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Cottbus - "Cottbus hat wieder Energie" - so oder so ähnlich könnte das Fazit lauten, wenn man sich die Saison des FCE anschaut. Nachdem die Lausitzer die vergangene Spielzeit im Mittelfeld abschlossen, spielen sie in diesem Jahr wieder ganz oben mit.

Nach dem 13. Spieltag logiert Energie Cottbus auf Rang 4 und liegt nur zwei Zähler hinter dem Relegationsplatz; eine Leistung, die der Club besonders durch seine Offensive - die beste ligaweit - geschafft hat.

Vor dem Spitzenspiel gegen den FC Erzgebirge Aue sprach bundesliga.de mit Cottbus-Stürmer und Zweitliga-Top-Scorer Nils Petersen über seinen Torabschluss, die Stärken des Tabellenführers und den Cottbuser Kampfgeist.

bundesliga.de: Herr Petersen, herzlichen Glückwunsch zum Torerfolg, der beim MSV Duisburg immerhin einen Punkt gesichert hat. Wie ist das Spiel aus Ihrer Sicht verlaufen?

Nils Petersen: Es war eine schwierige Partie. Duisburg ist eine sehr wuchtige Mannschaft, spielt clever und hat nicht umsonst bis dato alle sechs Heimspiele gewonnen. Wir kamen sehr gut ins Spiel und haben verdient geführt, sind durch eigene Fehler aber in Rückstand geraten. Dass wir dann mit einem schön herausgespielten Tor noch den verdienten Ausgleich erzielten, spricht für unsere Qualität und die mehrfach bestätigte Überzeugung, jederzeit zurück schlagen zu können.

bundesliga.de: Dabei haben Sie mit Ihrem Team, wie schon vier Mal zuvor, erneut einen Rückstand aufgeholt. Woher kommt diese Kämpfermoral?

Petersen: Gekämpft wird von der ersten Sekunde an, nicht erst nach einem Rückstand. Wir glauben an uns, haben im Saisonverlauf schon zwei Spiele nach Rückständen komplett gedreht und zwei Mal ausgeglichen. Gegen den KSC haben wir sogar drei Tore aufgeholt. Hinzu kommt der gute körperliche Zustand, wir können noch zulegen zum Ende einer Begegnung.

bundesliga.de: Was zeichnet den FCE Ihrer Meinung nach in dieser Saison noch aus?

Petersen: Wir sind stabiler geworden, im Vergleich zum Vorjahr haben wir uns noch mal weiter entwickelt. Zwar denkt die Mannschaft weiterhin nach vorn und hat im Abschluss mehrere Waffen, doch auch in der Defensive haben wir uns als Team verbessert. All diese Komponenten angereichert mit dem großen Teamgeist führen dazu, dass der FC Energie Cottbus inzwischen gegen jeden Gegner bestehen kann.

bundesliga.de: Sie haben bereits zehn Treffer erzielt und führen mit insgesamt elf Punkten die Scorer-Liste an. Wieso läuft es derzeit so gut für Sie?

Petersen: Ich fühle mich körperlich gut, habe mir im Torabschluss Sicherheit und Selbstbewusstsein erarbeitet und profitiere von der Ausrichtung unserer Mannschaft und natürlich von meinem Sturmpartner Emil Jula.

bundesliga.de: Am kommenden Sonntag empfängt Cottbus den FC Erzgebirge Aue - das Topspiel des Spieltags. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Petersen: Wir erwarten ein Spiel auf Augenhöhe. Aue hat ein kompaktes, hungriges, starkes Team. Das trifft allerdings auch auf uns zu.

bundesliga.de: Wo liegen Aues Stärken?

Petersen: Den Zahlen zufolge in der Defensive. Der FC Erzgebirge war bisher sehr effektiv, präsentiert sich als Einheit und setzt die vorhandenen Mittel optimal ein.

bundesliga.de: Mit Aue und Energie Cottbus sind zwei Ost-Vereine unter den ersten Vier der Liga. Wie wichtig ist das für die Region?

Petersen: Meines Erachtens sollte dieses Ost-Denken 20 Jahre nach dem Mauerfall der Vergangenheit angehören. Natürlich sind sowohl Cottbus als auch Aue nicht die wirtschaftlichen Hochburgen des Landes. Aber beide Vereine schöpfen ihr Potential aus, natürlich ist das toll für das Selbstwertgefühl der Region.

bundesliga.de: Bis zur Winterpause stehen in Augsburg ein direkter Konkurrent und mit Union Berlin und Oberhausen zwei Teams aus der unteren Tabellenhälfte an. Was ist für Energie machbar?

Petersen: Wir rechnen nicht vorher und sind bislang gut damit gefahren, von Spiel zu Spiel zu denken. Gegen jeden Gegner wollen und können wir gewinnen, wenn wir alles investieren und uns das nötige Quäntchen Glück erarbeiten. Aber nur dann.

bundesliga.de: Spielt Cottbus bis zum Saisonende um den Aufstieg mit? Warum?

Petersen: Nach 13 Spielen gehören wir zur Spitzengruppe, und das sicherlich nicht zufällig. Nun gilt es, Kontinuität in unsere Leistungen zu bekommen und unsere Stärken auszuschöpfen. Wenn das gelingt, können wir unter den ersten Sechs dabei bleiben. Das war von Beginn an unser Ziel und es besteht kein Anlass, dies zu korrigieren.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig