ab (165) als Cottbus (167), und Cottbus ist die Mannschaft, die die wenigsten Flanken schlug (119) und defensiv nach Flanken die zweitmeisten Gegentore kassierte (sechs). Zudem passierte zu wenig nach Standardsituationen. Nur Bochum und Aue trafen seltener das Tor nach ruhenden Bällen als Cottbus (vier Mal). In der Luft ist die Elf von Trainer Claus-Dieter Wollitz äußerst verwundbar. Cottbus kassierte die meisten Kopfball-Gegentore (neun).

Tops

Platz 10 nach 14 Spieltagen kann sich für den Aufsteiger wahrlich sehen lassen, insbesondere da die Sachsen in einer Statistik ganz vorne liegen. Dynamo erzielte sechs Tore nach einem Freistoß - Ligaspitze. Das Team von Trainer Ralf Loose erzielte zudem von allen Mannschaften der unteren Tabellenhälfte die meisten Tore (25) und vergab nur fünf Großchancen - ebenfalls Ligaspitze. Auch die Defensive ist sehr torgefährlich, denn einzig die Verteidiger von Düsseldorf erzielten mehr Tore (sechs) als die Abwehrspieler von Dresden (fünf). Damit ist das Team auch schwer ausrechenbar, denn kein Team hat mehr unterschiedliche Torschützen als Dresden (elf).

Flops

Defensiv gibt es aber noch Verbesserungsmöglichkeiten für Dynamo, denn nur gegen Aue und 1860 kamen die Gegner häufiger zum Torschuss als gegen Dresden (230 Mal). Und während die Dresdener offensiv sehr gute Standards schlugen, hatten sie defensiv doch große Probleme damit. Nur der KSC und Ingolstadt ließen mehr Gegentore nach ruhenden Bällen zu als Dresden (zehn) und kein Team kassierte mehr Gegentore im Anschluss an einen Eckball (sechs). Außerdem sollten die Dresdener noch daran arbeiten, ihre Konzentration bis zum Abpfiff hochzuhalten, denn kein Team kassierte mehr Gegentore in der Schlussviertelstunde als Dresden (neun).

Tops

Die Auer waren in der vergangenen Saison das Überraschungsteam. Als Aufsteiger wurde Erzgebirge Herbstmeister und landete am Saisonende auf einem sehr guten 5. Platz. In diesem Jahr läuft es noch nicht so rund, außer bei Flanken stand Aue bislang sicher. Nur Eintracht Frankfurt ließ weniger Gegentore nach Flanken zu (eins) als die Erzgebirgler (zwei).

Flops

Luft nach oben hat das Team von Trainer Rico Schmitt auf jeden Fall in der Offensive, denn nur Aachen und Rostock haben weniger Tore erzielt als Aue (elf). Rostock und Aachen sind auch die einzigen Teams mit einer schlechteren Trefferquote. Durchschnittlich landete nur jeder 17. Torschuss der Erzgebirgler im Tor. Aue ist zudem die Mannschaft mit den wenigsten Großchancen, nur zwölf Mal erspielte man sich eine hundertprozentige Möglichkeit. Das mag auch an den eher harmlosen Standardsituationen liegen. Einzig Bochum erzielte weniger Tore nach ruhenden Bällen als Aue (drei). Defensiv muss ebenfalls nachgebessert werden, denn Aue gestattete von allen Teams den Gegnern die meisten Torschüsse (237) und kassierte die meisten Weitschuss-Gegentore (sieben).

Tops

Elf Spieltage musste der Aufsteiger auf den ersten Saisonsieg warten, obwohl die Hanseaten mit viel Offensivgeist unterwegs waren. Nur St. Pauli und Eintracht Frankfurt gaben mehr Torschüsse ab als Rostock (209). Bemerkenswert für einen Abstiegskandidaten. Besonders erfolgreich ist die "Kogge" nach Ecken, nur St. Pauli traf häufiger nach einer Ecke als der FCH (drei Mal). Rostock steht derzeit nur auf dem 15. Platz, obwohl nur drei Mannschaften weniger Gegentore (15) kassierten. Hansa stand bislang bei Flanken und hohen Bällen sehr sicher. Nur Frankfurt ließ weniger Gegentore nach Flanken zu als Rostock (zwei) und keine Mannschaft kassierte weniger Kopfball-Gegentore (zwei).

Flops

Der Grund, warum die Mannschaft von Trainer Peter Vollmann im Tabellenkeller feststeckt, resultiert aus der schwachen Offensive. Kein Team traf seltener als Rostock (acht Mal) und auch keine Sturmreihe (zwei). Einzig die Mittelfeldspieler von Aachen trafen seltener (zwei Mal) als die Mittelfeldspieler von Rostock (drei Mal). Bei Hansa hapert es im Abschluss, denn die Mannschaft hat die schwächste Trefferquote der 2. Bundesliga. Durchschnittlich landete nur jeder 26. Torschuss im Tor. Und einzig Aue erspielte sich weniger Großchancen als Rostock (13).