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München - Er wurde schmerzlich vermisst: Zweitliga-Toptorjäger Mohamadou Idriossou fehlte gegen Aufsteiger Jahn Regensburg gelbgesperrt und seine Lauterer kamen prompt nur zu einem 1:1. Jetzt ist die immer noch ungeschlagene Foda-Elf - mit Idrissou in der Startelf - bei Vorjahres-Absteiger FC St. Pauli am Millerntor gefordert und will wieder Druck auf die Konkurrenz aus Braunschweig und Berlin machen. Allerdings sind die Hamburger zuhause unter ihrem neuen Coach ebenfalls noch unbezwungen (Samstag, ab 12:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Zeitgleich gibt es zwei Begegnungen zwischen Mannschaften aus den Niederungen der Tabelle: Union Berlin empfängt an der Alten Försterei den VfL Bochum und der SV Sandhausen spielt bei Erzgebirge Aue.

Der FC St. Pauli reiste mit Wut im Bauch aus Braunschweig zurück in die Hansestadt - kein Wunder nach der knappen und unnötigen 0:1-Niederlage in Unterzahl beim Tabellenführer am Mittwochabend. Doch nun wollen sich die Kiez-Kicker zuhause weiter nach oben kämpfen in der Tabelle. Aktuell steht die Elf mit 18 Punkten im halbwegs gesicherten Mittelfeld. Unter Frontzeck ist St. Pauli am Millerntor noch ungeschlagen und dies soll auch gegen das Spitzenteam aus Lautern so bleiben. "Zeigen wir gegen den FCK so viel Herz und Moral, gewinnen wir", äußerte der Coach unmittelbar nach der Niederlage in Braunschweig trotzig. Neben Bartels fehlen gegen die "Roten Teufel" weiterhin Florian Mohr, Kapitän Fabian Boll, sowie der Langzeitverletzte Sören Gonther.

Auch bei den Lauterern herrschte unter der Woche Katerstimmung, obwohl die Mannschaft vom Betzenberg immer noch auf dem Relegationsplatz steht. Das Remis gegen Regensburg (1:1) befriedigte aber weder Fans noch Verantwortliche. "Das war ein verlorenes Spiel", sagte Kapitän Albert Bunjaku. Maßgeblich für die verlorenen zwei Punkte war für den Schweizer die mangelnde Chancenverwertung. In Hamburg muss Trainer Franco Foda nun auch noch seine Elf umbauen. Rechtsverteidiger Florian Dick fehlt nach seiner fünften Gelben Karte. Dafür kehrt Mohamadou Idrissou, Toptorjäger der 2. Bundesliga, nach abgesessener Gelbsperre wieder in die Startelf zurück.



Schiedsrichteransetzungen

Union Berlin ist weiterhin im Aufwind, hat von den letzten elf Spielen nur eines verloren und am Mittwoch mit dem 2:1-Erfolg in Duisburg auch noch den Abstand zu den direkten Abstiegsplätzen vergrößert. "Jetzt wollen wir endlich auch mal zuhause nachlegen", forderte Kapitän Torsten Mattuschka. Mit 21 Zählern stehen die "Eisernen" aktuell im Niemandsland der Tabelle. Mit dem Spiel in Duisburg war Union-Trainer Uwe Neuhaus "ein bisschen zufrieden, weil sich kein Spieler verletzt hat." Trotzdem fehlen mit Björn Kopplin, Roberto Puncec, Luis Felipe Gallegos und Björn Jopek gegen Bochum aber immer noch eine Reihe von erstklassigen Alternativen wegen noch nicht auskurierter Verletzungen.

Ähnliche Sorgen gibt es in Bochum, wo Trainer Karsten Neitzel nach der 1:3-Heimpleite gegen den FSV Frankfurt weiterhin auf Stammkeeper Andreas Luthe verzichten muss, genau wie auf Paul Freier und Marc Rzatkowski, die allesamt noch nicht wieder fit sind. Erschwerend kommt vor der Reise in die Hauptstadt die erneut kritische Tabellensituation hinzu: Nach zwei Niederlagen hintereinander steht der VfL nur noch einen Punkt vor dem Relegationsplatz. Die Auswärtsbilanz hat sich auch unter Neu-Trainer Neitzel noch nicht signifikant verbessert, aus zwei Spielen holte seine Elf nur einen Punkt (1:1 bei St. Pauli). Insgesamt erspiele sich der ehemalige Bundesligist auswärts in der laufenden Saison magere fünf Zähler und erzielte nur vier Treffer (21 Gegentreffer). "Wir müssen uns tatsächlich wieder auf die Grundtugenden des Fußballs besinnen, vor allem das eigene Tor konsequenter verteidigen. Das hat oberste Priorität. Bei eigenem Ballbesitz sieht es bei uns in Ansätzen recht gut aus, allerdings müssen wir noch wesentlich gefährlicher vor dem gegnerischen Tor werden", sagt Angreifer Mirkan Aydin. Gegen Union bekommt der Angreifer wohl einen Platz in der Startelf zugesprochen.



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Die "Veilchen" haben sich am Mittwoch mit dem ersten Auswärtserfolg der laufenden Spielzeit etwas aus dem Abstiegsstrudel befreit. Nach zwei Niederlagen in Folge holte die Elf von Trainer Karsten Baumann in Ingolstadt etwas überraschend einen Dreier (2:1), nun soll mit dem vierten Heimsieg der Saison nachgelegt werden. Bei dieser Herausforderung muss Aue weiterhin auf Stammtorhüter Martin Männel verzichten, dessen Beckenprellung noch nicht abgeklungen ist. Damit wird Stephan Flauder weiterhin das Tor hüten. Neben Männnel fehlen mit Thomas Paulus, Ronny König, Halil Savran und Enrico Kern weitere wichtige Akteure gegen den Aufsteiger aus Sandhausen.

Der SVS ist seit dem Trainerwechsel von Gerd Dais zu Hans-Jürgen Boysen immer noch ungeschlagen, hat sich mit vier Punkten aus den letzten beiden Spielen vom Tabellenende auf den Relegationsplatz hochgearbeitet. Nun soll diese Serie im Erzgebirge weiter ausgebaut werden. Am Mittwoch gewann der Aufsteiger mit 3:1 gegen Cottbus, das seinerseits nur wenige Tage zuvor Liga-Krösus Brauschweig erstmals in der laufenden Spielzeit zu Fall brachte, wodurch die Sandhäuser Leistung umso höher einzuordnen ist. Mit Simon Tüting und Ole Kittner fallen aber für längere Zeit zwei wichtige Alternativen aus. "Wir können uns trotz der zu erwartenden Minusgraden auf ein heißes Kampfspiel vor einer gute Kulisse einstellen, wo die Zuschauer wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft stehen", meint Boysen.



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