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Nach vier Jahren Abstinenz steht der 1. FC Kaiserslautern kurz vor dem Wiederaufstieg in die Bundesliga. Dabei dominierte die Mannschaft von Trainer Marco Kurz in der derzeitigen Saison die 2. Bundesliga fast nach Belieben.

bundesliga.de hat für Sie in den Statistiken gekramt und nachgeschaut, wieso der Traditionsclub vom Betzenberg derzeit so stark ist und worin die Geheimnisse des Erfolges liegen. Dabei kamen einige erstaunliche Dinge heraus.

Heiß auf Siege

Die Pfälzer holten in der aktuellen Saison die meisten Siege (19) und verloren nur vier Mal, so selten wie keine andere Zweitliga-Mannschaft. Das Team ist außerdem torhungrig und schussgenau: Insgesamt 53 Tore stehen derzeit auf der "Haben-Seite". Nur St. Pauli (61) und Augsburg (57) erzielten mehr Tore als der FCK. Erik Jendrisek steht mit 14 Toren derzeit auf Rang 3 der Torjägerliste in der 2. Bundesliga. Lautern brachte 50,8 Prozent seiner Schüsse aufs Gehäuse - nur Fürth zielt genauer (52.3 Prozent).

Abwehrstark und eingespielt

Die Kurz-Elf stellt mit bisher nur 24 Gegentoren die beste Abwehr im deutschen Profifußball. Sie ließ auch die wenigsten gegnerischen Schüsse auf ihr Gehäuse zu (102). 14 Mal hielt das Team vom Betzenberg seinen Kasten sauber, das ist Ligabestwert (gemeinsam mit Fortuna Düsseldorf). Unter den "Dauerbrennern" der 2. Bundesliga (zehn Akteure) befinden sich vier Spieler aus Kaiserslautern, es ist fast die gesamte Abwehrreihe samt Torhüter Tobias Sippel (im Bild). Nur Florian Dick fehlte wegen der 5. Gelben Karte am 29. Spieltag.

Festung "Betze"

In den letzten zehn Heimspielen kassierte der 1. FC Kaiserslautern, genau wie Augsburg, keine Niederlage. Nur Fortuna Düsseldorf hat länger im heimischen Stadion nicht verloren. Ihnen gelang es sogar in 16 Heimspielen. Die "Roten Teufel" sind das drittbeste Heimteam in der 2. Bundesliga. Vor heimischen Publikum errangen sie insgesamt 34 Punkte. In dieser Spielzeit verloren sie nur ein einziges Spiel im Fritz-Walter-Stadion: Es war die Partie gegen Düsseldorf am 10. Spieltag (0:2).

Sichere Pässe

Die Pfälzer spielen die präzisesten Pässe der 2. Bundesliga. Mehr als drei Viertel aller Zuspiele (76,4 Prozent) erreichten die jeweiligen Mitspieler. Die "Betzebuben" zeichnen sich außerdem durch viel Fleiß und eine hohe Zahl an Ballkontakten aus: Lauterns Linksverteidiger Alexander Bugera (im Bild) hatte ligaweit mit Abstand die meisten Ballkontakte (2.825), sein Pendant auf der rechten Seite, Florian Dick die zweitmeisten (2.463).

Stark bei Standards

Schon neun Mal traf Kaiserslautern nach einem Eckball. Das ist Höchstwert in der 2. Bundesliga. Auch die 26 Tore nach Standardsituationen insgesamt sind Ligabestwert. Nach Eckbällen auf der gegnerischen Seite ließ Lautern bislang nur zwei Gegentore zu (wie Augsburg und Frankfurt). Nur Greuther Fürth steht da noch sicherer, dort wurde erst ein Gegentor nach einem Eckball kassiert. Die "Roten Teufel" kassierten ligaweit die wenigsten Gegentreffer nach Standardsituationen, nämlich acht.

Kopfballkönner

Der Aufstiegskandidat erzielte in der 2. Bundesliga die meisten Kopfballtore und zwar 15. Kein Team kassierte so wenige Kopfball-Gegentore wie die Lauterer, es waren nur zwei. Dem Team von Trainer Marco Kurz geht auch zum Ende des Spiels die Puste nicht aus: Bereits zwölf Tore erzielte die Mannschaft in der Schlussviertelstunde. Nur 1860 München und St. Pauli erzielten mehr Tore in dieser Zeit (jeweils 13). Und auch aus der Pause kommt der FCK immer hellwach zurück: Kein Team kassierte in der zweiten Hälfte so wenig Gegentore, nämlich nur zwölf.

Kurz noch besser als "König Otto"

In der laufenden Saison kommt der 1. FCK auf einen Punkteschnitt von 2,1. Dieser ist damit noch besser als der Punkteschnitt in der Aufstiegssaison von 1996/97, der damals bei 2,0 lag. Damals stiegen die "Roten Teufel" mit "König" Otto Rehhagel in die Bundesliga auf und wurden dort auf Anhieb Meister. Das ist in der Geschichte der Bundesliga bisher einmalig. Marco Kurz ist seit dieser Saison Trainer in Kaiserslautern und ebenso auf dem besten Wege, Großes mit dem Traditionsclub zu erreichen .



Isabell Groß