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Köln - Der Karlsruher SC will nach oben, der FC St. Pauli bloß nicht nach unten. Und beide Teams haben etwas gemeinsam: Sie wollen dranbleiben. Der KSC will im Aufstiegsrennen weiterhin mitmischen, die Hamburger wollen dagegen nach dem Befreiungsschlag im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf, weiterhin Punkte im Kampf gegen den Abstieg sammeln (zur Tabelle).

Der KSC ist zwar seit neun Auftritten ungeschlagen, musste sich dabei aber sechsmal mit einem Unentschieden begnügen. Die letzten vier Heimspiele endeten für die Badener mit einer Punkteteilung. Der FC St. Pauli feierte am Montagabend mit dem jüngsten 4:0 gegen Düsseldorf den höchsten Saisonsieg und schöpft damit wieder Hoffnung im Abstiegskampf.

"Die Jungs können Fußball spielen"

Der FC St. Pauli atmet nach dem Befreiungsschlag gegen Fortuna Düsseldorf tief durch und hat für das Spiel gegen den Karlsruher SC eine Menge Selbstvertrauen getankt! Der erste Heimsieg im Jahr 2015 bringt neue Hoffnung im Abstiegskampf. Ewald Lienen strahlte nach dem 4:0 (3:0) gegen Fortuna Düsseldorf über das ganze Gesicht. "Die Jungs können Fußball spielen. Jeder hat gesehen, was plötzlich möglich ist, wenn Selbstvertrauen da ist", sagte Lienen, der mit seinem Team erstmals seit einem halben Jahr die direkten Abstiegsplätze der 2. Bundesliga verlassen hat.

Dass sich das zuletzt triste Freudenhaus der Liga nach langer Durststrecke mal wieder in eine wilde Partyzone verwandelte, lag vor allem an einem 20 Jahre alten Greenhorn aus Südkorea, der auch im Spiel gegen den Karlsruher SC wieder auflaufen soll. "Der Kleine ist da direkt hingelaufen, das ist kein Zufall", sagte Lienen liebevoll über Kyoung-Rok Choi. Dennoch geht es nach dem befreiten Jubel im Hinblick auf das Duell mit dem KSC auch wieder um die Konzentration: "Ich sehe das als einen Schritt auf der Treppe, die wir besteigen müssen. Wenn das jetzt der Brustlöser war, um weiter Punkte zu holen, würde mich das freuen. Die nächsten Spiele werden aber sicherlich noch schwerer", sagte Daniel Buballa auf der Internetseite der Kiezkicker vor der Partie am Freitagabend.

St. Pauli-Trainer Lienen eröffnen sich in den entscheidenden Wochen einer schwierigen Saison zudem plötzlich personelle Alternativen, die den Konkurrenzkampf deutlich beleben. "Jetzt haben wir ein hohes Trainingsniveau und können uns richtig pushen", meinte der erfahrene Trainer, der allerdings vor verfrühter Euphorie warnte. Im Spiel beim Aufstiegsaspiranten Karlsruher SC erwartet St. Pauli ein aggressiver Gegner. "Jedes Spiel ist eine Chance, uns da unten raus zu spielen", so Lienen.

Alles ist möglich, daher heißt es: Weitermachen!

Die Elf von KSC-Trainer Markus Kauczinski ist nicht nur seit neun Partien unbesiegt (3 Siege, 6 Remis), sondern verlor auch nur eins der letzten 18 Spiele in der 2. Bundesliga. Am vergangenen Spieltag beim abstiegsbedrohten VfR Aalen kam das Team von Trainer Markus Kauczinski trotz zweimaliger Führung nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus und hat mit 45 Punkten nun vier Zähler Rückstand auf den 1. FC Kaiserslautern auf Platz zwei (49).

Typen die vorangehen und in so einer Phase besonders wichtig sind, sollen dazu beitragen, dass der Traum vom Aufstieg wahr gemacht werden kann. Erfahrene Spieler wie Dominic Peitz sollen ind Spielen wie gegen die Kiezkicker das Kommando übernehmen. Der Vertrag des 30-jährigen defensiven Mittelfeldakteurs verlängerte sich durch seinen Einsatz am vergangenen Wochenende um ein weiteres Jahr.

"Wer hätte St. Pauli vor der Saison so eingeschätzt? Es ist oft so, dass bei vermeintlich klaren Spielen die Konzentration fehlt. Daher ist es entscheidend, wie wir gegen St. Pauli auftreten", äußert sich Peitz. Der Mittelfeldspieler, der sein Debüt in der 2. Bundesliga gegen den FC St. Pauli feierte, unterschätzt die Kiezkicker keinesfalls: "Das wird verdammt hart. Keiner kann erwarten, dass wir 4:0 gewinnen, nur weil wir viel weiter vorne in der Tabelle stehen. So einfach geht Fußball nun mal nicht."