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Mit keinem Spieler dürften die Fans des FC St. Pauli in den vergangenen 18 Monaten mehr gelitten haben, sich seine Rückkehr sehnlicher gewünscht haben. Seit Montagabend um 22:37 Uhr Ortszeit in Larcana (Zypern) hat das bange Warten ein jähes Ende gefunden: Florian Lechner (27) ist nach vier Operationen (Wadenbeinbruch, Fersensporn, Achillessehne) zurück!

44 Minuten Spielzeit bekam der Rechtsverteidiger im Testspiel gegen Kaiserslautern (2:4) von Trainer Holger Stanislawski zugestanden - der Anfang für das Comeback im Spielbetrieb und die Premiere in der 2. Bundesliga ist gemacht. Im Anschluss an das Spiel sprach er im Interview mit st.pauli.com über seine Eindrücke.

Frage: Wie fühlen Sie sich nach Ihren ersten Spielminuten im Zweitliga-Trikot des FC St. Pauli?

Lorian Lechner: Ehrlich gesagt bin ich jetzt erst einmal richtig kaputt. Die Einheiten am Morgen und dann das Spiel, das bin ich halt nicht mehr gewohnt (grinst).

Frage: Beschreiben sie doch bitte einmal das Gefühl bei Ihrer Einwechslung.

Lechner: Ich hatte Gänsehaut. Die Jungs sind von der Bank aufgestanden, alle Spieler auf dem Rasen haben applaudiert. Das war eine tolle Geste und eine Riesensache von der Mannschaft.

Frage: Haben Sie noch an die Verletzung gedacht?

Lechner: Nein, ich habe ja schon ein paar Wochen stetig steigernd trainiert und die Verletzung aus dem Kopf gestrichen. Das Bein hält. Ich mache mir jetzt keine großen Gedanken.

Frage: Wie haben sie die letzten anderthalbe Jahre durchlebt?

Lechner: Es war eine zähe Zeit. Mein rechtes Bein sah aus wie mein Arm. Gut, dass ich nicht vom ersten Tag an wusste, dass es so lange dauert. Da wäre ich total bekloppt geworden. Ich habe neben den zahlreichen Arztbesuchen versucht, mir selbst einiges anzulesen und mich informiert. Nach meiner Karriere werde ich Feierabend-Arzt (lacht).