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Herxheim - Mimoun Azaouagh dürfte in diesem Sommer der wohl prominenteste Neuzugang des 1. FC Kaiserslautern sein.

Im Interview mit bundesliga.de spricht der technisch begnadete Mittelfeldmann über seine ersten Eindrücke beim Pfälzer Traditionsclub und erklärt, warum der Wechsel für ihn ein Neuanfang sein soll.

bundesliga.de: Herr Azaouagh, wie sind Ihre ersten Eindrücke als neuer Spieler beim FCK, nachdem nun schon die ersten Trainingswochen ins Land gezogen sind?

Mimoun Azaouagh: Sehr positiv. Es ist ein ziemliches Feuer in der Mannschaft, jeder zieht gut mit. Man merkt gleich, dass hier etwas zusammenwächst.

bundesliga.de: In der vergangenen Saison war die Atmosphäre am Betzenberg zum Teil sehr ungnädig. Viele Fans waren enttäuscht. Hat man Ihnen bei Ihrer Verpflichtung erklärt, wie es dazu kam?

Azaouagh: Das war nicht nötig, ich weiß ja auch aus meiner Zeit bei anderen Vereinen, was für eine Dynamik entsteht, wenn es partout nicht läuft. Wichtig ist doch jetzt erst mal, dass wir es in dieser Saison besser machen - und dass die Spieler, die schon in der Abstiegssaison im Kader waren, auch nach vorne schauen. Aber ich glaube, genau das ist der Fall.

bundesliga.de: Als Absteiger zählt der FCK automatisch zu den Aufstiegsfavoriten...

Azaouagh: Das wird dann immer so gesagt, ja. Aber glauben Sie mir, mich interessieren solche Prognosen in der Vorbereitung so rein gar nicht. Eine Woche vor dem Saisonstart beschäftige ich mich mit dem ersten Gegner, das ist Union Berlin. Und dann sehen wir weiter.

bundesliga.de: Mit Ihren persönlichen Zielen haben Sie sich aber sicher beschäftigt. Sie hätten ja auch anderswohin gehen können als zum 1. FC Kaiserslautern.

Azaouagh: Natürlich. So banal das klingt, aber mein persönliches Ziel ist jetzt erst mal gesund zu bleiben, aber das kann man ja leider nie beeinflussen.

bundesliga.de: Sie hatten in den letzten fünf Jahren auf Schalke und in Bochum ziemliches Pech.

Azaouagh: Kann man wohl sagen. Wenn man sich anschaut, wie die Verletzungen zustande gekommen sind, dann war das immer in einem Zweikampf. Die letzte Verletzung war ein Kieferbruch, da ist mir ein gegnerischer Spieler mit dem Knie voran ins Gesicht gesprungen. Am besten, man hakt das ab.

bundesliga.de: Einverstanden. Was haben Sie sich für die nahe Zukunft vorgenommen?

Azaouagh: Meine Erfahrung, meine technischen Stärken einbringen zu können, wäre prima. Ich habe für mindestens zwei Jahre hier unterschrieben und ich freue mich jetzt einfach auf die Zeit hier in Kaiserslautern, auf die neue Lebensaufgabe.

bundesliga.de: Die Sie als technisch guten Spieler erst mal weiter an die 2. Bundesliga bindet.

Azaouagh: Ich habe damit keine Probleme, ich habe ja an die 100 Zweitligaspiele. Wenn der Schiedsrichter anpfeift, habe ich einfach Lust zu spielen, dann interessiert es mich eigentlich nicht, ob der Gegner XYZ heißt oder Bayern München.

bundesliga.de: Wo sehen Sie ihre Rolle auf dem Feld?

Azaouagh: Ich kann in allen Systemen spielen, auf jeder Position in der Offensive, aber auch auf der Sechs, das habe ich in der letzten Saison öfter mal gespielt. Ich bringe mich da ein, wo mich der Trainer oder die Mannschaft brauchen.

bundesliga.de: Als Neuzugang wäre es wahrscheinlich auch nicht geschickt, eine bestimme Position zu fordern.

Azaouagh: Mag sein, aber deswegen habe ich nicht so geantwortet. Wenn ich gelernter rechter Verteidiger wäre, würde ich nicht behaupten, ich könne im Sturm spielen, oder im Tor. Es ist wirklich so, dass ich variabel einsetzbar bin.

bundesliga.de: Haben Sie sich vor dem Wechsel nach Kaiserslautern mit Vertrauten unterhalten? Ihr Mentor Jürgen Klopp war in Dortmund ja nicht weit weg...

Azaouagh: Als ich mich das erste Mal mit Stefan Kuntz unterhalten habe...

bundesliga.de: ... dem Mann, der Sie 2008 auch als damaliger VfL-Manager nach Bochum geholt hat...

Azaouagh: ... Genau. Jedenfalls habe ich beim ersten Gespräch gleich gemerkt: Hier passt alles.

Das Gespräch führte Christoph Ruf